Weniger als fünf MinutenGeely präsentiert Batterie, die ultraschnell lädt
Die Ladezeit ist ein entscheidendes Verkaufsargument von E-Autos. Chinesische Hersteller liefern sich ein Wettrennen, wessen Akku am schnellsten lädt. Der Branchenprimus wird nun überholt.
Der chinesische Autokonzern Geely, zu dem Volvo gehört, hat nach eigenen Angaben eine ultraschnell ladende Batterie entwickelt. Das Aufladen von 10 auf 70 Prozent Akkustand dauert demnach 4,5 Minuten. Bis zu einem Ladestand von 97 Prozent sind laut dem Hersteller 8 Minuten und 40 Sekunden nötig.
Damit macht Geely dem weltgrößten E-Autobauer BYD Konkurrenz. Der ebenfalls chinesische Hersteller hatte im März eine Batterie vorgestellt, die in neun Minuten vollständig lädt. Von 10 auf 70 Prozent Ladestand schafft BYD nach eigenen Angaben in fünf Minuten.
Die E-Autobauer liefern sich nicht nur ein Wettrennen auf dem derzeit schwächelnden weltweit größten Automarkt China, sondern wollen auch unabhängiger von CATL, dem weltgrößten Hersteller von E-Auto-Batterien, werden. Geely nutzt bei seiner ultraschnellen Batterie Künstliche Intelligenz, um die Ladeleistung an die Batterietemperatur anzupassen, damit diese nicht zu heiß werden.
Die Ladeleistung ist neben Reichweite und Stromverbrauch der zentrale Parameter für Käufer von Elektroautos. Deren Anteil steigt in Europa zurzeit deutlich. Im vergangenen Jahr waren gut 17 Prozent aller Neuzulassungen in der EU Pkw mit reinem Elektroantrieb – ein Rekord. Zehn Jahren zuvor hatte der Anteil noch bei 0,4 Prozent gelegen. Weitere rund 42 Prozent der Neuzulassungen entfielen im vergangenen Jahr auf Hybridautos. Reine Verbrenner sind damit inzwischen in der Minderheit.
In Deutschland waren im vergangenen Jahr 19 Prozent aller Neuzulassungen reine E-Autos. Aktuell lassen die hohen Spritpreise, eine bessere Ladeinfrastruktur, günstigere Einstiegsmodelle und die Förderprämie der Bundesregierung den Absatz steigen. Im August wurden mit 69.000 Stromern gut 75 Prozent mehr reine Elektroautos zugelassen als im Vorjahresmonat.
