Fünfjährige seit 2015 vermisst„Aktenzeichen XY … ungelöst“ liefert Polizei neue Hinweise im Fall Inga
2015 besucht die fünfjährige Inga Gehricke mit ihrer Familie den Wilhelmshof im Norden von Sachsen-Anhalt. Bei den Vorbereitungen eines Grillfests verschwindet das Mädchen. Bis heute ist unklar, was mit Inga geschehen ist. Durch „Aktenzeichen XY … ungelöst“ erhalten die Ermittler neue Informationen.
Vor elf Jahren verschwindet die damals fünfjährige Inga aus Sachsen-Anhalt spurlos – nun schöpfen die Ermittlerinnen und Ermittler neue Hoffnung. „Wir haben tatsächlich sehr viele neue Informationen erhalten und erhoffen uns, dass der entscheidende Hinweis dabei ist“, sagte Polizeihauptkommissar Michael Ripke in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“. Dort wurde der Fall der seit 2015 vermissten Inga vorgestellt.
Die neu eingegangenen Hinweise gingen in verschiedene Richtungen, sagte Ripke. Sie würden geprüft. Weitere Angaben zu den neuen Informationen wollte der Hauptkommissar nicht machen – aus ermittlungstaktischen Gründen. „Wir sind guter Hoffnung, dass da was Gutes dabei ist.“
Eine Ermittlergruppe der Polizeiinspektion in Halle (an der Saale) beschäftigt sich seit Frühjahr 2023 mit dem Verschwinden von Inga Gehricke. Zuvor war die Polizei in Stendal zuständig.
Das Mädchen aus Schönebeck war am 2. Mai 2015 mit seiner Familie zu Besuch auf dem Wilhelmshof im Landkreis Stendal im Norden von Sachsen-Anhalt. Der Hof ist eine diakonische Einrichtung für Menschen mit Behinderungen und Suchterkrankungen. Dort lebten Freunde der Familie Gehricke. Bei der Vorbereitung eines Grillfestes wurde das im August 2009 geborene Mädchen gegen 18.40 Uhr das letzte Mal gesehen – nach Angaben von Ripke zuletzt auf einem Spielzeugpferd, das unweit eines Fußballplatzes und dem Grillplatz stand.
Inga könnte noch leben
Es gebe keine Beweise, die Gegenteiliges zeigen. Daher gebe die Polizei die Hoffnung nicht auf, dass Inga heute noch lebe, sagt Hauptkommissar Ripke. Deshalb werde auch nach Hinweisen zu Mädchen gesucht, die anderen aufgefallen sind, weil sie plötzlich irgendwo aufgetaucht sind.
Es ist das zweite Mal, dass der Kriminalfall bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vorgestellt wurde. In der ZDF-Sendung gab Ripke Details zu den laufenden Ermittlungen preis. Die Suche der Beamten sei von Archäologen und Geologen unterstützt worden, sagte er. Außerdem hätten die Ermittlerinnen und Ermittler viele Jahre nach dem Verschwinden von Inga noch einmal ausführliche Gespräche mit Angehörigen geführt. Dabei erhofften sich die Beamten demnach unter anderem, auf kleine Details zu stoßen, die entscheidend sind.
Da der Wilhelmshof eher abgelegen in einem großen Waldgebiet liegt, sei die Polizei bis heute auf der Suche nach Menschen, die sich zum Zeitpunkt des Verschwindens von Inga auf der Straße aufgehalten haben, die zu dem Hof führt. Die Ermittlerinnen und Ermittler hofften etwa auf in Autos verbaute Kameras, deren Aufnahmen neue Hinweise bringen könnten, sagte Ripke.
Denkbar wäre auch, dass Spaziergänger damals Fotos oder Videos gemacht haben, die der Polizei helfen könnten. „Auch wenn sie für den Besitzer keine Bedeutung mehr haben, für uns könnten sie von Bedeutung sein“, betonte der Polizist.
Hinweise aus der Bevölkerung werden unter 0345/224-1291 oder cold-case-wald@polizei.sachsen-anhalt.de entgegengenommen.
