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Startseite»Nachrichten»Zweifel an bisherigen RKI-Zahlen: Intensivmediziner Uwe Janssens rechnet mit deutlich mehr Hitzetoten
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Zweifel an bisherigen RKI-Zahlen: Intensivmediziner Uwe Janssens rechnet mit deutlich mehr Hitzetoten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 15, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Zweifel an bisherigen RKI-ZahlenIntensivmediziner Uwe Janssens rechnet mit deutlich mehr Hitzetoten

Prof. Dr. Uwe Janssens fordert einen verbindlichen nationalen Hitzeschutzplan und mehr Geld für Kliniken. (Foto: picture alliance / Flashpic)

Die extreme Sommerhitze fordert in diesem Jahr laut Robert Koch-Institut Tausende Menschenleben. Die bisher kommunizierten Zahlen bilden „nicht die gesamte Dramatik“ ab, warnt DIVI-Geschäftsführer Uwe Janssens. Eine bestimmte Gruppe sieht der Arzt besonders gefährdet

Uwe Janssens, der medizinische Geschäftsführer der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), hält die RKI-Schätzung von rund 12.500 hitzebedingten Todesfällen in diesem Sommer für zu niedrig. „Es sind sicherlich mehrere Tausend Todesfälle mehr“, sagte der Intensivmediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Viele Fälle würden nicht als hitzebedingt erfasst, weil auf Totenscheinen etwa Organversagen stehe. Er gehe deshalb davon aus, dass die Zahlen des Robert Koch-Instituts „nicht die gesamte Dramatik abbilden“. Besonders gefährdet seien alleinlebende ältere Menschen mit Vorerkrankungen.

„Ich bin, auch als Bürger, extrem verstört über die Tatenlosigkeit der Bundes- und Landesregierungen“, sagte Janssens. Er fordert einen verbindlichen nationalen Hitzeschutzplan und mehr Geld für den Hitzeschutz in Kliniken. Zudem brauche es mehr Nachbarschaftshilfe, psychosoziale Unterstützung und Netzwerke, um gefährdete Menschen bei Hitzewellen frühzeitig zu erreichen. In Frankreich etwa kontaktierten Kommunen registrierte vulnerable Personen aktiv. In Deutschland hingegen „sterben Menschen nicht nur an der Hitze, sondern letztlich auch an gesellschaftlicher Vernachlässigung“, sagte Janssens.

Das RKI schätzt, dass die Hitze in Deutschland vom 6. April bis zum 2. August zu rund 12.500 Todesfällen geführt hat. Besonders viele Tote gab es demnach während der Hitzewelle vom 22. bis 28. Juni: Für diese Woche geht das RKI von rund 9600 hitzebedingten Todesfällen aus. Dem RKI räumte selbst bereits ein, dass es eine konservative Schätzung sei, die nachträglich noch korrigiert werden könnte.

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ist eine medizinische Fachgesellschaft. Sie vereint Ärzte, Pflegekräfte und Wissenschaftler, die in der Intensivmedizin und Notfallmedizin arbeiten.

Quelle: ntv.de

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