Am Golf sind die Kampfhandlungen wieder aufgeflammt. Gemeinsam mit Saudi-Arabien griffen US-Streitkräfte pro-iranische Milizen im Irak an. Kurz zuvor wurde Raketenbeschuss aus Iran auf US-Stützpunkte gemeldet.
In der Golfregion ist es nach einigen Tagen relativer Ruhe wieder zu Angriffen Irans und der USA gekommen. Das US-Militär attackierte gemeinsam mit Saudi-Arabien Stellungen pro-iranischer Milizen im Irak. Das US-Zentralkommando CENTCOM erklärte, es habe sich um Präzisionsschläge gegen mehrere Logistik- und Waffenlager gehandelt.
Die USA und Saudi-Arabien machten die Miliz für mehr als 30 Drohnenangriffe in den vergangenen 72 Stunden verantwortlich. Die nicht näher genannte Gruppierung habe dabei auf Anweisung der iranischen Revolutionsgarde gehandelt.
Das US-Zentralkommando erklärte weiter, die Revolutionsgarde und ihre terroristischen Stellvertreter müssten diese Angriffe einstellen, um weitere militärische Reaktionen der USA zu vermeiden. Im Irak gibt es Dutzende mächtiger, von Teheran unterstützter bewaffneter Gruppierungen. Viele von ihnen entstanden im Zuge der US-geführten Invasion des Irak im Jahr 2003.
US-Militär wehrt offenbar Raketen aus Iran ab
Zuvor hatten Teherans Streitkräfte nach Darstellung des US-Militärs mehrere ballistische Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten abgefeuert. „Alle iranischen Raketen wurden erfolgreich abgefangen“, teilte CENTCOM auf der Plattform X mit. Welches Ziel der Angriff hatte, wurde nicht genannt. Nach Informationen des US-Nachrichtenportals Axios flogen die Raketen in Richtung eines US-Stützpunktes in Jordanien.
Es sei das erste Mal, dass Iran angegriffen habe, ohne zuvor von den USA oder Israel selbst attackiert worden zu sein, schrieb der Iran-Experte Hamidreza Azizi auf der Plattform X. Er vermutete einen Zusammenhang mit dem Besuch des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu im Weißen Haus. Möglicherweise sei der Raketenangriff als Warnung an Washington gedacht, sich keiner neuen militärischen Kampagne gegen Iran anzuschließen.
Das US-Militär hatte fast zwei Wochen lang jede Nacht Ziele in Iran angegriffen, bis es am vergangenen Freitag zu einer vorläufigen Kampfpause kam. US-Präsident Donald Trump erklärte, diese diene dazu, laufenden Verhandlungen mit Teheran eine weitere Chance zu geben. US-Medien berichten gleichzeitig über wachsende Sorge innerhalb der Regierung über eine Eskalation des Konflikts – unter anderem wegen schwindender Munitionsreserven. Der New York Times zufolge geht es dabei vor allem um Flugabwehr-Munition wie „Patriot“-Raketen.
