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Startseite»Politik»Niedrigwasser auf Rhein und Donau schränkt Schifffahrt ein
Politik

Niedrigwasser auf Rhein und Donau schränkt Schifffahrt ein

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 29, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 29.07.2026 • 14:56 Uhr

Sichtbare Kiesbänke, vertrocknete Uferbereiche und Seitenarme ohne Wasser – die Flüsse leiden unter dem fehlenden Regen. Die historisch niedrigen Pegelstände behindern die Schifffahrt auf Donau und Rhein massiv.

So wenig Wasser gab es im Rhein und in der Donau seit Langem nicht mehr. Stellenweise wurden historisch niedrige Pegelstände gemessen. Grund sind die vielerorts hohen Temperaturen und die anhaltende Dürre.

In Kaub im Rhein-Lahn-Kreis wurden zum Beispiel 29 Zentimeter gemessen. Das entspricht einer Fahrrinne von 1,43 Meter. Amtlichen Prognosen der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt zufolge könnte der Wasserstand sogar noch weiter sinken – unter den tiefsten je gemessenen Wert aus dem Jahr 2018 mit 25 Zentimetern.

„Keine sinnvolle Binnenschifffahrt mehr möglich“

Der niedrige Wasserstand hat erhebliche Folgen für die Schifffahrt. „Unter einem Pegelstand von 40 Zentimetern bei Kaub ist keine sinnvolle Binnenschifffahrt mehr möglich“, teilte die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz mit. Bereits in den vergangenen Tagen hätten Schiffe nur noch mit stark reduzierter Frachtmenge auf dem Rhein verkehren können, was die Kosten in die Höhe getrieben habe.

Für den uneingeschränkten Betrieb von Großmotorschiffen müsste der Wasserstand im Rhein mindestens um einen Meter ansteigen.

Milliardenschaden durch niedrige Wasserstände

Auch bei Niedrigwasser gebe es weiter Gütertransporte auf dem Fluss, teilte der Verband der Deutschen Binnenschifffahrt mit. Eine behördliche Sperrung des Rheins erfolge „in aller Regel“ nicht, teilte der stellvertretende Geschäftsführer Fabian Spieß mit: „Die Schifffahrt fährt, solange es sicher möglich ist.“

Laut IHK drohen Versorgungsengpässe bei Rohstoffen wie Kohle, Rohöl und Erdgas, die typischerweise mit Schiffen transportiert werden. Diese Produkte stehen am Beginn zahlreicher industrieller Produktionsketten, weshalb ganz unterschiedliche Industrieunternehmen betroffen seien. Der volkswirtschaftliche Schaden des historischen Niedrigwassers von 2018 werde auf 2,4 Milliarden Euro beziffert.

Einige Reedereien stellen Donau-Betrieb ein

Auch die Donau leidet unter der Trockenheit. Der Fluss hat streckenweise so wenig Wasser wie seit 30 Jahren nicht mehr. Bei Pöchlarn an der Donau liegt der Pegelstand derzeit bei nur noch knapp einem Meter – normalerweise sind es meist drei Meter.

Von Deutschland über Österreich bis nach Rumänien können voll beladene Schiffe deshalb stellenweise nicht fahren. Zum Teil müssen die Reedereien ihren Betrieb auf dem Fluss sogar vollständig einstellen.

In Greifenstein in Österreich liegen mehrere Schiffe auf dem Trockenen.

Kreuzfahrtschiff auf Grund gelaufen

Auch Touristen sind betroffen. In Bulgarien mussten 186 Passagiere und 52 Besatzungsmitglieder ihr Kreuzfahrtschiff verlassen, nachdem es in der Donau im Nordwesten Bulgariens auf Grund gelaufen war.

Die unter Schweizer Flagge fahrende „Viking Ullur“ ist normalerweise auf der Donau zwischen der ungarischen Hauptstadt Budapest und Rumänien unterwegs. Grund für das Auflaufen seien eine schlechte Sicht und „der niedrige Wasserstand der Donau“, teilte das Innenministerium in Sofia mit.

Debatte über Fahrrinnen-Ausbau im Rhein

Der Klimawandel stellt die Binnenschifffahrt vor immer größere Herausforderungen. Mit Blick auf den Rhein pochen Wirtschaftsverbände etwa auf einen schnellen Ausbau der Fahrrinne, insbesondere im Mittelrhein. Es gibt Pläne, gezielt Felsen in den Rhein zu schleifen und Sandbänke zu entfernen, die die Binnenschiffer behindern.

Umweltschützer halten das für gefährlich. „Das wird die Strömung des Rheins verändern, ohne dass man so richtig weiß, was dann passiert“, sagte die rheinland-pfälzische Landesvorsitzende des BUND, Sabine Yacoub. Es bestehe die Gefahr, dass auch ökologisch wertvolle Uferbereiche in Mitleidenschaft gezogen werden, in denen sich die Kinderstuben zahlreicher Fischarten befinden. Zu befürchten sei, dass die Bauarbeiten Schäden anrichten, das Wasser im Fluss aber auch künftig nicht ausreicht.

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