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Startseite»Politik»Wadephul: „Afrika sollte für uns Chancenkontinent sein“
Politik

Wadephul: „Afrika sollte für uns Chancenkontinent sein“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 23, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 23.07.2026 • 11:28 Uhr

Außenminister Wadephul wirbt im Rahmen seiner Afrika-Reise für mehr Zusammenarbeit. Der Kontinent biete Chancen, aber diese müsse man auch nutzen – denn China sei in der Region bereits jetzt präsent.

Im Rahmen seiner viertägigen Afrika-Reise hat Bundesaußenminister Johann Wadephul Deutschland und Europa zu einer aktiveren Politik gegenüber Afrika aufgerufen. „Afrika ist unser Nachbarkontinent“, sagte der CDU-Politiker per Video-Interview im ZDF-Morgenmagazin. „Afrika kann und sollte für uns ein Chancenkontinent sein“.

Aber diese Chancen müsse man auch wahrnehmen, mahnte er bereits zuvor während seiner Station in Nigeria. Dort warb er für mehr wirtschaftliche Kooperation. „Rohstoffe, kritische Mineralien, Seltene Erden, all das finden wir hier vor“, so Wadephul. „Es wäre grob fahrlässig, wenn wir das übersehen würden“. Gleichzeitig sagte er im Gespräch mit jungen nigerianischen Influencern mehr Offenheit und Flexibilität Deutschlands bei der Vergabe von Visa zu.

„Niemand wartet auf Deutschland“

In Nigeria leben 237 Millionen Menschen. Es ist der größte Binnenmarkt Afrikas und zugleich ein wichtiger Rohölproduzent. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas leide darunter, dass „Terroristengruppen“ in der Sahel-Region das Land verunsicherten, sagte Wadephul im Morgenmagazin. „Da ist Europa gefordert, und ich werde das auch mit nach Brüssel nehmen“. Trotz Kürzungen bei der Entwicklungshilfe sei Deutschland weiterhin einer der größten Geber.

Mit Blick auf die starke Präsenz Chinas in Afrika und anderen Weltregionen sagte Wadephul, ihm sei zuletzt immer wieder gesagt worden: „China ist schon da, wann kommt ihr?“ Dies müsse für Deutschland und Europa „ein Weckruf“ sein. „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen“, sagte der Außenminister. „Niemand wartet auf Deutschland oder Europa, sondern wir müssen auf diese Länder zugehen.“

Er werbe im Bundestag dafür, international aktiv zu bleiben. Dies liege im deutschen Interesse: „Wir verhindern Migrationsströme, die uns belasten können und wir erschließen uns große Chancen.“

Solidarität mit G20-Partner Südafrika

Wadephul hatte seine Afrika-Reise am Montag in Mauretanien begonnen und reiste anschließend nach Nigeria. Heute steht zum Abschluss ein Besuch in Südafrika auf dem Programm. Dort will er dem wichtigsten deutschen Partner auf dem Kontinent auch als G20-Land zur Seite stehen. US-Präsident Donald Trump hatte Südafrika zuletzt wegen angeblichem Rassismus gegenüber weißen Farmern die Teilnahme am G20-Gipfel im Dezember in Miami verweigert.

„Südafrika auszuschließen bedeutet, eine wichtige afrikanische Stimme sowie eine regionale wirtschaftliche und politische Führungsmacht ins Abseits zu drängen“, sagte der CDU-Politiker in einer Rede am Südafrikanischen Institut für Internationale Angelegenheiten an der Universität Witwatersrand in der Wirtschaftsmetropole Johannesburg. Dies könne in niemandes Interesse sein, warnte Wadephul. „Denn gerade in Zeiten wachsender globaler wirtschaftlicher Unsicherheit brauchen wir mehr Zusammenarbeit, nicht weniger“.

Der „überaus erfolgreiche“ G20-Gipfel im vergangenen Jahr in Johannesburg habe gezeigt, dass Südafrika ein unverzichtbares G20-Mitglied sei. Die G20-Runde führender Industrie- und Schwellenländer gilt als eines der wichtigsten multilateralen politischen Formate. Südafrika ist Gründungsmitglied.

Mit Informationen von Georg Schwarte, ARD Berlin, zzt. Johannesburg

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