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Startseite»Politik»Panini-WM-Sticker: „Mit dieser Nachfrage hätten wir nicht gerechnet“
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Panini-WM-Sticker: „Mit dieser Nachfrage hätten wir nicht gerechnet“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 13, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 13.06.2026 • 08:08 Uhr

Sticker und Sammelalbum zur WM – für viele gehört das seit Kindheitstagen dazu. In diesem Jahr ist die Begeisterung besonders groß, oft sind die Sticker vergriffen. Was kostet ein komplettes Panini-Album?

Seit der Fußball Weltmeisterschaft 1970 gibt es sie, heute gehören sie zu internationalen FIFA-Fußballturnieren wie Fan-Trikots und Länderflaggen: die Panini-Sammelalben. Auch dieses Jahr gibt es wieder ein Album mit den begehrten Sammelbildchen. Schon bevor die allgemeine Fußball-Euphorie das Land erfasst hat, ist die Nachfrage nach den Klebebildern deutlich zu spüren.

Das erlebt auch Johannes Schwarz. Er arbeitet im Collect-it in Dreieich bei Frankfurt. In dem Geschäft, das auf Sammelkarten und Sticker spezialisiert ist, drängen sich die Kunden. 2026 sei sogar „mit Abstand das krasseste Jahr, was wir jemals hatten“, sagt Schwarz. „Also die Nachfrage, damit hätten wir nicht gerechnet. Damit hätte wahrscheinlich auch Panini nicht gerechnet.“

„Täglich weitere Stickerpackets produziert“

Neben Fachgeschäften verkaufen auch Kioske, Supermärkte, Tankstellen und verschiedene Onlinehändler die Sticker – theoretisch.Tatsächlich liest man in Internet-Foren davon, dass die Bilder mancherorts ausverkauft sind.

Doch auch wenn die Sticker gerade schwer zu kriegen sind – Sammler müssen sich laut Panini keine Sorgen machen. Da die Produktion erst nach Abschluss der WM-Qualifikation finalisiert werden konnte, komme es gerade zur Knappheit. Schriftlich teilt Panini mit: „Allerdings werden nach wie vor täglich weitere Stickerpackets produziert und ausgeliefert. Das wird auch über die gesamte Weltmeisterschaft weiter der Fall sein.“

Auch wegen sogenannter Scalper – also Händlern, die große Mengen stark nachgefragter, limitierter Produkte aufkaufen, um sie dann teurer weiter zu verkaufen – müssten sich Sammler laut Panini keine Sorgen machen: Das Angebot übersteige die Nachfrage in der Regel. Ohne Knappheit ist also niemand auf überteuerte Weiterverkäufe angewiesen.

Preis pro Sticker seit 2006 verdoppelt

Die Frage aller Fragen für Sammler dürfte trotzdem sein: Wie viel Geld muss ich investieren, um mein Sammelalbum voll zu kriegen? Dieses Jahr gibt es 980 Sticker im Album, die in Tütchen verkauft werden. So viel vorweg: Es ist ein teures Vergnügen. Eine Tüte kostet 1,50 Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 waren es noch 50 Cent. Allerdings sind zur WM 2026 in jeder Tüte auch sieben Sticker statt fünf.

Schaut man auf die Preise pro Sticker, ist der Preis dennoch gestiegen: Waren es zur Heim-WM 2006 noch 10 Cent, bezahlt man mittlerweile ganze 21 Cent pro Sticker. Die Preise haben sich hier also mehr als verdoppelt.

Auf Nachfrage begründet Panini die Preissteigerung mit höheren Kosten: „Dazu gehören unter anderem Produktionskosten, Papier- und Materialkosten, Energie, Logistik, Vertrieb sowie die allgemeinen Kosten entlang der gesamten Lieferkette.“ Dennoch sei der Konzern bemüht, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Qualität und Umfang einerseits und Sammelerlebnis und wirtschaftlichen Realitäten andererseits herrsche.

Im italienischen Modena werden auch während der WM weiter Panini-Sticker produziert, um die große Nachfrage zu bedienen.

Was ein volles Album kostet

Christian Hesse ist Mathematik-Professor an der Universität Stuttgart und spezialisiert auf Wahrscheinlichkeits-Berechnungen. Er rechnet uns vor, wie viel man für ein volles Album im Schnitt zahlen müsste, wenn man alle Sticker selbst erwirbt. Bei 980 Stickern braucht man rechnerisch rund 7.300 Bilder, bis man trotz Dopplungen alle beisammen hat. „Dann ist man bei 1.600 Euro im Schnitt für ein volles Album.“ In der Realität könne es natürlich manchmal etwas weniger oder mehr sein.

Wer aber alle Seiten im Album voll haben will, der braucht noch zwölf weitere Sticker, die Panini in Kooperation mit Coca Cola veröffentlicht. Diese Sticker sind nicht in den Sammelpäckchen zu finden, sondern nur in Coca-Cola-Flaschen: Je einen Sticker gibt es mit jeder 0,5-Liter-Aktionsflasche. Um die alle zu sammeln, braucht man durchschnittlich 37 Flaschen.

Tausch auch über das Internet

Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben möchte, der sollte versuchen, in bewährter Manier doppelte Sticker mit Gleichgesinnten zu tauschen. Auch wenn es dafür im persönlichen Umfeld keine Möglichkeit gibt, wird man im Internet fündig: Neben Vorlagen, die dabei helfen sollen, über doppelte Sticker Buch zu führen, findet man Tauschgruppen beispielsweise auf Social-Media-Plattformen und in Foren.

Und wem dann noch immer Bilder fehlen, der kann ab Juli bei Panini direkt Bilder nachbestellen: „Pro Person und Bestellung dürfen maximal 50 Sticker nachbestellt werden. Der Preis pro Sticker beläuft sich auf 0,40 Euro.“

Sammelspaß als Milliardengeschäft

Noch versuchen es die Fans aber auf herkömmlichem Weg – mit großer Begeisterung. Das beobachtet auch Collect-it-Geschäftsführer Ulrich Schwarz: „Grundsätzlich ist schon wirklich ein ungebrochener Trend zu den Panini-Stickern zu erkennen. Und die Sammelbereitschaft ist, wie historisch auch, groß.“

Nicht nur ihn dürfte das freuen, denn längst ist aus dem Sammelspaß ein Milliardengeschäft geworden. Laut einem Bericht des US-Portals The Athletic rechnet Panini in diesem Jahr mit Einnahmen von mehr als 1,2 Milliarden durch WM-Lizenzprodukte.

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