Wer sich als Deutscher für ein Leben im europäischen Ausland entscheidet, wählt am häufigsten die Schweiz oder zunehmend auch Österreich. Auch Spanien ist beliebt – vor allem bei einer Altersgruppe.
Die Schweiz ist weiterhin der beliebteste Wohnort von Deutschen im europäischen Ausland. Anfang vergangenen Jahres hatten dort 329.900 Deutsche ihren Wohnsitz, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Bielefeld oder Mannheim.
Die Zahl der Deutschen in der Schweiz wächst seit Langem: Anfang 2025 hatten im Vergleich zum Vorjahr 6.300 mehr Deutsche ihren Wohnsitz in der Schweiz, das war ein Zuwachs um 1,9 Prozent. Innerhalb von zehn Jahren wuchs die Zahl der Deutschen um 10,7 Prozent beziehungsweise rund 32.000, so das Statistikamt.
Noch schneller wächst sie derzeit in Österreich, das auf Platz zwei im Länderranking folgt. Dort lebten Anfang vergangenen Jahres rund 239.500 Deutsche, die damit dort die größte Ausländergruppe waren. Ihre Zahl hat im Vergleich zum Vorjahr um rund 6.700 oder 2,9 Prozent zugenommen. Binnen zehn Jahren erhöhte sich die Zahl der Deutschen in Österreich um 40,5 Prozent.
Viele ältere Menschen zieht es nach Spanien
Auch Spanien bleibt ein beliebtes Ziel für deutsche Auswanderer: 131.800 Deutsche hatten dort Anfang 2025 ihren Wohnsitz. Innerhalb eines Jahres kamen den Statistikern zufolge 3.800 hinzu (plus 3 Prozent).
Die Daten stammen von der EU-Statistikbehörde Eurostat sowie für die Schweiz vom nationalen Bundesamt für Statistik. Deutsche, die zugleich die Staatsangehörigkeit des Ziellandes haben, werden nicht als im Ausland wohnende Deutsche mitgezählt.
Die Gründe, warum Deutsche in ein anderes Land ziehen, werden in der Statistik nicht erhoben. Im Falle von Österreich und der Schweiz dürfte neben dem attraktiven Arbeitsmarkt die Sprache eine gewichtige Rolle spielen. Erhoben wird allerdings das Alter der Menschen. Auffällig: In Österreich leben mehr jüngere Deutsche, in Spanien eher ältere. Dort war der Anteil der über 65-Jährigen mit knapp 27 Prozent doppelt so hoch wie in Österreich.
