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Startseite»Nachrichten»„Alarmstufe Rot“ bei Tour: Mathieu van der Poel gewinnt „super harte“ Hitzeschlacht
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„Alarmstufe Rot“ bei Tour: Mathieu van der Poel gewinnt „super harte“ Hitzeschlacht

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 12, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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„Alarmstufe Rot“ bei Tour

Mathieu van der Poel gewinnt „super harte“ Hitzeschlacht

12.07.2026 | 18:00 Uhr

Alarmstufe Rot, fast 40 Grad, immer rauf und runter: Auf der verkürzten Etappe durch das Zentralmassiv findet sich eine sehr starke Ausreißergruppe. Im Sprint ist Klassikerspezialist Mathieu van der Poel nicht zu schlagen.

Auch nach mehr als 150 Kilometern durch die Hitze Frankreichs behielt Mathieu van der Poel die Ruhe und zeigte im Sprint seine ganze Klasse. Im Ziel holte sich der niederländische Ex-Weltmeister nach seinem Sieg auf der wegen der hohen Temperaturen verkürzten neunten Etappe der 113. Tour de France als Erstes einen Kuss seiner Freundin ab, mit der er ein Kind erwartet.

„Es war ein super harter Tag. Der Start der Tour war nicht so großartig für unser Team“, sagte der 31-Jährige mit Blick auf den in den Massensprints bislang glücklosen Kollegen Jasper Philipsen. „Aber ich denke, wir sind wie immer ruhig geblieben. Wir haben eine tolle Gruppe und glauben daran, dass wir es drehen können.“ Für den 31 Jahre alten Niederländer ist es der dritte Etappensieg bei der Tour.

Der Klassikerspezialist setzte sich nach 154,6 hügeligen Kilometern zwischen Malemort und Ussel im Sprint einer Ausreißergruppe vor Tobias Halland Johannessen und Tom Pidcock durch. Die Gruppe der Favoriten holte die Ausreißer fast noch kurz vor dem Zielstrich ein.

Die Etappe durch das Zentralmassiv war wegen der massiven Hitze um rund 30 Kilometer auf 154,6 Kilometer verkürzt worden – ein Novum in der langen Geschichte der Rundfahrt. Für das Département Corrèze war die Hitze-Alarmstufe Rot ausgerufen worden. Es herrschten Temperaturen von fast 40 Grad.

Pogacar und andere Favoriten zusammen ins Ziel

Trotzdem entwickelte sich ein schnelles und spannendes Rennen. Eine achtköpfige Gruppe fand sich am Anstieg zum Suc au May nach zahlreichen Attacken. An der letzten Bergwertung rund 24 Kilometer vor dem Ziel ging van der Poel in die Offensive. Pidcock hatte kurz Probleme mit seinem Rad, konnte aber wieder aufschließen.

Im Feld der Favoriten machten die Helfer vom Gesamtführenden Tadej Pogacar das Tempo und kontrollierten den Abstand, insbesondere auf Johannessen und Pidcock. Später halfen auch die Mannschaften von Jonas Vingegaard und Egan Bernal, konnten die Gruppe aber nicht einholen.

Pogacar verteidigte sein Gelbes Trikot und den Vorsprung von 2:42 Minuten auf den Dänen Jonas Vingegaard. Der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz und sein Co-Kapitän Remco Evenepoel waren in der Gruppe schnell ohne Helfer, kamen aber zeitgleich mit der Konkurrenz ins Ziel. Wenige Tage nach dem Ärger des Belgiers auf mangelnde Hilfe von Lipowitz war zu sehen, wie der Deutsche Trinkflaschen für sich und seinen Teamkollegen vom Begleitwagen mitbrachte.

„Es war von Anfang an ein richtig hartes Rennen, ein super harter Tag. Ich freue mich, dass morgen der Ruhetag kommt“, sagte Lipowitz der ARD. Dass kein Helfer mehr dabei war, sei kein Problem gewesen: „Es war einfach ein super harter Tag. Da kann man keinem einen Vorwurf machen. Jeder ist super gefahren, das ganze Team hat schon die ganze Woche einen super Job gemacht. Wir haben uns vorne gut verstanden.“

Vor dem Start wurden der Mann im Gelben Trikot, Tadej Pogacar, und sein Rivale Jonas Vingegaard mit Schirmen vor der sengenden Sonne geschützt. Viele Fahrer trugen Kühlwesten oder packten sich gleich Eis ins Trikot. Zuvor hatten die Veranstalter nach Gesprächen mit den Behörden und den Teams entschieden, die Etappe zu verkürzen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Rundfahrt wegen zu hoher Temperaturen. Es galt, die Fahrer und Fans an der Straße zu schützen.

Degenkolb: Jede Minute, die man spart, hilft

„Es ist eine harte Etappe“, erklärte Tour-Chef Christian Prudhomme am Vorabend. Seit Beginn der Tour am 4. Juli seien die Fahrer bei „hohen, sehr heißen Temperaturen“ unterwegs. Pogacar bedankte sich laut Prudhomme für den Schritt. Auch der deutsche Tour-Routinier John Degenkolb lobte gegenüber der ARD die verkürzte Strecke: „Jede Minute, die man sich spart bei dieser brütenden Hitze, hier Höchstleistungen zu bringen, das ist angenehmer. Ist schon eine große Herausforderung bei den Temperaturen“, sagte Degenkolb der ARD.

Der neue deutsche Meister Felix Engelhardt hält weitere Änderungen für nötig: „Auf der anderen Seite: 13.30 Uhr Start ist jetzt nicht so hilfreich, da fährt man trotzdem in den heißesten Stunden des Tages. Da muss man sich langfristig noch eine andere Lösung überlegen.“

Nach dem Ruhetag die nächsten Bergprüfungen

Das Rennen begann extrem schnell. In der ersten Stunde legten die Fahrer einen Schnitt von mehr als 49 Kilometern pro Stunde hin – und das auf engen Straßen und vielen kleinen Anstiegen. Der schwerste Teil der Etappe mit insgesamt vier Bergwertungen war nicht gestrichen worden.

Am Montag gibt es für die Fahrer den ersten Ruhetag. Dann geht es im Zentralmassiv weiter. Am französischen Nationalfeiertag sind zwischen Aurillac und Le Lioran 3800 Höhenmeter und zwei Bergwertungen der ersten Kategorie zu überwinden.

Verwendete Quellen: ntv.de, David Langenbein und Felix Schröder, dpa

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