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Startseite»Politik»Abgeordnetenhaus-Wahl: Berliner JU-Chef fordert Rückzug Wegners
Politik

Abgeordnetenhaus-Wahl: Berliner JU-Chef fordert Rückzug Wegners

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 9, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 09.07.2026 • 12:12 Uhr

Berlin wählt am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus. Der Chef der Berliner Jungen Union, Burkart, hat den Regierenden Bürgermeister Wegner aufgefordert, auf seine Kandidatur zu verzichten. Seine Glaubwürdigkeit sei beschädigt.

Der amtierende Chef der Jungen Union in Berlin, Harald Burkart (CDU), hat den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) aufgefordert, auf die CDU-Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl zu verzichten. Anlass ist Wegners Amtsführung während des Stromausfalls Anfang des Jahres. Burkart wirft Wegner laut dem Nachrichtenportal „The Pioneer“ [€] vor, mit widersprüchlichen Aussagen über seine Arbeit am ersten Tag des Stromausfalls seine Glaubwürdigkeit beschädigt zu haben – und damit auch der CDU zu schaden. Er fordert Wegner daher nun auf, von der Spitzenkandidatur zurückzutreten.

Rechtsstreit nach umstrittener Wahl

Burkart war 2023 zum Berliner JU-Chef gewählt worden, allerdings war seine Wahl unter anderem vom Bundesvorstand der Jungen Union nicht anerkannt worden. Nach jahrelangem Rechtsstreit hatte das Landgericht Burkhart Recht gegeben. Er gilt seit seiner umstrittenen Wahl zum JU-Chef als parteiinterner Kritiker von Wegner. Seit Monaten ist das Krisenmanagement von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner nach dem großen Stromausfall im Januar Anlass für Kritik aus der Opposition – nun hat der CDU-Politiker erneut eingeräumt, dass er am ersten Tag des Blackouts am Vormittag keine dienstlichen Telefonate geführt, sondern nur Textnachrichten versendet hatte. Das bestätigte die Senatskanzlei schriftlich dem Tagespiegel [€]. Nach einem Eilantrag der Zeitung war die Behörde vom Verwaltungsgericht zur Auskunft verpflichtet worden.

Neue Unklarheit nach Hoffest

Ein rbb-Interview mit Wegner auf dem Hoffest im Rathaus hatte am Dienstagabend dagegen erneut für Unklarheiten gesorgt. Da hatte der Regierende Bürgermeister erklärt: „Das hatten wir ja schon im März bestätigt, dass ich zwei Telefonate am Vormittag geführt habe, den Rest über Textnachrichten.“ Auf rbb-Nachfrage stellte ein Senatssprecher klar, dass das erste Telefonat zum Krisenmanagement am 3. Januar um 12:45 Uhr mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) stattgefunden habe, ein weiteres kurz darauf. Mit „am Vormittag“ habe Wegner nicht die Zeit bis um 12 Uhr gemeint, sondern den Zeitraum vor seinem Tennisspiel um 13 Uhr, so der Senatssprecher. Entsprechend hatte sich der Regierende Bürgermeister bereits im März geäußert – und damit Angaben aus dem Januar korrigiert. Damals hatte Wegner gegenüber Journalisten erklärt, er habe schon kurz nach acht Uhr morgens begonnen, Telefonate zum Stromausfall zu führen. Er habe sich in seinem Büro zu Hause „eingeschlossen im wahrsten Sinne“ und habe dann koordiniert. Wie der rbb einige Tage später aufdeckte, spielte Wegner zwischen 13 Und 14 Uhr jedoch Tennis. Telefonate mit dem Bundeskanzleramt und anderen Stellen hätten erst nach dem Sport später am Tag stattgefunden, bestätigte die Senatskanzlei.

Aktueller BerlinTrend sieht Linke vorn

Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus findet am 20. September statt. Im aktuellen BerlinTrend von rbb24 Abendschau und rbb 88,8 liegt die Linke mit 20 Prozent als stärkste Kraft vorn. Auf Platz zwei kamen die Grünen mit 19 Prozent der Stimmen, gefolgt von der AfD mit 18 Prozent. Die CDU liegt mit 17 Prozent auf Platz vier. Bei der Wahl 2023 hatten die Christdemokraten noch gut 28 Prozent erreicht. Die als Juniorpartner mit der CDU regierende SPD liegt in der Sonntagsfrage bei 13 Prozent. Die aktuell regierende schwarz-rote Koalition hätte laut Umfrage keine Mehrheit mehr.

Sendung: rbb 88,8, 09.07.2026, 6:30 Uhr Audio: rbb 88,8, 09.07.2026, Max Käther

Rundfunk Berlin-Brandenburg

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