Lage auf Insel spitzt sich zuUS-Küstenwache stoppt Schiff mit Treibstoff für Kuba
Seit Monaten verhindern die USA die Lieferung von Erdöl und Treibstoff aus anderen Ländern nach Kuba. Die Inselbewohner leiden unter der Blockade. Vor einigen Wochen versucht ein Schiff mit Methoden der Schattenflotte Treibstoff auf den sozialistischen Inselstaat zu schmuggeln.
Die US-Küstenwache hat nach eigenen Angaben ein Schiff mit einer „illegalen“ Treibstofflieferung für Kuba in der Karibik abgefangen. Ein taktisches Team habe das Schiff „Grace“ Anfang September geentert und es in den Hafen von Progreso in Mexiko eskortiert, teilte die Coast Guard nun mit. Die mexikanische Marine habe das Vorhandensein großer Treibstoffmengen in den Ballasttanks des Schiffes bestätigt.
Seit Dezember gilt eine US-Ölblockade gegen den sozialistischen Karibikstaat. Lieferungen aus Drittländern wurden seitdem fast vollständig eingestellt, was die bereits kritische Energielage auf Kuba verschärft hat. Der kubanische Privatsektor darf allerdings Treibstoff aus den USA importieren. Washington will durch eine Reihe von Sanktionen wirtschaftliche und politische Reformen in Kuba im Sinne seiner Interessen herbeiführen.
Kubas veraltetes Stromerzeugungssystem ist in einem schlechten Zustand. Der Inselstaat hat zudem mit Lebensmittel- und Medikamentenknappheit zu kämpfen, die gezielt durch US-Embargos verschärft werden. Durch das Ausbleiben der Öllieferungen aus Venezuela, zurückzuführen auf Trumps Einflussnahme, verschärfte sich die kubanische Wirtschaftskrise. Die US-Einflussnahme hat schwere Folgen für die Bevölkerung des Inselstaats. Trump drohte überdies anderen Staaten mit Repressalien, sollten diese Öl an Kuba liefern.
Treibstoff in den Ballasttanks versteckt
Laut der US-Küstenwache setzte das Motorschiff „Grace“ auf dem Weg nach Kuba vermutlich typische Täuschungsmanöver der sogenannten „Schattenflotte“ ein, um nicht entdeckt zu werden. „Die Hohe See ist kein Zufluchtsort für Gesetzlosigkeit“, sagte der Leiter der US-Küstenwache, Kevin Lunday.
Der Treibstoff soll laut der US-Behörde nicht nur in den Ballasttanks des Schiffes transportiert worden sein, die normalerweise mit Wasser gefüllt werden, um etwa die Stabilität zu regulieren. Auf dem Schiff habe es zudem mehrere Container mit mutmaßlich illegal gehandeltem Kraftstoff gegeben. Wie viel Treibstoff sich auf dem Schiff befand und unter welcher Flagge es fuhr, war zunächst nicht bekannt.
