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Startseite»Politik»EU-Kommission kritisiert Jugendschutz bei TikTok – Strafen drohen
Politik

EU-Kommission kritisiert Jugendschutz bei TikTok – Strafen drohen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 24.07.2026 • 13:31 Uhr

TikTok tut laut EU-Kommission zu wenig für den Schutz Minderjähriger Nutzer. Sollte sich der Verdacht erhärten und die Plattform nichts ändern, drohen hohe Strafen. TikTok selbst weist die Kritik zurück.

Die EU-Kommission hat TikTok unter die Lupe genommen. Nach vorläufigen Ermittlungen kommt die Brüsseler Behörde zu dem Schluss: Die Plattform gefährdet Kinder und Jugendliche durch zu niedrige Schutzstandards.

Die Kommission kritisiert unter anderem, dass Fremde die öffentlichen Benutzerkonten von Minderjährigen sehen und junge Nutzer auch mit missbräuchlichen Absichten kontaktieren könnten. Zudem könne das, was Minderjährige veröffentlichen, für immer online bleiben und sie bis ins Erwachsenenalter begleiten – das berge das Risiko „potenziell lebenslanger Folgen“.

TikTok, das von der chinesischen Firma ByteDance betrieben wird – soll nun nach dem Willen der Kommission seine Einstellungen anpassen. Und zwar so, dass Inhalte von Kindern und Jugendlichen standardmäßig nur für TikTok-Nutzer sichtbar sind, die die Minderjährigen als sogenannte Follower akzeptiert haben. Brüssel fordert von dem App-Betreiber außerdem, Inhalte von Jugendlichen nicht länger anderen TikTok-Nutzern zu empfehlen, wie es aktuell bei Beiträgen von 16- und 17-Jährigen passiere.

Strafe von bis zu sechs Prozent des Umsatzes möglich

Sollte sich das vorläufige Ergebnis der Untersuchung bestätigen und TikTok trotzdem keine Änderungen vornehmen, droht eine Geldstrafe. Die Kommission würde dann formell einen Verstoß feststellen und eine Strafe von bis zu sechs Prozent des jährlichen Konzernumsatzes verhängen. Auch tägliche Strafen wären möglich, um TikTok zum Einlenken zu bewegen.

Die Plattform hat nun die Möglichkeit, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen oder mit entsprechenden Änderungen die Bedenken der EU-Behörde auszuräumen. Eine TikTok-Sprecherin verteidigte zunächst die Einstellungen: Jugendkonten verfügten bereits ab der Einrichtung des Kontos über mehr als 50 voreingestellte Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen, die unter Einbeziehung von Experten entwickelt worden seien. Zudem gehöre man zu den wenigen Plattformen, auf denen jüngere Teenager keine Direktnachrichten nutzen könnten.

200 Millionen Nutzer in Europa

TikTok ist mit mehr als 200 Millionen Nutzenden in Europa eine der beliebtesten Plattformen – gerade bei jungen Menschen. Neben dem Verfahren wegen des Kinder- und Jugendschutzes läuft derzeit auch eine Debatte über strengere Altersgrenzen für bestimmte soziale Netzwerke oder andere digitale Angebote. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte zuletzt an, nach dem Sommer einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen der EU machen zu wollen.

Die deutsche EU-Politikerin betonte, es müsse ein Mindestalter geben, ab dem Kinder soziale Medien nutzen dürften. Mehrere Mitgliedsländer haben bereits nationale Vorschläge für ein Social-Media-Verbot erarbeitet, Frankreich hat als einziges EU-Land eine solche Altersgrenze bereits beschlossen.

Europaweit gibt es kein Mindestalter explizit für soziale Netzwerke, das EU-Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA) verpflichtet große Online-Plattformen aber, Kinder und Jugendliche effektiv zu schützen.

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