Hunderte Maschinen betroffenUS-Behörde warnt vor losen Sitzen in Boeing 737 MAX
Der US-Flugzeugbauer Boeing kommt nicht zur Ruhe. Die amerikanische Luftfahrtbehörde fordert die Inspektion von Hunderten Jets des Typs 737 MAX. Bei einem Zwischenfall in der Luft könnten sich die Sitze der Passagiere lösen und zur tödlichen Falle werden.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA warnt vor möglicherweise falsch montierten Sitzen in Hunderten Boeing 737-MAX-Jets und fordert deren Inspektion. Bei einer Notlandung oder starken Turbulenzen könnten sich die Sitze aus der Verankerung lösen, Passagiere verletzen und Fluchtwege blockieren, teilte die Behörde mit. Die vorgeschlagene Direktive betrifft 453 in den USA registrierte Flugzeuge. Ein Boeing-Sprecher erklärte, der Konzern habe die Fluggesellschaften bereits im Dezember 2025 über das Problem informiert und unterstütze die Anordnung der FAA.
Die Anordnung ist ein weiterer Rückschlag für Boeing. Der Flugzeugbauer steht seit einer Reihe von Produktionspannen unter verschärfter Beobachtung, insbesondere seit Anfang 2024 ein Rumpfteil einer 737 MAX im Flug herausbrach.
Aktuell läuft es für den US-Flugzeugbauer allerdings besser. Boeing lieferte im ersten Halbjahr so viele Verkehrsflugzeuge aus wie seit 2018 nicht mehr. Von Januar bis Juni übergab der Airbus-Rivale 314 Maschinen an die Kunden, zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie Boeing vor zwei Wochen mitteilte. Allein im Juni waren es 64 (2025: 60) Flugzeuge.
Damit hinkt Boeing aber weiter hinter Airbus her. Der europäische Flugzeugbauer übergab im Juni 89 Flugzeuge an die Kunden. Im ersten Halbjahr steigerte Airbus damit die Zahl der Auslieferungen um 15 Prozent auf 351 Flugzeuge. Für das ganze Jahr nimmt der französisch-deutsche Konzern nach Reuters-Informationen intern nun 900 Auslieferungen ins Visier, das offizielle Ziel liegt aber weiter bei 870.
Boeing will 737-MAX-Produktion hochfahren
Auch bei Boeing wird in der zweiten Jahreshälfte mit einer weiteren Steigerung gerechnet. Der US-Konzern arbeitet zurzeit daran, die Produktion seines Bestsellers 737 MAX von derzeit 42 auf 47 Maschinen pro Monat hochzufahren. Technische Probleme und Pannen hindern Boeing seit Jahren daran, mehr 737 MAX zu bauen. Die neueste Warnung der FAA dürfte das Ziel nun weiter erschweren. Für seinen Verkaufsschlager hat Boeing insgesamt 7206 Bestellungen erhalten, mehr als für den bisherigen „Bestseller“ 737 Next Generation, der von 1997 bis 2020 gebaut wurde.
Im Juni verbuchte der US-Konzern 121 Flugzeugbestellungen, nach Abzug von Stornierungen liegt der Netto-Auftragseingang bei 113 Maschinen. Im ersten Halbjahr waren es 408. Auch hier liegt Boeing hinter Airbus: In Toulouse summierten sich die Aufträge von Januar bis Juni auf 887 Flugzeuge, netto waren es 822.
