KURZMELDUNG · GROSSBRITANNIEN
Das Telefon läutet, eine aufgezeichnete Stimme bietet einen Teilzeitjob an und sagt: „Füge mich auf WhatsApp hinzu.“ Solche automatisierten Anrufe stehen im Mittelpunkt einer Warnung, die das britische Information Commissioner’s Office (ICO) am 9. Oktober 2026 veröffentlicht hat. Die Datenschutzbehörde untersucht den starken Anstieg.
Beim ICO gingen im Juli 2026 insgesamt 1.374 Beschwerden über unerwünschte automatisierte Anrufe ein. Im August waren es 2.178, im September bereits 3.684 – der höchste Stand seit 2021. Diese Zahlen umfassen sämtliche gemeldeten automatisierten Anrufe und dürfen nicht als 3.684 bestätigte WhatsApp-Betrugsanrufe verstanden werden.
BBC News und The Independent berichten von Bandansagen, die zum Hinzufügen einer britisch wirkenden Mobilnummer auf WhatsApp auffordern. Teilweise geht es zuvor um einen angeblichen Teilzeitjob. Simon Fell von der Communications Crime Strategy Group hält es für möglich, dass später Geldtransaktionen, die Nutzung privater Bankkonten oder persönliche Daten verlangt werden.
Andy Curry, Leiter der Ermittlungsabteilung des ICO, geht davon aus, dass die Beschwerden nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Anrufe abbilden. Die Behörde will anhand der Meldungen Muster und mögliche Verantwortliche erkennen. Wie viele der 3.684 September-Beschwerden WhatsApp betrafen und wer hinter den Anrufen steht, ist offen.
Mimikama dokumentierte vergleichbare Anrufe mit britischen Telefonnummern bereits im März 2025 und aktualisierte den Beitrag im April 2026. Die aktuellen Zahlen betreffen Großbritannien; sie belegen keine neue gemeinsame Kampagne in Österreich, Deutschland und der Schweiz.
Ein automatisierter Massenanruf muss den Betrug noch nicht ausführen. Er kann Menschen lediglich zum Wechsel auf einen Messenger bewegen. Dort wirkt die weitere Unterhaltung persönlicher, obwohl der Kontakt mit einer Bandansage begonnen hat – und Jobversprechen, Datenfragen oder Geldforderungen können später folgen.
Quellen
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