Wollen kein Asien-Phänomen seinBTS drohen wegen neuer Kategorie mit Grammy-Boykott
Die südkoreanische Band BTS hat mehr als 100 Millionen „Platten“ verkauft und bringt mittlerweile weltweit Fans zum Ausrasten. Bei den Grammys könnte sie 2027 richtig abräumen. Allerdings werden dort einige Kategorien verändert. Das will die Band nicht hinnehmen und protestiert.
Aus Protest gegen eine neue Preiskategorie für asiatischen Pop will die weltberühmte K-Pop-Band BTS im nächsten Jahr nicht an den Grammy Awards teilnehmen. „Wir hoffen, dass Musik für das gehört und geliebt wird, was sie ist – und nicht anhand von Regionen oder Sprachen definiert wird“, erklärten die Bandmitglieder auf Instagram.
Die Gruppe wird vielfach als Topanwärter auf die Grammys im kommenden Jahr gesehen, ihr Comeback-Album „ARIRANG“ gehört zu den meistverkauften Platten des Jahres. Mit ihrem Hit „Dynamite“ erreichten BTS 2020 als erste rein südkoreanische Band die Spitze der US-Charts. Das dazugehörige Album „Be“ erklomm ebenfalls Platz eins in den USA, in Deutschland erreichte es Platz vier. Die Gruppe war bereits mehrfach nominiert und trat mehrfach bei den Grammy-Verleihungen auf, hat bislang aber selbst keinen der renommierten US-Musikpreise gewonnen.
„ARIRANG“ wäre in der Kategorie des besten Albums ins Rennen geschickt worden. Für die neuen Kategorien, darunter die beste asiatische Pop-Performance, wäre es hingegen nicht infrage gekommen, weil die Gruppe darauf größtenteils auf Englisch singt.
Kritiker bemängeln Popmusik in Schubladen
Die US-Musikakademie will mit der neuen Kategorie nach eigenen Angaben Künstlerinnen und Künstler anerkennen, „die aus asiatischen Märkten stammen oder dort bekannt sind“, darunter Popmusiker aus Südkorea, Japan und China. Kritiker werfen ihr vor, Popmusik aus Asien damit in eine Schublade zu stecken, anstatt sie neben anderen – meist englischsprachigen – Welthits zu bewerten. Ähnliche Kritik gibt es auch an einer Kategorie der Grammys für Musik aus Lateinamerika.
Tatsächlich befassen sich die meisten Kategorien der Grammy-Verleihung mit Musikgenres, Performances oder Künstler und Künstlerinnen. Nur wenige Ausnahmen weisen einen eindeutigen regionalen Bezug auf: etwa „Best Regional Mexican Music Album“ oder „Best Tropical Latin Album“. Mit „Best Asian Pop Music Performance“ käme eine weitere Kategorie hinzu.
