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„Crashout“, „Schere“ und „67“: Was die „Jugendwort“-Kandidaten eigentlich bedeuten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 28, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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„Crashout“, „Schere“ und „67“Was die „Jugendwort“-Kandidaten eigentlich bedeuten

Die Zahlenkombination „67“, ausgesprochen „six seven“, ist bei jungen Menschen sehr populär – obwohl keiner so recht weiß, was genau sie eigentlich bedeutet. (Foto: picture alliance/dpa)

Noch drei Wochen lang kann über das Jugendwort 2026 abgestimmt werden: Zehn Begriffe werden von der Jury des Langenscheidt-Verlags zugelassen. Doch was bedeuten sie eigentlich?

Einmal im Jahr entscheiden Menschen zwischen 11 und 20 Jahren darüber, welche Sprachfloskel sie besonders angesagt finden. In diesem Jahr haben wieder zehn Begriffe die Chance, „Jugendwort des Jahres“ zu werden. Ein besonders häufig genannter Begriff wurde von der Jury des Langenscheidt-Verlags allerdings nicht für die Endrunde zugelassen. Woran das lag und was die Begriffe in den Top 10 bedeuten: 

„67“ Was die Zahlenfolge – gesprochen „six seven“ – genau bedeutet, können nicht einmal die Jugendlichen selbst erklären. Sie wird häufig als Insider verwendet und passt eigentlich bei jeder Gelegenheit – inklusive der abwägenden Handbewegung. Entstanden ist der Hype in den USA durch TikTok, Basketball-Memes und den Song „Doot Doot (67)“ des Rappers Skirlla. 

„Crashout“ Verliert man komplett die Fassung, rastet aus oder reagiert extrem emotional, dann erlebt man einen „Crashout“. Kann laut Langenscheidt-Verlag sowohl ernsthaft als auch ironisch verwendet werden. Beispiel: „Wenn mein Akku gleich ausgeht, gehe ich Crashout.“

„Digga“ Der Ausruf ist ein absoluter Klassiker unter den Jugendwörtern. Immer wieder schafft er es in die Endauswahl. Kann je nach Situation Bruder, Kumpel, Bro bedeuten – oder als Anrede für jedermann Herhalten: „Digga, was war das denn?!“

„Du bist gut genug“ Die Passage aus dem viralen Song des Produzentenduos Kitschkrieg mit Blumengarten und Shirin David hat sich nicht nur auf TikTok rasant verbreitet. Inzwischen gibt es dazu zahllose Memes, Interpretationen und Parodien. In sozialen Medien wird der charakteristisch mit Kopfstimme gesungene Refrain etwa abgewandelt zu „Arbeitszeitbetruuuuug“ oder „Es ist warm genuuuuug.“

„Gute Käse“ Wenn etwas nicht nur gut genug ist, sondern richtig gut oder sogar stabil, dann ist es laut Langenscheidt-Verlag „gute Käse“. Eine wörtliche Bedeutung hat die Floskel demnach nicht. Sie wird als Lob oder Zustimmung verwendet. Zum Beispiel: „Der Song ist wirklich gute Käse.“

„Macker“ Der Begriff sagt sogar den Älteren etwas und erlebt nun mit eigentlich derselben Bedeutung ein Revival. Er wird je nach Kontext für Freund, Crush oder Kumpel verwendet, oft ironisch oder liebevoll: „Mein Macker kommt später noch vorbei.“

„Peak“ Bedeutet im Englischen „Gipfel“ und wird auch in der Jugendsprache so verwendet. Ist etwas „peak“, dann ist es das Beste vom Besten oder der absolute Höhepunkt. Beispiel: „Das Konzert war echt Peak.“

„Ragebait“ Wer Clickbait kennt, der kann sich auch Ragebait gut erklären. Gemeint sind Inhalte in sozialen Medien, die absichtlich triggern sollen. Etwa mit provokanten Thesen, Falschbehauptungen oder wilden Meinungen soll versucht werden, Wut auszulösen. Das wird bekanntlich vom Algorithmus belohnt und bringt Kommentare, Likes und Reichweite. 

„Schere“ Bedeutet so viel wie „Mein Fehler.“ Der Begriff kommt aus der Gaming-Szene und wird dort verwendet, um sich nach einem blöden Fehler zu entschuldigen. Kann aber auch in allen anderen Alltagssituationen verwendet werden. Beispiel: „Schere. Habe mich wochenlang nicht gemeldet.“

„Süper“ Stammt aus dem Türkischen und bedeutet „super“. Bekannt geworden ist die Floskel laut Langenscheidt-Verlag durch ein virales Video eines Ultramarathonläufers, der nach seinen Rennen auf die Frage, wie es ihm gehe, mit „Süper!“ antwortete.

Bis zum 20. August kann nun über die Top 10 des Jugendworts des Jahres abgestimmt werden. Danach darf über die Top 3 entschieden werden. Der Sieger soll am 10. Oktober verkündet werden. 

Ausschluss von „Mehrzweckeier“

Nicht dabei: „Mehrzweckeier“ Sehr häufig haben die Jugendlichen dem Langenscheidt-Verlag zufolge auch den Begriff „Mehrzweckeier“ eingereicht. Dieser sei am Ende der Einreichungsphase unter den Top 10 gewesen, teilte der Verlag mit. Die Verantwortlichen entschieden sich aber, die Floskel nicht für die Endabstimmung zuzulassen. „Da der Begriff auf eine Kampagne zurückgeht und gleichzeitig auf einer persönlichen Beleidigung beruht, erfüllt er gleich zwei zentrale Ausschlusskriterien“, hieß es vom Verlag. 

Bei dem Begriff handelt es sich wohl um eine Abwandlung von „Merz leck Eier“. Aufgetaucht waren diese Worte unter anderem vor einigen Monaten bei Protesten junger Menschen gegen die Wehrpflicht. Bei einer Schüler-Demonstration Anfang März in Berlin hatte ein 18-Jähriger ein Plakat mit der Aufschrift: „Merz leck Eier“ getragen. Die Polizei teilte anschließend mit, dass sie gegen den jungen Mann wegen des Verdachts der Verleumdung von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz ermittelt. Auch bei späteren Protestzügen tauchten Plakate mit dieser Aufschrift auf. Sie könnten auf die Bundeswehr-Musterung anspielen.

Quelle: ntv.de, kst/dpa

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