„Hier ist Microsoft. Auf Ihrem Computer wurde Schadsoftware entdeckt.“ – Solche Anrufe gehören zu den langlebigsten Betrugsmaschen im DACH-Raum. Wer reagiert, riskiert Datenverlust, hohe Schäden und im schlimmsten Fall die Übernahme des eigenen Rechners. Hier alle wichtigen Informationen, gesammelt und aktuell.
📞 Stand April 2026: Microsoft-Support-Anrufe sind seit über 10 Jahren aktiv und tauchen weiterhin in Wellen auf. Mimikama dokumentiert die Masche seit 2021. Diese Übersicht fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und verlinkt zu konkreten Fallbeispielen.
Wie funktioniert die Microsoft-Support-Masche?
Die Masche beginnt fast immer gleich: Ein angeblicher Mitarbeiter von Microsoft – manchmal auch von Apple, der Bank oder einer anderen vertrauenswürdigen Marke – ruft an oder ein verstörendes Pop-up erscheint im Browser. Die Botschaft ist immer gleich: Auf dem Computer sei Schadsoftware aktiv, die Polizei sei informiert, und nur sofortiges Handeln könne den Schaden begrenzen.
Sobald die Angerufenen reagieren, beginnt der eigentliche Betrug:
- Fernzugriff einrichten: Die Betrüger leiten zur Installation einer Fernwartungs-Software wie AnyDesk oder TeamViewer an.
- Daten ausspähen: Während der angebliche „Support“ am Bildschirm aktiv ist, werden Passwörter, Online-Banking-Zugänge und persönliche Dokumente kopiert.
- Geld abgreifen: Es folgt die Aufforderung, eine „Sicherheitsgebühr“ zu zahlen oder Guthabenkarten (häufig Google Play oder Apple) zu kaufen und die Codes durchzugeben.
- Konto leer räumen: Wer Bankzugänge preisgibt, riskiert massive Abbuchungen, oft erst Tage später.
Typische Warnsignale
- Microsoft ruft niemals unaufgefordert an. Echte Support-Kontakte erfolgen nur, wenn die Nutzerin oder der Nutzer selbst aktiv geworden ist.
- Pop-ups mit Telefonnummern sind grundsätzlich verdächtig. Microsoft baut so etwas nicht in Windows ein.
- Englische Akzente, technische Fachsprache, Druck und Drohungen sind klassische Merkmale.
- Aufforderungen, Guthabenkarten zu kaufen, sind eindeutige Betrugsindikatoren – kein seriöses Unternehmen verlangt das.
- Fernwartungssoftware installieren: Wer dazu auffordert, ohne dass man selbst aktiv ein Problem gemeldet hat, will Zugriff auf den Rechner.
Was tun, wenn der Anruf kommt?
- Auflegen. Ohne Diskussion. Echte Stellen melden sich nicht so.
- Keine Software installieren, die jemand am Telefon empfiehlt.
- Keine Fernwartung zulassen, auch nicht „kurz zur Prüfung“.
- Pop-ups schließen, notfalls den Browser über den Task-Manager beenden.
- Keine Daten preisgeben – weder Passwörter, noch Bankdaten, noch Codes von Guthabenkarten.
Wer schon reagiert hat: Sofortmaßnahmen
- Computer sofort vom Internet trennen (WLAN aus, Netzwerkkabel ziehen).
- Bank kontaktieren und Konten sperren lassen.
- Passwörter ändern – am besten von einem anderen, sauberen Gerät aus.
- Anzeige bei der Polizei erstatten. In Deutschland zusätzlich der Bundesnetzagentur melden, in Österreich der RTR.
- Computer prüfen lassen oder neu aufsetzen, wenn Fernzugriff erfolgt ist.
Ruft Microsoft tatsächlich Privatkunden an?
Nein. Microsoft nimmt keinen unaufgeforderten Telefonkontakt zu Privatkundinnen und -kunden auf. Wer einen solchen Anruf erhält, kann sicher sein, dass es sich um Betrug handelt.
Was tun, wenn ein Pop-up auf dem Bildschirm erscheint?
Pop-ups, die zur Eingabe einer Telefonnummer auffordern oder vor angeblicher Schadsoftware warnen, sind Betrug. Den Browser schließen, gegebenenfalls über den Task-Manager beenden. Auf keinen Fall die angegebene Nummer anrufen.
Ich habe Fernzugriff erlaubt – was nun?
Sofort die Internetverbindung trennen, Bank kontaktieren, Passwörter von einem sauberen Gerät aus ändern und den Computer professionell prüfen oder neu aufsetzen lassen. Anzeige bei der Polizei erstatten.
Wo melde ich solche Anrufe?
In Deutschland an die Bundesnetzagentur, in Österreich an die RTR. Beide Behörden sammeln Meldungen und können bei häufiger Auffälligkeit von Nummern eingreifen.
Können Microsoft-Support-Anrufe auch Apple- oder Banken-Imitationen sein?
Ja. Die gleiche Masche taucht regelmäßig im Namen anderer Marken auf – etwa als „Apple-Support“, „Telekom“ oder „PayPal“. Die Methode ist immer die gleiche: Druck aufbauen, Fernzugriff erschleichen, Geld oder Daten abgreifen.
Mimikama-Faktenchecks zum Thema
Mimikama dokumentiert Microsoft-Support-Betrug seit 2021. Hier eine Auswahl der wichtigsten Fallbeispiele und Warnungen:
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