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VIP VIP Hurra!: Halle Berry wird 60 – die „Vogue“ retuschiert derweil 24-Jährige glatt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 14, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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VIP VIP Hurra!Halle Berry wird 60 – die „Vogue“ retuschiert derweil 24-Jährige glatt

14.08.2026, 17:16 Uhr Von Verena Maria Dittrich
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Sieht aus wie das blühende Leben: Hollywood-Schauspielerin und Geburtstagskind Halle Berry. (Foto: picture alliance / Millie Turner/Invision/AP)

Was verraten unsere Google-Suchen eigentlich über uns? Warum sieht ein Discounter-Prospekt plötzlich aufregender aus als die wichtigste „Vogue“ des Jahres? Die neue Ausgabe der Promikolumne.

Was haben Sie zuletzt gegoogelt? Ich meine den letzten echten Suchbegriff, der vermutlich sehr viel über den Zustand Ihres Lebens verrät. „Waschmaschine müffelt – Gründe“ vielleicht. „Können Katzen beleidigt sein?“ Oder, falls Sie in den vergangenen Tagen zu einer offenbar stark wachsenden Gruppe gehörten: „Halle Berry Haut“.

Die Schauspielerin wird an diesem Freitag, man kann es kaum glauben, tatsächlich 60 Jahre alt. Rund um diesen Geburtstag hat eine Beauty-Plattform nun jedenfalls festgestellt, dass die Google-Suchen nach Halle Berrys Haut innerhalb eines Monats um 281 Prozent gestiegen seien. 281 Prozent!

Man kann daraus natürlich schließen, dass sich unser Verhältnis zum Älterwerden verändert hat. Frauen streben – zum Glück – inzwischen weniger danach, jünger auszusehen, als sich gesund und, egal in welchem Alter, wohl in ihrer Haut zu fühlen. Es ist unübersehbar, dass die Schauspielerin mit 60 einfach nur verdammt gut aussieht. Doch statt zu fragen, was hat sie machen lassen, wollen gerade sehr viele Frauen wissen, was sie sich morgens ins Gesicht schmiert, als stünde in ihrem Badezimmerschrank vielleicht doch dieses eine geheimnisvolle, magische Fläschchen, während zu den Suchbegriffen natürlich auch gehören: „Lachssperma Tiefenfeuchtigkeit“, „Schneckenschleim Anti Aging“ und „Korea-Skincare“.

Zwei Nepo-Babys und wegretuschierte Knie

Geneigter Leser, an dieser Stelle eine sehr langweilige kleine, aber effektive Info, die Sie gewiss längst kennen: Am besten helfen immer noch der schnöde Sonnenschutz, eine vernünftige Ernährung und nicht zu viel zu saufen. Auch nicht zu rauchen bringt mehr als überteuerte Seren für ’nen schlappen Hunni. Aber bevor die Promikolumne hier vollends in eine Beauty-Ausgabe kippt, wechseln wir von einer Hollywood-Schauspielerin mit rundem Geburtstag zu einer großen alten Dame der Modewelt: der US-amerikanischen „Vogue“.

Denn während sich die halbe Welt fragt, wie zum Geier Halle Berry so eine fabelhafte Haut haben kann, landen auf dem Cover der „Vogue“ zwei Nepo-Babys, die nicht einmal halb so alt sind, vom wichtigsten Modemagazin der Welt aber schon in so jungen Jahren glattgebügelt werden wie eine Tischdecke für besondere Feierlichkeiten. Für die September-Ausgabe wurden Kaia Gerber und Homer Gere von Steven Meisel fotografiert, zwei schöne junge Leute Mitte 20 und Kinder sehr berühmter und ebenfalls sehr schöner Leute. Kaia Gerbers Mutter ist das einstige Supermodel Cindy Crawford und Homer Geres Vater ist Richard Gere.

Die Promi-Experten unter uns wissen natürlich, dass die Eltern in den 90ern ein Paar waren und ebenfalls gemeinsam auf einem „Vogue“-Cover abgelichtet wurden. Die Idee, nun einfach die Kinder aufs Titelblatt zu setzen, dürfte man bei der „Vogue“ wahrscheinlich für einen ziemlichen Geniestreich gehalten haben. Aber wenn man sich das Ganze anschaut, kann man auch die vielen kritischen Kommentare verstehen, die jedes Discounter-Prospekt aussagekräftiger finden als dieses Cover.

