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Startseite»Betrugsmaschen»Ulrich Siegmund vor Fahne: Bild ist kein KI-Fake
Betrugsmaschen

Ulrich Siegmund vor Fahne: Bild ist kein KI-Fake

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 7, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Der entscheidende Beleg steckt hier nicht in vermeintlich verdächtigen Händen, Zähnen oder Hautstrukturen, sondern in der Quellenkette. Der Deutschland-Kurier veröffentlichte am 5. Oktober 2026 eine Fotostrecke vom „Preußenfest“ in Schnellroda. Darauf sind verschiedene Redner am selben Pult zu sehen; Fahne, Kerzenständer, Banner und weitere Elemente der Bühne bleiben identisch. Das konkrete Einzelbild von Ulrich Siegmund ist direkt auf Facebook abrufbar und zusätzlich über Perma.cc archiviert. Die gesamte Fotostrecke zeigt dieselbe Bühnenkulisse aus weiteren Perspektiven.

Bereits vor der Veranstaltung berichtete HalleSpektrum über den Termin am 3. Oktober 2026 und führte Ulrich Siegmund unter den angekündigten Teilnehmern an. Eine beliebige kleinere Nachbearbeitung der konkreten Bilddatei lässt sich ohne Originaldatei zwar nie vollständig ausschließen, für die Behauptung einer künstlich erzeugten Szene oder einer per KI eingesetzten Fahne gibt es aber keinen belastbaren Anhaltspunkt.

Interessant ist der Gegencheck mit automatischen KI-Detektoren. Hive bewertete das Bild nur zu 0,1 Prozent als vollständig KI-generiert, meldete beim Gesicht aber 69,3 Prozent ‚Deepfake‘. AI or Not kam beim selben Motiv dagegen auf 9 Prozent KI und 13 Prozent Deepfake und stufte es als wahrscheinlich echt ein. Hive erklärt selbst, dass solche Werte Konfidenzwerte sind und für visuelle Modelle ein Ausgangsschwellenwert von 0,9 empfohlen wird, der je nach Modell und Datensatz angepasst werden muss. Die widersprüchlichen Ergebnisse zeigen damit vor allem eines: Ein Detektorwert ersetzt keine Quellenprüfung.

Was zeigt die Fahne?

Auch die Fahne lässt sich genauer einordnen. Sie zeigt eine modifizierte Darstellung des preußischen Staatswappens, das am 2. Oktober 1933 unter nationalsozialistischer Herrschaft eingeführt wurde. Zum historischen Motiv gehören der Adler mit Schwert und zwei Blitzen sowie das Spruchband ‚Gott mit uns‘. Beim Original befand sich zusätzlich ein Hakenkreuz auf der Brust des Adlers. Dieses fehlt bei der in Schnellroda verwendeten Variante.

Die verkürzte Bezeichnung ‚Naziflagge‘ ist daher ungenau. Präziser ist: eine Fahne mit einer modifizierten Variante des preußischen Staatswappens aus der NS-Zeit. Es handelt sich nicht um den Parteiadler der NSDAP.

SOCIAL MEDIA

Deutschland-Kurier / Facebook

5. Oktober 2026

SOCIAL MEDIA

Deutschland-Kurier / Facebook

5. Oktober 2026

MEDIUM

HalleSpektrum

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MEDIUM

Wikimedia Commons

1. Juli 2008

UNTERNEHMEN

AI or Not

Ohne Datumsangabe

Tom Wannenmacher bei Mimikama, engagiert in der Aufklärung.

Tom Wannenmacher

Tom Wannenmacher ist Gründer und Chefredakteur von Mimikama, Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Seit 2011 kämpft er gegen Desinformation und Internetbetrug.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.

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