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„Schreie und Panik“: Was wir zum Kampf im Cockpit des Flydubai-Flugs und der Notlandung wissen – und was nicht

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Schreie und Panik“Was wir zum Kampf im Cockpit des Flydubai-Flugs und der Notlandung wissen – und was nicht

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Flydubai brachte die israelischen Passagiere einige Stunden nach der Notlandung schlussendlich nach Tel Aviv. (Foto: dpa)

Nach dem gewaltsamen Vorfall im Cockpit eines Flydubai-Flugs auf dem Weg nach Tel Aviv geht die israelische Regierung von einem versuchten Terroranschlag aus. Aber was geschah genau an Bord?

Eine Maschine der Fluggesellschaft Flydubai muss auf dem Weg nach Israel in Saudi-Arabien notlanden. Ein Überblick, was dazu bislang bekannt ist – und was nicht:

Was wir wissen

Der Flydubai-Flug FZ1073 hat auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv gegen 8.44 Uhr Ortszeit ein Notsignal gesendet und ist daraufhin um 9.45 Uhr auf dem Flughafen Tabuk in Saudi-Arabien gelandet.

Die Fluggesellschaft bestätigt eine Auseinandersetzung im Cockpit. Nach Angaben des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu hatte einer der Piloten mit einem Messer auf seinen Kollegen eingestochen, als die Maschine sich Israel näherte. Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtet, die Maschine sei zu Beginn des Vorfalls steil in die Tiefe geflogen.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz spricht später vom „Versuch eines dschihadistischen Anschlags“. Klare Belege zum Motiv des Angreifers gibt es bisher jedoch nicht.

Nach Angaben von Katz haben Passagiere den Angreifer überwältigt. Netanjahu berichtete von einem Telefongespräch mit einem Passagier: Dieser habe ihm geschildert, dass es ihm gemeinsam mit einem Besatzungsmitglied gelungen sei, in das Cockpit vorzudringen. Gemeinsam hätten sie den Angreifer ausgeschaltet, während dieser versucht habe, die Bordgeräte zu beschädigen.

An Bord waren rund 180 Israelis. Die Passagiere wurden laut dem israelischen TV-Sender N12 nach der Landung zunächst angewiesen, sitzenzubleiben und das Flugzeug nicht zu verlassen.

Pilot und Copilot wurden dagegen von Bord gebracht. Beide wiesen Verletzungen auf und kamen nach Angaben des Flughafens Tabuk in ein Krankenhaus.

Der angegriffene Pilot soll dem Bericht zufolge Inder sein. Nach Angaben der Fluggesellschaft wurde die Maschine von einer zweiten Besatzung, die in der Kabine mitreiste, gelandet. Israelischen Medienberichten zufolge handelte es sich dabei um Europäer.

Der Angreifer wurde nach Angaben Netanjahus festgenommen und von den saudi-arabischen Sicherheitsbehörden befragt.

Eine Israelin berichtete dem TV-Sender N12 von großer Angst unter den Passagieren. Es habe „Schreie und Panik“ gegeben. Auch Videos aus der Kabine zeigen Situationen mit weinenden Passagieren.

Die Passagiere wurden laut Medienberichten am späten Nachmittag mit einem Ersatzflugzeug zurück nach Tel Aviv gebracht. Am Flughafen in Tel Aviv warteten zahlreiche Angehörige.

Was wir nicht wissen

Was war der Plan des mutmaßlichen Angreifers? Was genau der Angreifer plante, war zunächst unklar. Netanjahu sagte, der Mann habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz zu bringen.

Was war das Motiv des Angreifers? Israels Verteidigungsminister erläuterte zunächst nicht, worauf er die Einordnung als versuchter „dschihadistischer Anschlag“ stützt.

Handelte der Mann allein oder gibt es Komplizen oder Hintermänner? Nach einem Medienbericht handelt es sich nach israelischer Einschätzung um einen Einzeltäter. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass ein Staat oder eine Terrororganisation Drahtzieher des Vorfalls sein könnte, berichtete der israelische TV-Sender Kan unter Berufung auf israelische Sicherheitskreise.

Woher stammt der Copilot? Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete, der tatverdächtige Copilot stamme aus dem Oman. Dafür gab es aber zunächst keine offizielle Bestätigung. Eigentlich dürfen auf Flügen nach Israel nur Piloten aus Staaten eingesetzt werden, die diplomatische Beziehungen zu Israel unterhalten. Der Oman gehört nicht dazu. Israelische Behörden prüfen derzeit, ob der Pilot eine doppelte Staatsbürgerschaft besaß.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

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