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Startseite»Nachrichten»„Modell hat keinen Platz“: Die UEFA-Boykottdrohung im Wortlaut
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„Modell hat keinen Platz“: Die UEFA-Boykottdrohung im Wortlaut

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 30, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Modell hat keinen Platz“

Die UEFA-Boykottdrohung im Wortlaut

Die UEFA reagiert mit deutlichen Worten auf die von FIFA-Chef Gianni Infantino vorgestellten Pläne für eine Öffnung der Fußball-Weltmeisterschaft für Investoren. In einer ausführlichen Stellungnahme legen die europäischen Verbände ihre Position dar:

„Die UEFA und ihre 55 Mitgliedsverbände stehen geschlossen hinter dieser Entscheidung: Wir lehnen den Vorschlag der FIFA, Eigentumsanteile an der Weltmeisterschaft und anderen FIFA-Wettbewerben an private Investoren zu übertragen, einstimmig und unmissverständlich ab.

Die Weltmeisterschaft darf nicht als Anlageprodukt behandelt werden. Sie ist eines der größten sportlichen Vermächtnisse des Fußballs. Sie wurde über Generationen hinweg von Spielern, Nationalmannschaften und Fans auf allen Kontinenten aufgebaut. Kein Teil davon darf jemals an private Investoren abgetreten werden. Die Weltmeisterschaft steht nicht zum Verkauf.

UEFA kritisiert Ultimatum

Es ist sowohl unverantwortlich als auch unvertretbar, dass ein für den Fußball so bedeutender Vorschlag im Geheimen ausgearbeitet und bis kurz vor die Verabschiedung gebracht wurde, ohne dass eine sinnvolle Konsultation mit denjenigen stattfand, denen die Verantwortung für den Sport anvertraut ist. Dies ist nicht nur ein tiefgreifendes Versagen der Führung, sondern eine Vernachlässigung der Pflicht der FIFA als Hüterin des Weltfußballs.

Infantino spielt WM-Plan herunter: „Nur ein Vorschlag“

Den nationalen Verbänden weltweit wird ein Ultimatum gestellt: Entweder sie akzeptieren die unwiderrufliche Vereinnahmung der größten Wettbewerbe des Fußballs oder sie tragen die Konsequenzen. Dies ist keine ‚demokratische Entscheidung‘, sondern eine Herrschaft durch Einschüchterung – ein Akt der Nötigung, der einer Institution, der die Verantwortung für den weltweiten Fußball anvertraut ist, unwürdig ist.

Doch unser Widerstand geht weit über den reinen Prozess hinaus.

In dem Moment, in dem externe Investoren Beteiligungen an FIFA-Wettbewerben erwerben, verändert sich der Fußball für immer. Kommerzielle Rendite wird zu einer dauerhaften Verpflichtung. Die Erwartungen der Investoren werden zu einem täglichen Druck. Von diesem Moment an wird jede Entscheidung über den internationalen Spielkalender, jede Entscheidung über Wettbewerbsformate und jede Entscheidung, die die Zukunft des Fußballs prägt, nicht mehr davon bestimmt, was dem Spiel am besten dient, sondern davon, was den Aktionären am besten dient.

Video poster

Infantinos WM-Idee: Ohne UEFA „ist Projekt gestorben“

Dieses Modell hat im Weltfußball keinen Platz. Die Zukunft des Fußballs darf nicht von den Erwartungen derer diktiert werden, deren oberste Pflicht darin besteht, den finanziellen Ertrag zu maximieren. Ebenso wenig dürfen die Interessen der nationalen Verbände, Ligen, Vereine, Spieler und Fans den Renditen der Investoren untergeordnet werden. Der Fußball darf seine Zukunft nicht für finanziellen Gewinn verpfänden.

Die Position Europas ist klar. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat die moralische Autorität, das zu verkaufen, was er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwahrt.

UEFA: Keine Teilnahme an FIFA-Turnieren

Als Ergebnis der heutigen Diskussion werden keine UEFA-Nationalmannschaften an FIFA-Wettbewerben teilnehmen, solange diese Vorschläge auf dem Tisch bleiben – es sei denn, dieser Vorschlag wird vollständig verworfen und es werden verbindliche Zusicherungen gegeben, dass die FIFA ihre Führung oder Wettbewerbe niemals wieder für privates Eigentum öffnen wird.

Video poster

Sportökonom erkennt Muster im wilden Infantino-Plan

Niemand sollte daran zweifeln: Die UEFA und ihre Nationalverbände werden sich diesen Plänen mit absoluter Entschlossenheit widersetzen.

Es gibt Momente, in denen Institutionen nicht danach beurteilt werden, wozu sie bereit sind, sondern danach, womit sie keine Kompromisse eingehen. Dies ist einer dieser Momente.

Manche Dinge sind einfach zu wichtig, um sie zu verkaufen. Die FIFA-Weltmeisterschaft gehört dem Fußball. Das wird immer so bleiben. Und solange Europa ein Mitspracherecht hat, wird sie niemals zum Verkauf stehen.“

Verwendete Quellen: ntv.de, lme

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Dr. Heinrich Krämer
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