„Deutlich unter Niveau“
Füchse Berlin beenden Klub-WM mit herber Enttäuschung
Zweimal gewinnen die Füchse Berlin die Handball-Klub-WM, doch diesmal endet das Prestigeturnier für den Bundesligisten mit einer herben Enttäuschung. Der Trainer findet klare Worte, das Entsetzen hält sich aber doch in Grenzen.
Handball-Pokalsieger Füchse Berlin hat bei der Klub-WM in Ägypten nach dem Finale in enttäuschender Manier auch die Chance auf Bronze verpasst. Der zweimalige Titelgewinner kassierte zum Gruppenabschluss durch ein 27:30 (14:16) gegen Gastgeber Al Ahly seine zweite Vorrundenniederlage in der Gruppe B und spielt damit nur um Platz fünf. Die Platzierung ist eine herbe Enttäuschung.
Zum sportlich für Berlin uninteressanten WM-Abschluss trifft das Team von Trainer Nikolej Krickau in der Platzierungsrunde am Donnerstag (14 Uhr) auf den brasilianischen Vertreter EC Pinheiros. Das Endspiel bestreiten Champions-League-Sieger und Titelverteidiger FC Barcelona und Berlins ungarischer Vorrunden-Bezwinger Veszprem HC (19 Uhr).
Im Finale geht es neben Titel und Prestige auch um 300.000 Dollar Siegprämie. „Das ist ein ganz großes Ziel – und natürlich mit Prestige verbunden“, hatte Füchse-Boss Bob Hanning vor der Abreise nach Ägypten verkündet – gleichzeitig aber eingeräumt, dass sein Team diesmal, zehn Jahre nach dem zweiten und bislang letzten Titelgewinn, „sicherlich alles, aber kein Titelfavorit“ sei.
„Nicht unser Anspruch“
Gegen Al Ahly war den Füchsen zwei Tage nach der Niederlage gegen Veszprem (33:34) die weitgehende Chancenlosigkeit auf einen Einzug ins Spiel um Bronze anzumerken. Krickaus Mannschaft, die vergeblich auf die benötigte Schützenhilfe des kuwaitischen Außenseiters Burgan SC gegen Veszprem gewartet hatte, lag vor der Pause nur zweimal mit einem Tor vorn und lief ansonsten fast durchgehend einem Rückstand hinterher. „Die Leistung heute war deutlich unter unserem Niveau. In allen Phasen waren wir nicht gut genug. Das ist natürlich nicht unser Anspruch“, ärgerte sich Krickau über das Spiel seiner Mannschaft.
Später mit sogar fünf Toren im Hintertreffen steigerte sich der momentane Bundesliga-Fünfte und amtierende Pokalsieger zwar, konnte das Match aber nicht mehr drehen. Berlins bester Schütze war Matthes Langhoff mit acht Treffern, der französische Neuzugang Aymeric Zaepfel traf sieben Mal. Welthandballer Mathias Gidsel wurde in der nahezu bedeutungslosen Partie geschont. Bereits am kommenden Samstag, nur einen Tag nach der Rückkehr aus Ägypten, müssen die Berliner zum Bundesligaduell bei der SG BBM Bietigheim antreten. Die Rückkehr in den komplizierten Kampf um die wichtige erneute Qualifikation für die Champions League dürfte die Enttäuschung von Ägypten schnell vergessen machen.
Verwendete Quellen: ntv.de, ter/sid
