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„Brutal angespannte“ Lage: Bauern fürchten „totale“ Ernteausfälle durch Dürre

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Brutal angespannte“ LageBauern fürchten „totale“ Ernteausfälle durch Dürre

Dieser nicht beregnete Kartoffelacker ist eine trockene Angelegenheit. (Foto: picture alliance/dpa)

Der deutsche Dürresommer trifft auch die Landwirtschaft hart. Im Süden des Landes könnte es in manchen Bereichen sogar zu kompletten Ertragsausfällen kommen, fürchtet der Bauernverband. Das treibt Landwirte mitunter zu verzweifelten Maßnahmen.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit rechnet der Deutsche Bauernverband in diesem Jahr mit massiven Ernteeinbußen bis hin zum Totalausfall. „Wir gehen von einer unterdurchschnittlichen Ernte bei Getreide, hier insbesondere beim Weizen, und bei Raps aus“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Für die Herbstkulturen zeichnet sich in der Tendenz ab, dass wir auch hier mit erheblichen Ertragseinbußen rechnen müssen.“ Das gelte für Kartoffeln, Gemüse und Zuckerrüben, aber auch für Körnermais und Sojabohnen. „In südlichen Teilen Deutschlands könnte das bis zum totalen Ertragsausfall gehen“, sagte Rukwied.

Etwas besser ist es demnach in nördlichen Regionen, wo es immer wieder etwas geregnet hat. Dort sähen die Bestände noch akzeptabel aus, sagte Rukwied. In der Tendenz werde es aber auch da „unterdurchschnittliche Ernten“ geben. Und nicht nur das: „Was insgesamt und vor allem in Süddeutschland gerade ein Problem wird, ist, dass kein Futter mehr nachwächst.“ Seine komplette, auf endgültigen Zahlen fußende Erntebilanz stellt der Deutsche Bauernverband am Dienstag vor.

Große finanzielle Belastung

Rukwied zeichnete ein düsteres Bild der Lage in der Landwirtschaft. „Die Belastungen sind immens. Ich kenne Kollegen, die ihre Pflanzenschutz- und Düngemittelrechnungen nicht mehr bezahlen können und zur Bank gehen müssen“, sagte er. Die Nachfrage nach Liquiditäts- und Überbrückungsdarlehen sei hoch. „Manche greifen auf die Ersparnisse ihrer Frau oder ihre Lebensversicherung zurück“, sagte Rukwied, der seit 14 Jahren dem Bauernverband als Präsident vorsteht und der im nächsten Jahr nicht wieder antritt. „Die ökonomische Situation der Landwirtschaft ist brutal angespannt – auf der einen Seite hohe Kosten bei Betriebsmitteln und auf der anderen Seite niedrige Preise für landwirtschaftliche Produkte.“

Die Trockenheit treffe die Betriebe massiv, sagte Rukwied. Kartoffeln seien beispielsweise oftmals unter Beregnung. Das sei teuer, helfe aber wenigstens, Menge und Qualität zu halten. „Bei Jungpflanzen wiederum hören wir, dass es zu zahlreichen Stornierungen kommt. Die Landwirte können sie nicht abnehmen, weil sie kein Wasser haben und die Pflanzen nicht hochbekommen“, erklärte der Landwirt. Insgesamt könnten nur rund drei Prozent der landwirtschaftlichen Fläche bewässert werden.

Auf den Klimawandel reagiere die Landwirtschaft mit vielfältigeren Fruchtfolgen, wasserschonenden Verfahren wie Mulchsaat und Direktsaat oder durch Baumstreifen, die ein anderes Mikroklima schaffen würden. „Was wir brauchen, ist mehr Freiheit und weniger Reglementierung. Man muss uns machen lassen und Innovationen ermöglichen“, sagte Rukwied mit Blick auf die Bundesregierung und auf die EU.

Quelle: ntv.de, lme

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