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Startseite»Politik»US-Atomabkommen mit Saudi-Arabien: Ein Deal, der Sorgen macht
Politik

US-Atomabkommen mit Saudi-Arabien: Ein Deal, der Sorgen macht

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 23, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Kommentar

Stand: 23.07.2026 • 17:33 Uhr

Der Nahe Osten ist eine äußerst unruhige Region, bereits mehrfach wurden Atomanlagen angegriffen. Der saudisch-amerikanische Atomdeal weckt deshalb Sorgen. Denn niemand weiß, wie sich die Konflikte dort entwickeln.

Moritz Behrendt

Mitten in das Kriegsgeschehen am Persischen Golf platzt die Nachricht: Saudi-Arabien und die USA einigen sich auf einen Atomdeal. Das klingt beim ersten Hören dramatisch, Schnappatmung ist dennoch fehl am Platze.

Der Bau von Atomkraftwerken oder Urananreicherungsanlagen dauert Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Und das vorgegebene Ziel der saudischen Führung ist auch nicht verwerflich: mehr Strom zu produzieren, um die Wirtschaft anzukurbeln, ohne dabei auf fossile Rohstoffe zu setzen.

Energiewende begrüßenswert – wenn auch mit Risiken

Diese Energiewende des weltweit größten Erdölexporteurs kann man durchaus begrüßen – zumindest, wenn man die langfristigen und grundsätzlichen Risiken der Kernkraft ignoriert: Wohin mit dem radioaktiven Müll? Und wie groß ist die Gefahr eines atomaren Unfalls? Im Nahen und Mittleren Osten sicherlich größer als an anderen Orten der Welt.

Die USA haben im aktuellen Krieg schon das Umfeld des Atomkraftwerks Buschehr in Iran ins Visier genommen, Iran wiederum das Gelände des AKW in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschossen – zum Glück bislang ohne größere Schäden.

Der saudisch-amerikanische Atomdeal weckt vor allem langfristig Sorgen. Noch ist unklar, ob sich das saudische Königshaus nach jahrelangen Verhandlungen mit den USA durchgesetzt hat, dass sie im eigenen Land Uran anreichern können. Falls ja, dann wäre das ein großer Schritt.

Eine Erlaubnis aus Washington brauchen die Saudis dafür nicht, wohl aber die technologische Unterstützung und das Know-How einer Atommacht. Und da mag das Kalkül in den USA gewesen sein, lieber selbst die Partnerschaft anzubieten, als es Pakistan oder gar Russland zu überlassen.

Pläne können sich ändern

Saudi-Arabien verfügt über Uran-Vorkommen im eigenen Land – und könnte so vermutlich in der Zukunft die Fähigkeit entwickeln, Atombomben zu bauen. Das ist aktuell nicht der Plan – aber Pläne können sich ändern, Regierungen auch.

Das zeigt der Blick auf die andere Seite des Persischen Golfs. Die USA, Frankreich und Deutschland haben Iran eifrig mit Technologie und Know-How beim Aufbau des Atomprogramms geholfen – damals als der Schah herrschte. Die Islamische Revolution im Jahr 1979 hatten sie dabei nicht auf dem Schirm.

Die Regierung in Teheran behauptet zwar standhaft, ihr Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken, aber glaubhaft ist das nicht. Immer näher hat sich der Iran in den letzten Jahren an die Fähigkeit herangerobbt, Atombomben zu bauen.

Saudi-Arabien ist stabiler Partner – noch

Das war für Israel und die USA ein wesentlicher Grund, Iran Ende Februar anzugreifen. Vorerst bleibt Israel das einzige Land in der Region im Besitz von Atomwaffen. Vereinzelt haben israelische Politiker schon darüber fantasiert, sie auch einzusetzen. Das gilt als unwahrscheinlich, zeigt aber auch: Wer heute einem Land atomare Fähigkeiten verschafft, weiß nicht, wer dort in einigen Jahren die Entscheidungen trifft.

Aktuell halten die USA Saudi-Arabien für einen stabilen und vernünftigen Partner – auch weil Kronprinz Muhammad bis Salman den Einfluss der radikal-islamistischen Wahhabiten zurückgedrängt hat. Aber dass das über Jahre so bleibt – dafür gibt es keine Garantie.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin wieder und nicht die der Redaktion.

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Dr. Heinrich Krämer
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