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Startseite»Politik»Zehntausende protestieren gegen Massentourismus auf Mallorca
Politik

Zehntausende protestieren gegen Massentourismus auf Mallorca

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 27, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 27.07.2026 • 03:43 Uhr

„Mallorca am Limit“ – Tausende Menschen haben unter diesem Motto gegen zu viele Touristen auf der spanischen Insel demonstriert. Sie fordern etwa die Besucherzahl zu begrenzen. Besonders eng wird es auf dem Wohnungsmarkt.

Von Anna Mundt, ARD Madrid

Mit Trommeln und Trillerpfeifen demonstrieren Zehntausende Mallorquiner am Sonntagabend in Palma de Mallorca gegen die Auswirkungen des Tourismus auf ihrer Insel – mitten in der Hauptsaison. Aufgerufen zu der Demonstration unter dem Motto „Mallorca am Limit“ hat die Plattform „Weniger Tourismus, mehr Leben“.

Der Tourismus habe die Grenzen der Insel längst überschritten, erklärt ein Teilnehmer der Demo. „Wir Einheimischen müssen doch auch auf unserem Land leben können. Verkehr, Klimawandel, Abgase, verschwendete Ressourcen – mehr als genug Gründe, um auf die Straße zu gehen, zu sagen: ‚Jetzt ist Schluss.'“

„Touristen geht nach Hause“ steht auf diesem Plakat, das ein Teilnehmer der Demo hochhält.

Begrenzung der Besucherzahl gefordert

Auf selbstgebastelten Plakaten steht „Mallorca overbooked“, „Keine Kapazität mehr“ oder „Der Touristen-Tsunami löscht uns aus“. Ein Kreuzfahrtschiff aus Pappmaschee wird mahnend durch die Straßen getragen. Protest gegen ein Wirtschaftsmodell, das nach Ansicht der Veranstalter auf Mallorca außer Kontrolle geraten ist.

Die Demonstranten fordern, den Tourismus zu reduzieren und die Besucherzahl zu begrenzen. „Wir erleben jeden Tag, wie die Ressourcen schwinden. Das betrifft uns wirklich alle“, erklärt eine Mallorquinerin. „Wir glauben, ein anderes Tourismusmodell ist möglich. Diese Überfüllung muss nicht sein. Uns ist Qualität wichtiger als Masse.“

Beispiellose Wohnungskrise

Auf Mallorca ist insbesondere die Situation auf dem Wohnungsmarkt sehr angespannt. Viele Beschäftigte im Tourismus, Einzelhandel oder Gesundheitswesen können sich auf der Insel oft nur ein WG-Zimmer leisten. Viele müssen auf Wohnwagensiedlungen oder Elendsviertel ausweichen. Inmitten einer beispiellosen Wohnungskrise, so die Organisatoren, würden mehr als 100.000 Wohnungen auf Mallorca touristisch genutzt – legal wie illegal.

Vorsichtige Gegenmaßnahmen der konservativen Balearenregierung – wie das Verbot neuer Touri-Wohnungen in Mehrfamilienhäusern oder eine geplante Obergrenze für Autos – reichen ihnen nicht. „Ferienvermietung, Überfüllung: Wir kommen nicht mal mehr an den Strand. Der Winter mag den Mallorquinern gehören, der Sommer nicht“, sagt eine Demonstrantin. „Wir protestieren, damit endlich wieder Ordnung in dieses Chaos kommt.“

So viele Touristen wie nie

2025 kamen mit mehr als 13 Millionen Touristen so viele wie nie zuvor nach Mallorca. Jetzt in der Hauptsaison ist es voll auf der Insel und es wird noch voller. Zur Sonnenfinsternis am 12. August wird ein enormer Besucheransturm erwartet. Für die Demonstrierenden ein weiteres Zeichen dafür, dass der Tourismus auf Mallorca Grenzen überschreitet.

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Dr. Heinrich Krämer
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