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Politik

Zwei Todesfälle in Deutschland durch Vibrionen-Infektion

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 29, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 29.07.2026 • 12:38 Uhr

Vibrionen sind natürlicher Bestandteil von Gewässern wie der Ostsee. Sie können schwere Infektionen auslösen. In diesem Jahr vermehren sich die Bakterien stark. Ein Infektion lässt sich aber gut behandeln – wenn sie erkannt wird.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in diesem Jahr bislang zwei Todesfälle nach in Deutschland erworbenen Vibrionen-Infektionen registriert. Insgesamt seien 17 Infektionsfälle erfasst worden, die die entsprechenden Kriterien erfüllten, teilte das RKI mit. Bei den beiden Todesfällen handele es sich jeweils um „hochaltrige“ Menschen.

Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Zahlen hoch: Bis zum 12. Juli dieses Jahres hat das Institut nach eigenen Angaben bereits 14 Fälle gezählt. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 gab es bis zu diesem Datum nur einen Fall, 2024 neun Fälle und 2025 vier Fälle. Todesfälle habe es in den drei Vorjahren insgesamt jeweils einen bis zwei gegeben.

RKI: Auch bei Risikopatienten gut behandelbar

Laut RKI zählen vor allem ältere und immungeschwächte Menschen zu den Risikogruppen. Bei Kontakt von offenen Wunden mit erregerhaltigem Wasser können Vibrionen eindringen und in seltenen Fällen schwere Wundinfektionen auslösen. Diese sind an einer Rötung, Schwellung oder Blasenbildung erkennbar. Die Infektion kann auch Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung verursachen.

Bei einer schnellen und ausreichend dosierten Antibiotika-Therapie sind diese Infektionen laut RKI auch bei Risikopatienten meist gut behandelbar.

Saison laut RKI früh gestartet

Vibrionen sind natürlicherweise in Süß-, Brack- und Salzwasser vorkommende Bakterien. Neben den deutschen Küsten und selten auch deutschen Binnengewässern kommen sie laut RKI auch in benachbarten europäischen Ländern vor, darunter etwa in Dänemark und den Niederlanden.

Dabei spielt die Hitze eine große Rolle. Bei Wassertemperaturen über 20 Grad können sich nach Angaben des RKI Vibrionen in Oberflächengewässern extrem vermehren. Ab 18 Grad bereits stark. In diesem Jahr sei eine vergleichsweise frühe Saison hierzulande erworbener Vibrionen-Infektionen zu beobachten, teilte das RKI mit.

Hintergrund ist, dass es bereits im Juni – und damit sehr früh im Jahr – eine Hitzewelle mit extremen Temperaturen gab. Entsprechend warm sind viele Gewässer.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Berliner Gesundheitsämter einen Todesfall nach einer Vibrionen-Infektion registriert hatten; der Mensch hielt sich nach Angaben der Behörden vor Symptombeginn in Mecklenburg-Vorpommern an der Ostsee auf.

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