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Startseite»Politik»Deutscher Wetterdienst: Hitzewarnungen, Gewitter, Starkregen
Politik

Deutscher Wetterdienst: Hitzewarnungen, Gewitter, Starkregen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 18, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 18.06.2026 • 10:09 Uhr

Auf Deutschland kommt eine Hitzephase mit Werten von mehr als 30 Grad zu. Der Deutsche Wetterdienst warnt zudem vor Gewitter mit heftigem Starkregen, für den Südwesten gelten Hitzewarnungen.

Deutschland steuert auf heiße Tage zu. Schon am heutigen Donnerstag herrscht laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bis zu einer Höhe von 600 Metern starke Wärmebelastung – eine extreme Belastung für alte und pflegebedürftige Menschen.

Der Wetterdienst rät, körperliche Aktivitäten nach Möglichkeit zu vermeiden, sich der Hitze möglichst nicht auszusetzen, ausreichend zu trinken und die Innenräume kühl zu halten. Am Donnerstag seien am Oberrhein bis 36 Grad möglich. In etwa südlich einer Linie Münsterland-Berlin würden 30 Grad und mehr erreicht.

Verantwortlich für die Hitzephase ist Hoch „Gorgias“, das sich von Südwesteuropa nach Mitteleuropa schiebt und eine heiße und feuchte Luftmasse aus Nordwestafrika nach Deutschland bringt. Viel Sonnenschein heizt die Temperaturen vor allem im Südwesten weiter an.

Am Abend sind im äußersten Nordwesten und Westen heftige Gewitter möglich. In einigen Ballungsräumen West- und Südwestdeutschlands folgt eine Tropennacht, das bedeutet, es wird nicht kühler als 20 Grad.

Hitzewarnungen im Südwesten Deutschlands

Für große Teile Südwestdeutschlands hat der DWD sogar Hitzewarnungen ausgesprochen. Die Experten gaben eine Warnung für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland sowie Teile Nordrhein-Westfalens, Hessens und Bayerns aus. Die amtliche Warnung für diese Regionen gilt demnach von Donnerstag 11 Uhr bis 19 Uhr.

In Bayern erwartet der DWD heute Temperaturen stellenweise bis 34 Grad. Am Freitag könnte es sogar noch heißer werden mit Werten bis 37 Grad. Am heißesten dürfte es den Vorhersagen der Meteorologen zufolge am Untermain und entlang der Donau werden. Die erwartete Hitze könnte aber bereits am Freitag auch sommerliche Gewitter am Nachmittag und Abend mit sich bringen, etwa am Alpenrand. Es bleibt heiß bei Höchstwerten zwischen 32 und 37 Grad.

Heftige Gewitter nach schwülheißem Freitag

Der Freitag wird bei 30 bis 35 Grad schwülheiß, im Südwesten können es 38 Grad werden. Im Tagesverlauf drohen unwetterartige Gewitter mit heftigem Starkregen, Überflutungsgefahr, Hagel und Sturmböen. Eine geringere Gefahr dafür sieht der DWD im Osten und Süden. „Am Wochenende bleibt uns das schwülheiße Wetter samt regional teils unwetterartigen Gewittern erhalten“, sagt DWD-Meteorologe Marcel Schmid. Erneut muss man sich auf 30 bis 37 Grad einstellen.

Auch im Norden wird es in den kommenden Tagen mit bis zu 33 Grad heiß.Teilweise kommt die Sonne raus, es steigt aber das Gewitterrisiko mit örtlicher Unwettergefahr.

Cottbus begegnet Hitze mit Nebelmaschine

Mit einer Wassernebel-Anlage will die Stadt Cottbus für Abkühlung sorgen. Die Stadt hat die Anlage, die Wasser fein zerstäubt, in der Nähe der Stadthalle installiert. Die Bürger können auch eine sogenannte Klima-Kiste als kühleren Ort in der Cottbuser Innenstadt aufsuchen – die Temperaturen sind dort nach Angaben der Stadt bis zu 12 Grad niedriger im Vergleich zur Außentemperatur. In dem etwa 35 Quadratmeter großen Holzpavillon schaffen viele Pflanzen, Wasser und Schatten Abkühlung.

Krankenhäuser fordern Hitzeschutz

Mit den Hitzetagen bricht auch eine belastende und teils gefährliche Zeit an für Ältere, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen. Die Gefäße erweiterten sich, was den Blutdruck senke und dafür sorge, dass das Herz schneller und stärker pumpen müsse. Dadurch steige bei Vorerkrankten das Risiko für Herzinfarkt, Rhythmusstörungen und Herzinsuffizienz.

Durch Schwitzen droht auch Dehydration – also Flüssigkeitsmangel -, was wiederum einen Kreislaufkollaps oder Thrombosen begünstigen könne.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, warnte vor den Folgen der Hitzewelle für Patienten und Klinikpersonal. „In den kommenden heißen Tagen werden viele Patientinnen und Patienten, aber auch Klinik-Beschäftigte buchstäblich spüren, welche Folgen die chronische Unterfinanzierung der Krankenhäuser hat“, sagte Gaß der Rheinischen Post. „Wir haben ein mehrjähriges Klima-Investitionsprogramm in Höhe von 31 Milliarden Euro vorgeschlagen, das auch Kühltechnik umfassen soll.“

Hitze als „stiller Killer“

Hitze wird oft als „stiller Killer“ bezeichnet – auch, weil sie selten direkt als Todesursache in die Statistiken eingeht. Stattdessen modellieren Institutionen wie das Robert Koch-Institut (RKI) oder das Umweltbundesamt die sogenannte Übersterblichkeit: Das heißt, sie erfassen, wie viele Menschen im konkreten Zeitraum einer Hitzeperiode gestorben sind und inwieweit dies die Todeszahlen in einem ähnlichen Zeitraum ohne Hitze übersteigt.

Das RKI schätzt, dass im vergangenen Jahr rund 2.500 Menschen hitzebedingt gestorben sind. In heißeren Sommern als 2025 lag diese Zahl schon um ein Vielfaches höher.

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