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Startseite»Politik»Polizisten bei Demo mit Metallkugeln beschossen
Politik

Polizisten bei Demo mit Metallkugeln beschossen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 6, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 06.09.2026 • 08:23 Uhr

Bei einer Demo in Köln gegen die Rüstungsindustrie haben Demonstrierende immer wieder Pyrotechnik gezündet. Der Zug wurde mehrfach unterbrochen, die Polizei war mit Wasserwerfern im Einsatz. Nun gibt es eine Bilanz von Polizei und Demonstranten.

Von Estella Mazur und Oliver Köhler

Mehr als 3.000 Menschen haben in der Kölner Innenstadt am Samstag gegen die Rüstungsindustrie demonstriert. Ursprünglich waren 400 Teilnehmende angemeldet worden. Das Bündnis „Rheinmetall entwaffnen“ forderte ein Ende von Waffenlieferungen, Kriegseinsätzen und eine Abkehr von der Wehrpflicht. Immer wieder wurden dabei auch Feuerwerkskörper gezündet. Zwischen Polizei und Demonstrierenden kam es mehrfach zu Zusammenstößen.

Demonstrant soll nach Polizei-Waffe gegriffen haben

Wasserwerfer der Polizei am Samstag im Einsatz in Köln.

Nach Angaben der Polizei hatten einzelne Teilnehmende Einsatzkräfte angegriffen. Darauf reagierte die Polizei, indem sie mehrere hundert Personen einkesselte und ihre Identitäten aufnahm. Mehrere vermummte Personen sollen Polizisten mit Metallkugeln beschossen haben. Zur Unterbindung setzten Polizisten „einfache körperliche Gewalt ein“. Ein Teilnehmer soll dabei versucht haben nach der Dienstwaffe eines Beamten zu greifen.

Außerdem war die Polizei mit zwei Wasserwerfern vor Ort. Die Demonstrierenden werfen der Polizei unverhältnismäßig harte Gewalt vor, dabei sei mit Schlagstöcken auf Demonstrierende eingeschlagen worden.

Demonstranten: Mehrere Personen verletzt

Laut Polizei wurden 11 Polizistinnen und Polizisten verletzt. Ein Beamter konnte daraufhin den Dienst nicht weiter ausführen. Auch das Bündnis spricht von mehreren verletzten Demonstrierenden. „Alleine auf dem Camp wurden 80 Personen heute behandelt“, sagt der Pressesprecher der Demonstranten Charlie Fitscher. Zwischenzeitlich hatte die Polizei rund 300 Teilnehmende festgesetzt, um ihre Identitäten zu prüfen. Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs ein.

Mehrere hundert Demonstrierende blieben als Zeichen der Solidarität bei den festgesetzten Teilnehmenden. Der restliche Demozug konnte weiterziehen und ist mittlerweile planmäßig beendet.

Pyrotechnik gezündet – Polizei kesselt ein

Demonstrierende zünden Pyrotechnik.

Schon im Vorfeld kam es zu einem Polizeieinsatz. Teilnehmende hatten bereits auf dem Weg zur Demo Pyrotechnik gezündet. Die Polizei hat daraufhin eine kleinere Gruppe eingekesselt und ihre Identitäten geprüft. Aufgerufen hat das Protestcamp „Rheinmetall Entwaffnen“, das seit Dienstag am Grüngürtel zeltet und am Sonntag zu Ende geht.

Polizei Köln bekommt Hilfe von außerhalb

Die Polizei hatte sich seit Wochen auf das Protestcamp und dessen Aktionen vorbereitet. Rund 1.000 Einsatzkräfte von außerhalb unterstützten die Kölner Polizei dabei. Der Führungsstab ist rund um die Uhr besetzt.

Mehrere Zusammenstöße im Vorfeld

Am Donnerstag war es zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen. Etwa 100 Mitglieder des Bündnisses Rheinmetall Entwaffnen hatten die Zufahrt zu einer Bundeswehr-Kaserne in Köln-Longerich blockiert. Die Polizei hatte die Versammlung aufgelöst, weil sie nicht angemeldet und der Großteil vermummt war. Weil die Teilnehmenden nicht gehen wollten, zog sich der Einsatz bis in den späten Nachmittag. Das Bündnis wirft der Polizei übermäßige Aggression vor.

Beim ersten Protestcamp im August 2025 hatten Angehörige des Bündnisses „Rheinmetall Entwaffnen“ unter anderem vor einem Gebäude der Bundeswehr und in der Nähe des Privathauses von Rheinmetall-Chef Armin Papperger protestiert. Auch damals war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrierenden gekommen. Die juristische Aufarbeitung ist noch nicht abgeschlossen.

Unsere Quellen:

  • Eindrücke der WDR-Reporter vor Ort
  • Polizei Köln
  • Aktionsbündnis „Rheinmetall Entwaffnen“
  • dpa

Sendung: WDR.de, Anti-Rüstungsdemo in Köln, 05.09.2026, 14:53
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 05.09.2026, 18:45 Uhr

Westdeutscher Rundfunk

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