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Startseite»Nachrichten»Forscher haben einen Rat: Studie: Mehr als 30 Minuten sitzen erhöht das Risiko, an Krebs zu sterben
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Forscher haben einen Rat: Studie: Mehr als 30 Minuten sitzen erhöht das Risiko, an Krebs zu sterben

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 6, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Forscher haben einen RatStudie: Mehr als 30 Minuten sitzen erhöht das Risiko, an Krebs zu sterben

Dauersitzen kann ein Gesundheitsrisiko darstellen – doch einfache Übungen helfen laut einer Studie. (Foto: picture alliance / Zoonar)

Alle Menschen sitzen jeden Tag, mal mehr, mal weniger. Laut einer neuen Studie kann es sich auf das Krebsrisiko auswirken, wie lange am Stück jemand sitzt. Bereits mehr als eine halbe Stunde kann zum Problem werden, so die Autoren.

Bewegung ist gesund, zu langes Sitzen hingegen nicht, weiß man mittlerweile. Ein Forschungsteam unter der Leitung der Universität Glasgow hat sich aber mal genauer angeschaut, ab welcher Dauer Sitzen zum Problem wird. Ihre Studie ergab, dass bereits mehr als 30 Minuten am Stück das Risiko erhöhen kann, an Krebs zu sterben. Allerdings gebe es ein einfaches Gegenmittel, so die Autoren.

Die Forschenden hatten Bewegungsdaten von mehr als 91.000 Menschen ausgewertet, die jeweils sieben Tage am Stück ein Gerät bei sich trugen, das ihre Aktivitäten erfasste. Die Probanden wurden danach noch über mehrere Jahre medizinisch begleitet. Die Informationen stammen aus der UK Biobank, einer der weltweit größten und umfassendsten biomedizinischen Datenbanken.

„Unsere Daten zeigen, dass das Sitzen für mehr als 30 Minuten am Stück besonders stark mit einem höheren Krebsrisiko verbunden ist“, sagte Frederick Ho, Hauptautor der Studie von der Universität Glasgow, laut einer Mitteilung. „Die gute Nachricht ist, dass das Aufbrechen der Sitzzeit durch etwas so Einfaches wie einen kurzen Spaziergang eine schützende Wirkung haben kann.“ Die Studie wurde im Online-Fachmagazin „PLOS Medicine“ veröffentlicht.

Hausarbeit soll bereits Risiko vermindern

Wenn täglich eine Stunde sitzender Lebensstil durch leichte körperliche Aktivität wie langsames Spazierengehen oder Hausarbeiten wie Bügeln ersetzt wird, sinkt das Sterberisiko durch Krebs um 12 Prozent, schreiben die Autoren. Wird eine halbe Stunde Sitzen durch moderate Bewegung wie zügiges Gehen ersetzt, sinkt das Risiko um 8 Prozent. Wer jedoch 5 Minuten am Tag intensiv trainiert, statt zu sitzen, könne das Risiko um sogar 22 Prozent senken.

Aktuelle Gesundheitsempfehlungen würden vor allem moderate oder intensive körperliche Betätigung hervorheben, um das Risiko zu vermindern, sagte Ho. „Aber unsere Ergebnisse zeigen, dass leichte Bewegung nicht außer Acht gelassen werden sollte.“ Er hofft, dass weitere klinische Studien dabei helfen können, in Zukunft personalisierte Strategien für die Unterbrechung der Sitzzeit zu entwickeln.

„Gibt auch andere Erklärungen“

Doch wie bewerten nicht an der Studie beteiligte Forscher die Ergebnisse? Der Statistik-Experte Stephen Burgess von der Universität Cambridge betonte, dass die Studie eine Korrelation aufzeige, jedoch keine Kausalität: Es wird kein direkter Zusammenhang zwischen Sitzen und dem Risiko für tödlichen Krebs hergestellt. Aus seiner Sicht könnte die Korrelation auch auf soziale Unterschiede zwischen den Probanden zurückzuführen sein, etwa die Art der Beschäftigung oder die Höhe des Einkommens.

„Die größte Stärke liegt in der Verwendung eines zuverlässigen Messgeräts zur Erfassung des Sitz- und Bewegungsverhaltens der Menschen“, kommentierte Rachel Richardson vom gemeinnützigen Forschungsnetzwerk Cochrane laut Science Media Centre die Studie. In anderen Untersuchungen werde häufig auf Selbstauskunft vertraut, was aber eine unzuverlässige Methode sei. Allerdings kritisiert Richardson, dass die Bewegungsmessgeräte von den Probanden nur für sieben Tage getragen wurden, was ein zu kurzer Zeitraum für verlässliche Schlüsse sein könne.

Quelle: ntv.de, kst

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