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Verheerende Zustände an Bord?: US-Militär wehrt sich gegen Ekel-Berichte von Flugzeugträger

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Verheerende Zustände an Bord?US-Militär wehrt sich gegen Ekel-Berichte von Flugzeugträger

Die „USS Abraham Lincoln“ im Einsatz im Nahen Osten. (Foto: via REUTERS)

Die „USS Abraham Lincoln“ ist seit über 250 Tagen im Dauerdienst. Berichten zufolge herrschen auf dem Flugzeugträger schlimme Zustände. Doch das US-Militär versucht die negativen Darstellungen zu kontern.

Das US-Militär hat Berichte über Missstände auf dem im Nahen Osten eingesetzten Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ zurückgewiesen. Der Flugzeugträger weise unter allen der US Navy eine der höchsten Wiederverpflichtungsraten der Besatzung mit 84,4 Prozent auf, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf X mit. Eine solche Rate beschreibt den Anteil der Soldaten, die freiwillig weiter im Militär bleiben, nachdem ihre Vertragszeit abgelaufen ist.

Von Centcom hieß es weiter, die Matrosen und Marines blieben widerstandsfähig und entschlossen, nachdem sie mehr als 260 Tage auf See verbracht hätten. Anders als berichtet sei kein Besatzungsmitglied an Bord des Flugzeugträgers ums Leben gekommen. Ein Matrose, der am 3. August über Bord gegangen sei, sei schnell und sicher geborgen worden, hieß es weiter. Centcom sprach von Falschberichterstattung.

Iranische Medien hatten berichtet, bei gewaltsamen Auseinandersetzungen an Bord des Flugzeugträgers seien sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Stimmung an Bord sei angespannt.

Verschimmelte Duschen, rationierte Essen

Der Senator aus dem Bundesstaat Connecticut, Richard Blumenthal, hatte die US-Regierung zuvor auf X aufgefordert, sie solle erklären, was sie tue, um die Streitkräfte an Bord zu unterstützen. „Weitverbreitete Berichte über Versorgungsengpässe, Probleme bei den Sanitäranlagen, eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit und mehr erfordern sofortiges Handeln“, hieß es weiter.

Fehlende Seife und verstopfte Klos sind demnach nicht einmal das schlimmste Problem: Bei Soldatinnen und Soldaten sei eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit festzustellen, hieß es in der offiziellen Anfrage. Es seien „Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Außendecks“ geäußert worden und, ebenfalls unschön für die Besatzung: Störungen im Postverkehr hätten dazu geführt, dass viele an das Schiff adressierte Versorgungspakete über Monate auf dem Transportweg verloren gegangen seien.

Die „Navy Times“ berichtet von mehreren Suizidversuchen in der jüngeren Vergangenheit auf dem Schiff der US-Marine. Es gebe zudem Berichte über „verschimmelte Duschen, nur sporadisch warmes Wasser, rationierte Mahlzeiten und Seife, defekte Toiletten sowie zermürbende Schichten von 12 bis 16 Stunden ohne freie Tage“, so der demokratische Senator Ruben Gallego.

Demokraten fordern Hegseth-Rauswurf

Die US-Militärzeitung „Stars and Stripes“ berichtet von besorgten Familien, die ihrer Wut über die Zustände bei einer Townhall-Veranstaltung in San Diego freien Lauf ließen. Eine Angehörige soll berichtet haben, dass ihr Ehemann ihr geschrieben haben, „er hoffe, dass er morgen nicht mehr aufwache“. In dem Bericht wird auch von enormen psychischen Druck auf die Besatzungsmitglieder gesprochen.

Derweil forderte der Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, auf X den sofortigen Rauswurf von Verteidigungsminister Pete Hegseth. Als dieser nominiert worden sei, habe jeder gewusst, dass er völlig inkompetent sei. „Jetzt zahlen unsere tapferen Matrosen dafür auf schreckliche und unfassbare Weise den Preis.“

Laut Medienberichten soll der Flugzeugträger aus dem Nahen Osten abgezogen und durch die „USS George Washington“ ersetzt werden. Das berichteten das „Wall Street Journal“ sowie die US-Sender CNN und NBC News unter Berufung auf Insider. Laut CNN war der Austausch der Schiffe allerdings bereits vor den Beschwerden geplant.

Mit der aus dem Südchinesischen Meer abgezogenen „USS Abraham Lincoln“ und ihren Begleitschiffen hatte das US-Militär bereits Anfang Januar seine Präsenz im Nahen Osten ausgebaut. Am 28. Februar hatten die USA und Israel Militärschläge gegen den Iran begonnen. Seither ist der Flugzeugträger im Arabischen Meer im Einsatz, um die US-Seeblockade gegen Schiffe durchzusetzen, die versuchen, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen.

Quelle: ntv.de, lme/dpa

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