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Startseite»Politik»Selenskyj bei Trump: Eine kaum für möglich gehaltene Annäherung
Politik

Selenskyj bei Trump: Eine kaum für möglich gehaltene Annäherung

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 28, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 28.07.2026 • 07:17 Uhr

Einen Rauswurf muss der ukrainische Präsident Selenskyj nicht mehr befürchten, wenn er heute von US-Präsident Trump im Weißen Haus empfangen wird. Im Gegenteil. Momentan stimmt es im Verhältnis. Selbst MAGA-Influencer denken um.

Von Stephan Laack, ARD Kiew

Das Verhältnis zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump hat sich zuletzt spürbar verbessert. Erst vor wenigen Wochen trafen sich beide am Rande des NATO-Gipfels in Ankara. Trump zeigte sich dabei beeindruckt davon, dass die Ukraine trotz des Krieges inzwischen selbst moderne Waffensysteme entwickeln und produzieren kann.

Zudem stellte er Selenskyj eine Lizenz zum Bau von Patriot-Abwehrraketen in Aussicht. Entsprechend optimistisch äußerte sich der ukrainische Präsident kurz vor seiner Reise nach Washington in einem Interview mit dem Sender Sky: „Wir hatten wirklich gute Treffen mit ihm. Der G7-Gipfel war sehr gut, und auch der NATO-Gipfel in Ankara verlief positiv. Deshalb hoffe ich und rechne damit, dass unsere Beziehungen weiter besser werden. Wir sind darauf angewiesen.“

Loomer leistet Abbitte

Tatsächlich hat sich der Blick Washingtons auf Kiew deutlich verändert. Vor anderthalb Jahren wurde Selenskyj bei seinem Besuch im Weißen Haus noch als Bittsteller abgekanzelt, dessen Karten schlecht stünden. Inzwischen mehren sich die Zeichen einer Annäherung.

Für Aufmerksamkeit sorgte zuletzt auch die Reise der rechtskonservativen Influencerin Laura Loomer nach Kiew. Loomer gilt als Trump-nah und nutzte ein Interview mit Selenskyj, um öffentlich einzuräumen, dass sie in der Vergangenheit Unwahrheiten über die Ukraine verbreitet habe.

Ich gebe zu, dass ich einige schlimme Dinge über die Ukraine, aber auch über Sie gesagt habe. Das habe ich offen in den sozialen Medien getan. Ich gehörte zu einer Gruppe von Menschen in den USA, die sehr frustriert über den Zustand unseres Landes waren. Ich bin Republikanerin, keine Demokratin, und ich war unzufrieden damit, dass Milliarden Dollar in die Ukraine flossen, während unser eigenes Land Probleme hatte.

Während ihres Aufenthalts zeigte sich Loomer beeindruckt von der Widerstandskraft der Ukrainer. Nach einem russischen Luftangriff schrieb sie auf der Plattform X, sie komme sich „wie ein echtes Arschloch“ vor, weil sie das Leid der Ukrainer in den vergangenen Jahren heruntergespielt habe.

Verneigung vor Graham

Die Reise Selenskyjs nach Washington findet zugleich vor dem Hintergrund der Trauerfeier für den verstorbenen US-Senator Lindsey Graham statt.

Graham hatte den ukrainischen Präsidenten kurz vor seinem Tod noch in Kiew besucht und dabei erklärt, ein neues Sanktionspaket gegen Russland stehe unmittelbar vor der Verabschiedung: „Wir haben uns mit dem Weißen Haus auf ein Sanktionsgesetz verständigt, das die Regierung unterstützen wird. Das bedeutet, dass es Gesetz werden kann. Wenn ich nach Washington zurückkehre, werde ich gemeinsam mit Senator Blumenthal auf die Führungen von Republikanern und Demokraten zugehen, um das Paket auf den Weg zu bringen. Es wird Präsident Trump die Instrumente an die Hand geben, diesen Krieg zu beenden.“

Sanktionen träfen auch Oligarchen und Putin

Die geplanten Sanktionen würden weite Teile der russischen Wirtschaft treffen, darunter die Energiebranche, den Finanzsektor und die Rüstungsindustrie.

Auch Oligarchen, Unternehmer und Präsident Wladimir Putin selbst stünden im Fokus. Darüber hinaus sind Strafzölle für Staaten vorgesehen, die russisches Öl und Gas kaufen. Nachdem sich Trump lange gegen weitere Verschärfungen gesperrt hatte, klingen seine Äußerungen inzwischen deutlich aufgeschlossener.

Selenskyj dürfte an der Trauerfeier für Graham teilnehmen. Den Senator hatte er als einen „wahren Verfechter der Freiheit“ gewürdigt.

In Washington will der ukrainische Präsident mit Trump nicht nur über die neuen Sanktionen sprechen. Ganz oben auf seiner Agenda steht auch die weitere Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung. „Wir haben einfach nicht genug Systeme, um ballistische Raketen abzufangen. Für Drohnen und andere Bedrohungen, teilweise auch Raketen, verfügen wir über eigene ukrainische Lösungen. Russische ballistische Raketen können wir jedoch nicht allein bekämpfen. Dafür brauchen wir die Unterstützung unserer Partner.“

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Dr. Heinrich Krämer
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