Trump warf Verschwendung vorPrüfer sprechen Ex-Fed-Chef Powell von Fehlverhalten frei
Der US-Präsident warf Fed-Chef Powell vor, verantwortlich für die Kostenexplosion bei der Sanierung des Fed-Gebäudes zu sein. Von Trumps Vorwurf spricht ein interner Prüfbericht ihn nun mittlerweile frei. Gründe für Kritik an der Teuerung sieht der Prüfer trotzdem.
Der interne Prüfer der US-Notenbank hat bei der von Präsident Donald Trump kritisierten Verteuerung einer Gebäude-Renovierung keine Hinweise auf strafrechtliches oder administratives Fehlverhalten gefunden. Es gebe keinen Grund für die Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden, teilte der Generalinspekteur mit. Der Bericht stellte jedoch erhebliche Mängel bei der Projektüberwachung fest. Die Kostenexplosion bei dem Umbau der historischen Fed-Gebäude in Washington hatte Trump zum Anlass genommen, den damaligen Fed-Chef Jerome Powell anzugreifen. Trump hatte versucht, Powell aus dem Amt zu drängen, um mehr Einfluss auf die Geldpolitik zu gewinnen.
Die Kosten für das Projekt belaufen sich mittlerweile auf rund 2,4 Milliarden Dollar, was einer Überschreitung der ursprünglichen Planung um etwa eine Milliarde Dollar entspricht. Der Prüfbericht stellte klar, dass von Kritikern aus dem Weißen Haus bemängelte Designelemente wie Marmor oder Wasserspiele nicht wesentlich zu der Kostenexplosion beigetragen hätten. Vielmehr seien Verträge unzureichend gestaltet worden.
Der seit Mai amtierende neue Fed-Chef Kevin Warsh erklärte, er werde die Empfehlungen zum Projektmanagement umsetzen und einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer beauftragen. Dieser solle die Richtigkeit aller bisherigen Ausgaben überprüfen.
Im US-Kongress gab es die erwarteten Reaktionen entlang der Parteigrenzen. Der republikanische Senator Tim Scott nannte die Kostenüberschreitungen ungeheuerlich und kündigte eine strenge Aufsicht an. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren erklärte indes, die Ergebnisse zeigten, dass es keine Grundlage für eine Wiederaufnahme der „Hexenjagd“ des Präsidenten gegen Powell gebe.
Der Streit um die Renovierung ist Teil einer seit 2018 andauernden Auseinandersetzung zwischen Trump und Powell, in der Trump immer wieder Zinssenkungen gefordert hatte. Die Spannungen eskalierten im Januar 2026, als das Justizministerium Vorladungen an die Fed ausstellte. Powell warf der Regierung daraufhin Einschüchterung vor. Ein Bundesrichter hob die Vorladungen im März auf und gab Powell recht, dass diese lediglich ein Vorwand gewesen seien, um ihn zu Zinssenkungen oder zum Rücktritt zu drängen. Daraufhin wurde der Fall an den internen Prüfer der Fed übergeben.
Powell ist inzwischen als Vorsitzender abgetreten, verbleibt jedoch als einfaches Mitglied im Direktorium der Notenbank, bis die Untersuchung vollständig abgeschlossen ist. Das Büro der zuständigen Staatsanwältin teilte mit, es prüfe den Bericht.
