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Wird Schifffahrt hier zweigeteilt?: Rheinpegel in Kaub nur noch einstellig

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Wird Schifffahrt hier zweigeteilt?Rheinpegel in Kaub nur noch einstellig

Der Pegelstand am Rheinufer in Kaub fällt immer weiter. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Wasserstände des Rheins sind extrem niedrig. Am Ufer des rheinland-pfälzischen Ortes Kaub werden nur noch ein paar Zentimeter gemessen – ein historischer Tiefststand. Das könnte für die ohnehin eingeschränkte Binnenschifffahrt weitere Folgen haben.  

Der Rheinpegel ist an einem wichtigen Punkt für die Schifffahrt unter einen kritischen Wert gefallen. Am Freitagmorgen zeigte der Pegelturm am Ufer bei Kaub in Rheinland-Pfalz nur noch zwischen neun und zehn Zentimeter an, wie der SWR berichtet. Das extreme Niedrigwasser könnte die Schifffahrt nun noch weiter einschränken und den Rhein in zwei Gebiete trennen. Der nach Wochen der Trockenheit historisch niedrige Wasserstand des Rheins hat die Binnenschifffahrt auf Europas wichtigster Wasserstraße bereits in weiten Teilen zum Erliegen gebracht.  

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) hatte zuvor gewarnt, dass der Rhein bei einstelligen Werten in Kaub nicht mehr durchgängig befahr sein könnte. Im Prinzip wäre der Rhein dann zweigeteilt, sagte BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen Anfang der Woche der „Rheinischen Post“. „Die gewerbliche Schifffahrt wird bei derart niedrigen Wasserständen in der Region keinen Gütertransport mehr durchführen können. Gleiches gilt für die Tagesausflugs- und Kreuzfahrtschifffahrt“, so Schwanen. 

Lage dürfte sich noch verschärfen

Dem SWR zufolge entscheiden die Binnenschiffer selbst, ob sie noch fahren können. Der Pegel in Kaub, zwischen Koblenz und Mainz gelegen, sei ein Referenzwert für die Rheinschifffahrt, heißt es. In dem Bereich sei die Fahrrinne ohnehin relativ flach. Bereits jetzt ist die Schifffahrt südlich von Kaub nur noch begrenzt möglich. Am Wochenende dürfte sich die Situation verschärfen. Die Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz erwarte in Kaub dann Pegelstände von nur noch fünf bis sechs Zentimeter, heißt es.  

Bereits am Donnerstag wurde ein neuer Tiefststand verzeichnet: Der Wasserstand fiel in Kaub nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) auf zwölf Zentimeter. Damit wurde der bisherige Negativrekord von 25 Zentimetern aus dem Jahr 2018 weit unterboten. „Die Nord-Süd-Schifffahrt kommt an diesem Punkt faktisch zum Erliegen“, sagte ein Rohstoffhändler. Einige Schiffe säßen südlich von Kaub fest, andere kehrten auf der Suche nach Aufträgen nach Norden um. Schiffe auf den nördlichen Rheinabschnitten fahren Händlern zufolge oft nur noch mit einem Fünftel ihrer üblichen Ladung, um nicht auf Grund zu laufen.  

In Ostfrankreich ist Sprit knapp

Die Folgen des Niedrigwassers in Rhein machen sich auch im Nachbarland Frankreich bemerkbar – etwa bei den Autofahrern im Osten des Landes.  In der Region Grand Est, zu der unter anderem das Elsass und Lothringen gehören, waren am Freitagmorgen nach französischen Behördenangaben 14 Prozent der Tankstellen unterversorgt. Wegen der niedrigen Pegelstände ist die Binnenschifffahrt stark beeinträchtigt, viele Kraftstofflieferungen erreichen deshalb nicht mehr den Hafen von Straßburg. 

Landesweit haben den Angaben nach nur drei Prozent der Tankstellen Versorgungsprobleme. Und auch innerhalb der Region Grand Est verschärft sich die Lage mit zunehmender Nähe zum Rhein: in den Vogesen und im Elsass steigt die Quote auf 25 bis 50 Prozent. 

Am Rhein wurden in dieser Woche historische Tiefstände gemessen. Die Binnenschifffahrt stellt das vor große Probleme, da die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren oder sogar gar nicht mehr fahren können.  

Quelle: ntv.de, hul/AFP/rts

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