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Startseite»Politik»Berlin: Gedenkbaum für Opfer des CSD-Anschlags herausgerissen
Politik

Berlin: Gedenkbaum für Opfer des CSD-Anschlags herausgerissen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 6, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 06.09.2026 • 16:30 Uhr

Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den CSD am 25. Juli im Berliner Tiergarten war in Erinnerung an die Opfer ein Baum gepflanzt worden. Unbekannte haben den Ahorn nun aus der Erde gezogen. Der Staatsschutz ermittelt.

  • Neu gepflanzter Ahorn im Berliner Tiergarten herausgerissen
  • Baum war zum Gedenken an die Opfer des Anschlags auf den CSD vor rund einem Monat gepflanzt worden
  • Wenige Tage zuvor wurde die Regenbogenbank gegenüber des Baums zerstört

Der Gedenkbaum für die Opfer des Anschlags auf den Christopher Street Day (CSD) im Berliner Tiergarten ist herausgerissen worden. Wie der Lagedienst der Polizei dem rbb am Sonntagmorgen mitteilte, hätten Einsatzkräfte den beschädigten Ahornbaum in der Nacht zu Sonntag gegen 1:20 Uhr bei einer Streifenfahrt entdeckt.

Der Baum war vor rund einem Monat an der Stelle gepflanzt worden, an der Ende Juli ein mutmaßlich islamistischer Anschlag auf den CSD verübt wurde. Der französische Ahorn ersetzte einen Baum, der bei dem Anschlag so stark beschädigt wurde, dass er gefällt werden musste. Bei der Pflanzung war angekündigt worden, dass der neue Baum mit einem Metallgitter geschützt werden sollte. Dort sollten dann auch Karten, Fotos, Blumen oder persönliche Botschaften angebracht werden können.

Aufnahmen von Baum und Gitter, bevor sie beschädigt wurden

Baum und Schutzgitter beschädigt

Der Baum wurde jetzt aus dem Erdreich gezogen – die Wurzeln lägen frei, hieß es. Auch das Schutzgitter wurde laut Polizei aus der Erde gerissen. Am Vormittag war zu sehen, dass Baum und Gitter zur Seite standen. Weitere im Umfeld liegende Gegenstände wie Kerzen und Bilder seien ebenfalls beschädigt sowie teilweise zerstört worden, hieß es von der Polizei. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Der Berliner Grünen-Fraktionsvorsitzende Werner Graf zeigte sich erschüttert. „Ich bin voller Wut und Fassungslosigkeit, aber auch trotzig“, erklärte er. „Ich sage allen queeren Menschen in dieser Stadt: Ihr seid nicht allein.“ Graf kündigte an: „Wir pflanzen diesen Baum wieder. So oft, wie es nötig ist.“

Auch Regenbogenbank beschädigt

Erst Anfang der Woche wurde auch die Regenbogenbank schwer beschädigt, die nach dem Anschlag aufgestellt worden war. Mehrere Holzlatten wurden der Polizei zufolge „mit erheblicher körperlicher Gewalt“ aus dem Metallrahmen gelöst und die Rückenlehne vom übrigen Gestell abgebrochen. Der Bezirk stellte Strafanzeige gegen Unbekannt. Er kündigte an, die Bank wieder aufzubauen.

Bei dem Anschlag am 25. Juli war der mutmaßliche Attentäter mit einem Wagen in den Tiergarten gefahren und hatte dort Menschen angefahren oder überfahren. Am Ende prallte das Fahrzeug gegen einen Baum. Danach soll der 21-jährige Mann mit einer Machete weitere Menschen angegriffen haben, bevor er floh. Eine Frau wurde getötet und 31 Menschen zum Teil schwer verletzt. Einen Tag später erschossen Polizisten den mutmaßlichen Attentäter.

Sendung: rbb24 Inforadio, 06.09.2026, 07:30 Uhr Audio: rbb24 Inforadio, 06.09.2026, Michael Mellinger

Rundfunk Berlin-Brandenburg

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