2025 lebte ein signifikanter Teil der Bevölkerung von 11,7 Prozent in einer zu kleinen Wohnung. Noch viel größer ist aber der Anteil der Menschen mit zu großen Wohnungen. Einfache Lösungen gibt es nicht.
Die Wohnungsnot in Deutschland bleibt weiter ein zentrales Thema. Sie hat sich 2025 weiter verschärft, wie das Statistische Bundesamt jetzt ermittelte. Danach leben 11,7 Prozent der Menschen in zu kleinen Wohnungen. Die Quote hat sich damit gegenüber 2024 weiter erhöht, als der Wert noch bei 10,2 Prozent lag.
„Die Suche nach geeignetem und bezahlbarem Wohnraum wird für viele immer schwerer“, so das Fazit der Statistiker. „Das gilt vor allem für jene, die mehr Platz brauchen.“
Wer besonders betroffen ist
Betroffen seien vor allem Familien mit Kindern, Großstädter und Ausländer, so das Amt weiter. Konkret sind besonders Erwachsene mit ausländischer Staatsbürgerschaft ab 18 Jahren betroffen. Deren Anteil lag mit 30,8 Prozent fast fünfmal so hoch wie unter deutschen Staatsangehörigen (6,7 Prozent).
Auch für Familien mit Kindern ist die Lage nicht einfach. 17,6 Prozent dieser Bevölkerungsruppe lebte 2025 in einer zu kleinen Wohnung. Unter den Haushalten mit Kindern waren zwei Erwachsene mit mindestens drei Kindern (32,1 Prozent) sowie Alleinerziehende und deren Kinder (29,6 Prozent) am stärksten von beengten Wohnverhältnissen betroffen. Erwachsene ohne Kinder lagen mit 7,2 Prozent hingegen unter dem Durchschnitt von 11,7 Prozent.
Wenig überraschend ist der Wohnraum vor allem in der Stadt besonders knapp. So war der Anteil der Menschen in überbelegten Wohnungen in größeren Städten (16,9 Prozent) deutlich höher als in Vororten und kleineren Städten (9,6 Prozent) und dreimal so hoch wie in ländlichen Gebieten (5,5 Prozent).
Auch viele unterbelegte Wohnungen
Es gibt aber nicht nur zu wenig Wohnfläche, sondern auch zu viel – was für zusätzliche Anspannung am Wohnungsmarkt sorgt. Statistiker sprechen dann von einer Unterbelegung. Eine Wohnung hat danach mehr Zimmer, als der Haushalt nach EU–Kriterien eigentlich braucht.
Wobei die EU-Kriterien nicht auf die Quadratmeter, sondern auf die Anzahl der verfügbaren Räume im Verhältnis zur Haushaltsgröße abstellen. Die EU-Definition berücksichtigt dabei neben einem Gemeinschaftsraum auch den Bedarf an eigenen Zimmern für Paare, einzelne Erwachsene sowie für Kinder je nach deren Alter.
In ländlichen Gebieten in Deutschland lebte 2024 laut Eurostat fast die Hälfte der Menschen in unterbelegten Wohnungen. Für Deutschland liegen die Schätzungen bei rund 35 bis 45 Prozent der Bevölkerung, die in zu großen Wohnungen lebt. Wobei groß nicht unbedingt Luxus bedeuten muss – und oft auch nachvollziehbare, individuelle Gründe hat.
So kostet den Statistikern zufolge eine kleinere Wohnung oftmals mehr als die alte Bestandsmiete. Der Umzug sei teuer und soziale Kontakte würde verloren gehen, was vor allem ältere Menschen betrifft. Eine Patentlösung gebe es also nicht, helfen würde aber, wenn mehr gebaut werden würde. Eine einfache Umverteilung greift nach Ansicht von Experten zu kurz und ist zudem politisch heikel.
Kein deutsches Phänomen
Beim Thema Wohnungsbelegung kommt auch die EU ins Spiel. Im EU-Durchschnitt lag die Überbelegungsquote mit 16,8 Prozent höher als in Deutschland (11,7 Prozent).
In Rumänien (40,4 Prozent) und Lettland (38,9 Prozent) lebten anteilig die meisten Menschen in überbelegten Wohnungen, in Zypern (2,2 Prozent) und den Niederlanden (4,1 Prozent) die wenigsten.
