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Startseite»Politik»150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele mit Polit-Prominenz gestartet
Politik

150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele mit Polit-Prominenz gestartet

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 25, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 25.07.2026 • 20:29 Uhr

Zum 150. Mal wurden die Bayreuther Festspiele eröffnet. Zu dem Jubiläum kamen auch viele prominente Gäste, darunter Kanzler Merz und Bayerns Ministerpräsident Söder. Zum Auftakt gab es – anders als üblich – Beethoven statt Wagner.

Von BR24 Redaktion, Kristina Kreutzer

Die Bayreuther Festspiele haben begonnen und feiern in diesem Jahr nicht nur den Komponisten Richard Wagner, sondern auch ein wenig sich selbst. Denn vor 150 Jahren veranstaltete Wagner (1813–1883) hier zum ersten Mal sein heute weltbekanntes Opern-Festival. Aus diesem Anlass brechen die Festspiele auch mit ihrer eigenen Tradition: Statt mit einer Wagner-Oper beginnt das Programm ausnahmsweise mit Beethovens 9. Symphonie, unter der Leitung von Christian Thielemann. Das ist mehr als ein symbolischer Akt – Beethoven spielte im Leben Wagners eine zentrale Rolle. Die Neunte erklang bereits am 22. Mai 1872 zur Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses, damals unter der Leitung von Wagner selbst.

Merz, Merkel, Söder, Dobrindt, Weimer, Bär und viele mehr

Traditionell rollt die Stadt Bayreuth zum Festivalstart den roten Teppich für prominente Gäste aus. Mit Erfolg. Auch in diesem Jahr kamen überwiegend Gäste aus der Bundes- und Landespolitik. Unter ihnen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), die designierte Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU), Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU), Kulturstaatsminister Wolfram Weimar (CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU), sowie Schauspieler und Vertreter der Kulturszene. Den meisten Applaus bekamen Altkanzlerin Angela Merkel und Entertainer Florian Silbereisen.

Festspiele erinnern an jüdische Künstlerinnen und Künstler

Festspielchefin Katharina Wagner begrüßte gemeinsam mit dem jüdischen Publizisten Michel Friedman Seite an Seite alle Ehrengäste. Eine symbolträchtige Geste, denn morgen soll bei einer Gedenkveranstaltung an jüdische Künstler und Künstlerinnen am Grünen Hügel erinnert werden, deren Wirken durch das NS-Regime endete.

Die Veranstaltung hatte für viel Aufsehen gesorgt – sie war wegen angeblicher Sicherheitsbedenken zunächst abgesagt und Michel Friedmann ausgeladen worden. Nach Protesten und einer Entschuldigung der Festspielleitung findet sie aber nun doch statt.

Merz: „Canceln ist jedenfalls auch hier keine Lösung“

Beim Jubiläums-Festakt stellte sich Festspiel-Leiterin Katharina Wagner entschieden gegen einen Rechtsruck in Politik und Gesellschaft. Es gehe darum, „hier Nein zu sagen“ gegen Rassismus, Chauvinismus und eine Verharmlosung der Geschichte, sagte sie. Die gelte vor allem „wegen der sehr persönlichen Verknüpfung“ ihrer Familie mit dem NS-Regime unter Adolf Hitler. Darum sei das Jubiläum „weit mehr als ein Anlass, zu feiern“. Ziel müsse es sein, „die Tradition ernst zu nehmen, ohne sie zu verklären“ – „damit die Zukunft nicht erneut in der Finsternis der Vergangenheit endet“.

Auch Friedrich Merz erinnerte in seinem Grußwort an die dunkle Seite der Festspielgeschichte und Wagners Antisemitismus. Er zitierte Thomas Mann und empfahl bei Wagners Musik: „genießen, aber nicht ohne Misstrauen“. „Canceln ist jedenfalls auch hier keine Lösung“, sagte Merz. Besser sei eine kritische Auseinandersetzung, wie sie bei den Bayreuther Festspielen geschehe: „Spät, aber es ist geschehen“.

Intendantin Wagner entschuldigte sich in ihrer Begrüßung noch einmal explizit bei Michel Friedman. Sie sprach von „Unstimmigkeiten und Fehlern im Vorfeld, die wir zu verantworten haben“.

Umstrittenes Novum: eine „Rienzi“-Premiere

Am Sonntag dann feiert die erste Neuinszenierung der Saison Premiere. Das Wagner-Frühwerk „Rienzi“ wird zum ersten Mal überhaupt im Festspielhaus aufgeführt. Dafür musste eigens die Zustimmung des Stiftungsrates der Festspiele eingeholt werden. Denn eigentlich wollte Komponist Wagner selbst seine 1842 uraufgeführte frühe Oper, die er „Ungethüm“ und „Schreihals“ nannte, nicht im Festspiel-Repertoire wissen.

Die Entscheidung ist nicht unumstritten. „Rienzi“ ist Wagners dritte Oper und war einst sein größter Erfolg. Sie erzählt von Aufstieg und Fall des römischen Volkstribuns Cola di Rienzo, der die Macht der herrschenden Klasse brechen will – und dann am eigenen Größenwahn zugrunde geht.

Die Oper soll den jungen Adolf Hitler, der später als Wagner-Fan ein und aus ging in Bayreuth, inspiriert haben, als er sie als Teenager zum ersten Mal in Linz sah. „In jener Stunde begann es…“, soll er damals gesagt haben. Die „Rienzi“-Ouvertüre eröffnete stets die Reichsparteitage der NSDAP.

„Rienzi„-Regisseurinnen sehen im Werk ein „Mahnmal“

„Gerade jetzt, da rechtspopulistische und faschistische Tendenzen wieder stärker wahrnehmbar werden, hat dieses Stück eine unheimliche Aktualität gewonnen“, sagte die Regisseurin Alexandra Szemerédy, die das Werk nun gemeinsam mit ihrer Kollegin Magdolna Parditka in Bayreuth auf die Bühne bringt. Die beiden sehen in dem Werk ein „Mahnmal“.

Bildergalerie: Polit-Prominenz auf dem Grünen Hügel

Mit Informationen von dpa

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Quelle: BR24 Radio Nachrichten 25.07.2026 – 17:15 Uhr

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