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Startseite»Nachrichten»Harting springt Ansah bei: „Owen hat zu keinem Zeitpunkt eine Dopingkontrolle verweigert“
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Harting springt Ansah bei: „Owen hat zu keinem Zeitpunkt eine Dopingkontrolle verweigert“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Harting springt Ansah bei

„Owen hat zu keinem Zeitpunkt eine Dopingkontrolle verweigert“

Owen Ansah sorgt bei der Leichtathletik-EM für Aufsehen. Über 100 Meter holt er Bronze, über 200 Meter könnte es sogar noch besser laufen. Doch auf dem Sprinter lastet der Schatten eine langen Sperre. Robert Harting stellt sich an die Seite des Beschuldigten.

Im brisanten Fall des deutschen Sprinters Owen Ansah stellt sich Olympiasieger Robert Harting klar auf die Seite des Athleten. In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber RTL/ntv sieht der frühere Diskus-Weltmeister die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) in der Verantwortung. Harting hält es für möglich, dass es bei der Dopingkontrolle zu einem organisatorischen Fehler gekommen sei.

„Der zuständige Kontrolleur der NADA könnte durch weitere anstehende Kontrollen anderer Athleten unter Zeitdruck geraten sein, weswegen er Ansah nicht zum Flughafen begleiten wollte“, vermutet Harting. Fakt sei, dass Owen Ansah eine Kontrolle am Flughafen angeboten habe.

„Verweigerung vom Tisch“

Eine solche Terminüberschneidung könnte zum „Widerstand im Begleitungswillen und zur fehlerhaften Anweisung des Kontrolleurs“ geführt haben. „Damit wäre der Fehler nicht beim Sportler entstanden, sondern innerhalb der Organisation und der Durchführung der Kontrolle“, so Harting weiter. Ansah habe die Kontrolle angeboten. Damit sei „eine Verweigerung vom Tisch“.

Zudem betont Harting, dass die NADA und ihre Kontrolleure nicht frei von Fehlern seien, und berichtet von Erfahrungen aus seiner aktiven Karriere. „Verfahrensaufklärung habe ich in meiner Karriere bei mindestens zwei Kontrolleuren selber gemacht“, schreibt Harting. Er habe mehrfach Protokolle vor der Unterschrift korrigieren müssen, „weil der Kontrolleur sich im Kommentarfeld selber schützen wollte“.

Anweisungsfehler keine Seltenheit?

Nach Angaben des Diskus-Olympiasiegers von 2012 seien auch Anweisungsfehler bei Dopingkontrollen keine Seltenheit. Darüber hinaus berichtet Harting von einem weiteren Vorfall, welcher die Dopingkontrolleure in ein schlechtes Licht rückt: „Mindestens einen Kontrolleur habe ich privat mit Athleten abhängen, soziale Kontakte pflegen und seltsame Absprachen machen sehen.“ Sein Fazit fällt entsprechend deutlich aus: „Diese Erfahrungen zeigen: Die NADA ist nicht fehlerlos. Auch Kontrolleure können Verfahrensfehler machen.“

„Ansah ist sauber“, bezieht Harting Position und verweist auf die von Ansah abgegebenen negativen direkten Wettkampf- und Trainingsproben nach dem Vorfall. Statt das Verfahren gegen den Sprinter weiterzuverfolgen, solle sich die NADA „auf Dopingsünder konzentrieren“ und sicherstellen, dass Kontrollen insbesondere im Registered Testing Pool (RTP) von qualifiziertem Personal durchgeführt würden. Seine Forderung: „Die NADA muss das Verfahren gegen Ansah einstellen und akzeptieren, dass der Fehler bei ihnen liegt.“ Für Harting ist klar: „Ansah hat zu keinem Zeitpunkt eine Dopingkontrolle verweigert.“

Bei der Europameisterschaft gelingt es dem Sprinter bislang das drohende Horrorszenario auszublenden. Über 100 Meter gewann er bereits Bronze, in das 200-Meter-Finale am Freitagabend geht er mit der besten Zeit aus dem Halbfinale (20,04). Es winkt ein historischer Coup: Seit 40 Jahren hat kein Deutscher mehr eine EM-Medaille über die 200 Meter gewonnen. „Ich freue mich und dann wird man sehen, wofür es am Ende reicht.“ Top-Favorit Zharnel Hughes aus Großbritannien lief im Halbfinale bei günstigerem Rückenwind 20,05 Sekunden. 

Verwendete Quellen: ntv.de, toe/tno

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