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Startseite»Politik»Anschlag auf CSD: Bekennervideo auf Handy des mutmaßlichen Täters gefunden
Politik

Anschlag auf CSD: Bekennervideo auf Handy des mutmaßlichen Täters gefunden

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 28, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 28.07.2026 • 16:24 Uhr

Drei Tage nach dem CSD-Anschlag in Berlin haben Ermittler auf dem Handy von Abdul B. ein Video mit Bekenntnis zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ entdeckt. Es zeigt eine vermummte Person – mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um den Tatverdächtigen.

Im Rahmen der Ermittlungen nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin wurde auf dem Handy des mutmaßlichen Attentäters Abdul B. ein Video mit klarem Bezug zum „Islamischen Staat“ (IS) entdeckt. Wie der rbb unter Berufung auf die Bundesanwaltschaft berichtete, zeigt der Clip eine vollständig vermummte Person, die einen Treueeid auf die Terrormiliz leistet. Zuvor hatten Bild und Spiegel berichtet.

Die Untersuchung des Videos ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sagte, es sei davon auszugehen, dass es sich bei dem vermummten Mann darin um den mutmaßlichen Attentäter Abdul B. handele. Nach rbb-Informationen wurde das Video am Tag des Anschlags aufgenommen. Erwähnt werden Pläne für eine solche Tat darin allerdings nicht.

Ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte durch Anschlag

Derartige Bekennervideos hat es auch bei vergangenen islamistisch motivierten Anschlägen gegeben, wie ARD-Terrorismusexperte Michael Götschenberg berichtet. In der Regel hat der IS sie kurz nach einem Anschlag selbst veröffentlicht, um die Tat auf diese Weise für sich reklamieren zu können. Ob der mutmaßliche Attentäter das Video dem IS übermittelt hat, ist noch unklar.

Abdul B. soll am Samstagabend mit einem Transporter nahe des Festivalgeländes des CSD in eine Menschenmenge gefahren sein. Anschließend soll er ersten Ermittlungen zufolge mit einer Hieb- oder Stichwaffe mehrere Menschen angegriffen haben. Eine Frau starb bei dem Anschlag. Nach der Tat war zudem von 29 teils schwer Verletzten die Rede. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sprach nun jedoch von 31 verletzten Personen, ohne weitere Details zu nennen.

Der mutmaßliche Attentäter konnte zunächst fliehen. Einen Tag nach dem Anschlag wurde Abdul B. während eines Polizeieinsatzes in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau erschossen. Im Zusammenhang mit dem Zugriff waren drei weitere Personen festgenommen worden. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass sie für die weiteren Ermittlungen keine Rolle spielen. Es gibt nach rbb-Informationen keine Hinweise darauf, dass sie mit dem Anschlag etwas zu tun haben.

21-Jähriger wurde als „Hochrisikoperson“ bewertet

Der 21-Jährige Abdul B. wurde in Deutschland als Sohn libanesischer Eltern geboren und besaß die deutsche Staatsbürgerschaft. Er war den Behörden bereits seit Längerem bekannt. Im Mai war er wegen versuchten Anschlusses an die Terrormiliz IS zu einer Jugendstrafe verurteilt worden. Unter Berücksichtigung der verbüßten Untersuchungshaft wurde er auf sogenannte Vorbewährung entlassen.

Nur wenige Wochen vor dem Attentat wurde Abdul B. Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) zufolge von einem Analysetool des Bundeskriminalamtes als „Hochrisikoperson“ bewertet. Bis zuletzt gab es Überwachungsmaßnahmen gegen den Islamisten.

Nach dem Anschlag ist innenpolitisch erneut eine Debatte über den Umgang mit sogenannten Gefährdern entbrannt.

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