Ende September brennt eine Starlink-Station in Polen, die auch für die Ukraine wichtig ist. Jetzt wurden in Deutschland zwei Verdächtige festgenommen. Die polnische Regierung vermutet Russland hinter dem Vorfall.
Nach einem Brand in einer Anlage des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in Polen hat Regierungschef Donald Tusk die Festnahme von zwei Verdächtigen in Deutschland bekannt gegeben. Die deutsche Polizei habe die beiden türkischen Staatsbürger im Auftrag der polnischen Behörden festgenommen, erklärte Tusk im Onlinedienst X.
Sie stehen demnach im Verdacht, die Starlink-Station in der zentralpolnischen Region Masowien in Brand gesetzt zu haben. Tusk sprach von einem „weiteren Akt hybrider Kriegsführung“. Die polnische Regierung in Warschau erklärte, sie vermute Russland hinter dem Vorfall.
Station mit wichtiger Rolle für ukrainische Streitkräfte
Die Station im Besitz des staatlichen Telekommunikationsunternehmens Exatel war Ende September angezündet, durch den Brand aber nicht zerstört worden. Sie wird nach Angaben der polnischen Behörden unter anderem dazu genutzt, Internetdaten durch Polen und auch in die Ukraine zu leiten. Sie wird auch von SpaceX-Systemen genutzt, die über Starlink-Terminals eine Internetverbindung bereitstellen.
Starlink wird vom Raumfahrtunternehmen SpaceX des US-Tech-Multimilliardärs Elon Musk betrieben und spielt für die Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte eine wichtige Rolle. Der polnische Digitalminister Krzysztof Gawkowski sagte am Tag nach dem Feuer: „Diese Sabotage war absichtlich so konzipiert, um die Station außer Betrieb zu setzen.“ Durch das Feuer sei „der Internetzugang für verschiedene Institutionen gestört worden, einschließlich der ukrainischen Armee“.
Polen beschuldigte Russland mehrfach der Sabotage
Musk hatte die Starlink-Dienste für die Ukraine nach dem Beginn der russischen Invasion 2022 freigeschaltet. Polen übernimmt nach eigenen Angaben die Kosten für die Abonnements der Ukraine. Das ukrainische Militär ist bei der Kommunikation auf dem Schlachtfeld und für Drohneneinsätze auf Zehntausende Starlink-Terminals angewiesen.
Das NATO- und EU-Mitglied Polen hat Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 schon mehrfach „Sabotage“ vorgeworfen. Polen ist der wichtigste Umschlagplatz für westliche militärische und humanitäre Hilfe für die Ukraine. Tusk hatte im September vor hybriden Angriffen Russlands mit Drohnen oder sogar Raketen auf Verbündete der Ukraine gewarnt.