Kaia und Homer stehen Arm in Arm vor grauem Hintergrund, lachen in die Kamera und wurden dabei derart weichgezeichnet, dass man das Gefühl hat, die Retusche hat ein Hamster übernommen. Oder die Katze ist über die Tastatur gelaufen. Wer hat das abgesegnet? Ist niemandem aufgefallen, dass die Tochter von Cindy Crawford plötzlich gar keine Knie mehr hat? Oder hat man sich schlicht gedacht: Egal, Anna Wintour sieht hinter ihrer dicken Sonnenbrille offensichtlich sowieso nicht sehr gut. Und natürlich ist das alles, gemessen an der Lage der Welt, unwichtiger Firlefanz, gerade weil die Retusche ungefähr so alt ist wie die Modefotografie selbst, aber es gab Zeiten, in denen gerade das September-Cover der „Vogue“ eine absolute Ansage war.

Demnächst brauchen wir aber vermutlich weder Koryphäen wie Steven Meisel noch ein Studio, sondern nur noch einen guten Prompt: „Erstelle mir ein ikonisches ‚Vogue‘-Cover, bitte Beine und Knie mitdenken.“

Nick Reiner: Anklage wegen Mordes

Und weil wir gerade bei berühmten Familien und den vielen Dingen sind, die Kinder ihren Eltern verdanken, kommen wir nun zu einer Geschichte, die im Dezember vergangenen Jahres nicht nur Hollywood, sondern Filmfreunde auf der ganzen Welt erschütterte. Rob Reiner, der Regisseur von „Harry und Sally“, und seine Frau Michele Singer Reiner wurden tot in ihrem Haus in Brentwood gefunden. Ermordet. Mutmaßlich von ihrem eigenen Sohn Nick, der den Eltern schon lange Kummer und Sorgen bereitet haben soll.

Viel wurde über das Motiv spekuliert, auch darüber, ob der Sohn sich während der Tat in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben könnte. Er sitzt in Haft. Inzwischen hat ihn eine Grand Jury wegen Mordes angeklagt; die Staatsanwaltschaft geht mittlerweile sogar davon aus, dass er seinen Eltern vor der Tat gezielt aufgelauert habe. Nick Reiner plädiert auf nicht schuldig. Ein Motiv wurde bislang nicht öffentlich genannt, ebenso wenig ist bekannt, auf welche Beweise sich die Anklage im Einzelnen stützt.

Doch ein weiteres Detail macht ebenfalls die Runde. Denn Nick Reiner möchte für seine Verteidigung auf einen Treuhandfonds zugreifen, den seine Eltern für ihn eingerichtet hatten. Im Juni wurde ein entsprechender Antrag gestellt. Die Eltern könnten also, wenn der Zugriff bewilligt wird, über ihren Tod hinaus die Anwälte jenes Sohnes finanzieren, der beschuldigt wird, sie ermordet zu haben.

Erschütternd ist dieses Detail vor allem vor dem Hintergrund, dass die Familie schon einmal versucht hatte, ihre schwierige Geschichte in dem 2016 entstandenen Film „Being Charlie“ gemeinsam zu verarbeiten. Denn Nick hatte schon als Jugendlicher immense Probleme, war mehrfach in Entzugskliniken und zeitweise sogar obdachlos. Nun wird ausgerechnet Geld, das die Eltern ihrem Sohn hinterlassen wollten, möglicherweise Teil des Verfahrens um ihren eigenen Tod.

Noch ist das alles so nah, dass vermutlich niemand auf die Idee käme, darin etwas anderes zu sehen als eine Familientragödie. Aber Hollywood wäre nicht Hollywood, wenn nicht irgendwann auch aus der schlimmsten Wirklichkeit wieder eine Geschichte würde. Vielleicht dauert es ein paar Jahre, aber irgendwann werden wir wahrscheinlich vor einem Bildschirm sitzen und uns ansehen, wie Schauspieler Rob und Michele Reiner spielen. Was heute noch kaum zu begreifen ist, wird dann „nach wahren Begebenheiten“ heißen.

Quelle: ntv.de

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