KURZMELDUNG · INTERNATIONAL
Im Social-Media-Feed erscheint eine falsche Behauptung zum Klimawandel. Manche widersprechen öffentlich, andere schicken privat einen Faktencheck – viele scrollen weiter. Eine am 29. September 2026 veröffentlichte Studie zeigt: Wer das Klimathema persönlich wichtig findet, berichtet häufiger von solchen Korrekturen.
Die Forschenden befragten 1.392 Social-Media-Nutzer:innen. Sie erfassten öffentliche Widersprüche, private Hinweise, direkte Widerlegungen und das Weiterleiten oder Heranziehen von Faktenchecks.
Mehr Aufmerksamkeit für Klimathemen hing zunächst mit einer höheren Bereitschaft zum Korrigieren zusammen. Besonders konsistent war aber die sogenannte „issue salience“: Gemeint ist, wie wichtig und relevant eine Person das Thema für sich selbst findet. Auch die Annahme, Medieninhalte könnten andere beeinflussen, spielte bei manchen Korrekturhandlungen eine Rolle, der Zusammenhang war jedoch weniger einheitlich.
Die Daten beruhen auf Selbstauskünften und belegen keine Ursache. Es könnte auch sein, dass engagierte Menschen häufiger korrigieren und das Thema zugleich als wichtiger einstufen. Häufiges Korrigieren sagt zudem nichts darüber aus, ob eine Reaktion sachlich richtig oder hilfreich ist; ob die Ergebnisse auch für Gesundheit, Migration, Politik oder KI gelten, bleibt offen.
Für Faktenchecks weist die Studie auf ein allgemeines Muster hin: Die Widerlegung allein muss Menschen noch nicht zum Eingreifen bewegen. Wer zusätzlich verständlich macht, was eine Falschbehauptung mit Alltag, Gesundheit, Familie oder gesellschaftlichen Entscheidungen zu tun hat, kann persönliche Relevanz sichtbar machen – ob das tatsächlich mehr wirksame Korrekturen auslöst, müsste aber eigens untersucht werden.
Quellen
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