Von UN untersagtNordkorea feuert ballistische Rakete ab
Regelmäßig testet Nordkorea ballistische Raketen und andere Waffensysteme. Dem abgeschotteten Land unter Machthaber Kim Jong Un ist eigentlich untersagt. Südkorea ruft eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats ein und reagiert.
Nach südkoreanischen und japanischen Angaben hat Nordkorea am Samstagmorgen eine ballistische Rakete in Richtung des Meeres vor seiner Ostküste abgefeuert. Die Rakete sei gegen 6.30 Uhr (Ortszeit) vom Gebiet Wonsan aus gestartet worden, erklärte das südkoreanische Militär. Die japanische Küstenwache teilte mit, es habe sich vermutlich um eine ballistische Rakete gehandelt, die anscheinend niedergegangen sei und warnte die Schifffahrt in der Region. Das südkoreanische Präsidialamt berief nach dem Raketenstart eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein. Das südkoreanische Militär erklärte, es habe seine Überwachung wegen weiterer möglicher Raketentests verstärkt und werde Geheimdienstinformationen mit den USA und Japan austauschen.
Vor dem Raketenstart hatte Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un, eine Erklärung veröffentlicht. Darin wies sie die Forderung Seouls nach einer Entschuldigung für den Einsatz nordkoreanischer Minen zurück. Durch die Minen waren in der Demilitarisierten Zone zwei südkoreanische Soldaten bei einem Aufklärungseinsatz schwer verletzt worden. Die Demilitarisierte Zone ist ein schwer befestigtes, vier Kilometer breites Grenzgebiet zwischen den beiden koreanischen Staaten. Nordkorea hat seine feindselige Haltung gegenüber dem Süden in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Die Regierung in Pjöngjang hat die Wiedervereinigung als nationales Ziel aufgegeben und bezeichnet Südkorea als ihren „Hauptfeind“.
„Wir sind über den Raketenstart informiert und stehen in engem Kontakt mit unseren Verbündeten und Partnern“, teilte das zuständige Regionalkommandos des US-Militärs Pacom auf der Plattform X mit. „Nach derzeitigem Stand stellt dieses Ereignis keine unmittelbare Bedrohung für US-Personal, das US-Hoheitsgebiet oder unsere Verbündeten dar“, hieß es weiter. Das japanische Verteidigungsministerium teilte mit, die Rakete sei wahrscheinlich außerhalb der japanischen ausschließlichen Wirtschaftszone ins Japanische Meer gestürzt.
Nordkorea hatte zuletzt am 20. September mindestens eine ballistische Rakete in diese Richtung abgefeuert. Nordkorea testet regelmäßig ballistische Raketen und andere Waffensysteme. Nach Einschätzung von Fachleuten dienen die Tests dazu, die militärischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und Stärke zu demonstrieren. Dem abgeschotteten Land unter Machthaber Kim Jong Un ist es gemäß mehrerer Resolutionen des UN-Sicherheitsrats grundsätzlich untersagt, ballistische Raketen abzufeuern.
