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Startseite»Nachrichten»Doping-Sperre oder nicht?: Nach der Urlaubsidylle lauert für Bundesliga-Kapitänin das böse Urteil
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Doping-Sperre oder nicht?: Nach der Urlaubsidylle lauert für Bundesliga-Kapitänin das böse Urteil

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 4, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Doping-Sperre oder nicht?

Nach der Urlaubsidylle lauert für Bundesliga-Kapitänin das böse Urteil

03.08.2026 | 20:07 Uhr

Als Kapitänin sollte Laura Freigang mit gutem Beispiel vorangehen. Doch gegen die Fußball-Nationalspielerin wird wegen verpasster Dopingkontrollen ermittelt. Schon seit mehreren Monaten gibt es für alle Beteiligten eine Hängepartie.

Geht es nach den Eindrücken aus den sozialen Medien, hat Laura Freigang einen wunderbaren Sommer verbracht. Irgendwo zwischen Palmen, Stränden, Bergen und viel Wasser. Schöne Bilder, unter die ihre Fans viele warme Botschaften und Herzchen platziert haben. Hervor stach zwischen all den sonnigen Grüßen aber vor allem eine Frage, die nun schon seit zwei Monaten wie eine dunkle Wolke über der deutschen Fußball-Nationalspielerin hängt: „Schönen Urlaub, gibt’s schon was Neues vom DFB?“

Der Deutsche Fußball-Bund, dessen Kontrollausschuss nun schon seit Anfang Juni gegen den Offensivstar von Eintracht Frankfurt wegen drei verpasster Dopingkontrollen innerhalb von zwölf Monaten ermittelt. Als Nationalspielerin gehört Freigang zum sogenannten Registered Testing Pool (RTP), für den die strengsten Meldepflichten gelten. Sie muss regelmäßig Orts- und Zeitangaben machen, um auch unangekündigt getestet zu werden.

Weil Freigang dreimal für eine Kontrolle nicht an dem von ihr angegebenen Ort gewesen sein soll, droht ihr der Gang vors DFB-Sportgericht – und im schlechtesten Fall eine zweijährige Sperre. Für die 28 Jahre alte Kapitänin der Eintracht, die in 170 Bundesligaspielen stolze 100 Mal traf, wäre das verheerend. Selbst am Teamtraining dürfte sie dann nicht mehr teilnehmen.

Erstes Pflichtspiel der Saison steht an

Vor dem ersten Eintracht-Pflichtspiel der Saison – an diesem Mittwoch in der Champions-League-Qualifikation gegen Omonia Nikosia (19 Uhr) – ist aber noch vieles unklar. Der Sachverhalt sei umfangreich, die medizinischen und rechtlichen Fragen seien komplex, teilte der DFB mit. Sorgfalt gehe vor Schnelligkeit, rechtliche Fristen müssten eingehalten werden. Daher würden die Ermittlungen des Kontrollausschusses noch andauern.

Nach den Vorgaben der Welt Anti-Doping Agentur (Wada) sollten solche Ermittlungen – sogenannte Ergebnismanagement-Verfahren – innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen werden, erläuterte Eva Bunthoff, die das Ressort Doping-Kontroll-System bei der Nationalen Anti-Doping Agentur leitet. Die Nada hatte den Fall Freigang Anfang Juni offiziell an den DFB übergeben. Das Thema kann sich also bis Weihnachten (und gar länger) ziehen.

Mit ein Grund: Jeder einzelne verpasste Kontrolltermin, ein sogenannter Strike, wird einzeln überprüft. Bei Freigang, so berichten es unter anderem „Bild“ und „FAZ“, könnte vor allem der dritte Strike intensiver begutachtet werden. Demnach soll Freigang ein Spiel gehabt, dies aber womöglich nicht korrekt in die dafür vorgesehene App eingetragen haben. Weshalb die Kontrolleurin vergebens klingelte. Die entscheidende Frage dürfte sein: Lag das Versäumnis allein bei Freigang oder gibt es mildernde Umstände, Formfehler gar bei Nada oder DFB?

Eintracht sichert „maximale Unterstützung“ zu

Die Eintracht ringt in dieser Hängepartie um Normalität – so gut es eben geht, wenn der Fan-Liebling bald komplett wegbrechen könnte. „Laura Freigang ist bis zu einem möglichen Urteil ein fester Bestandteil unseres Kaders, eine wichtige Führungsspielerin und wird bis dahin selbstverständlich auch für uns in Pflichtspielen zum Einsatz kommen“, ließ Katharina Kiel, Direktorin Frauenfußball bei den Frankfurtern, mitteilen. „Als Klub stehen wir hinter Laura und sie erhält von uns im Rahmen unserer Möglichkeiten die maximale Unterstützung.“ Freigangs Vertrag läuft bis Sommer 2027.

Die Spielerin selbst spricht zurzeit nicht zu dem leidigen Thema, „solange keine Klarheit in dieser Angelegenheit herrscht“, wie ihre Beraterin mitteilte. „Dass das Verfahren nicht schön ist, ist klar. Sie geht aber super damit um“, hatte Trainer Niko Arnautis Anfang Juli beim Trainingsauftakt der Frankfurterinnen gesagt, den Freigang wegen einer Erkältung und Gliederschmerzen verpasste. Im Testspiel am vergangenen Freitag gegen Racing Straßburg (1:0) trug sie aber wie gewohnt die Kapitänsbinde.

Anfang Juni, als die Vorwürfe zum Verfahren wegen möglicher Melde- bzw. Kontrollversäumnisse bekannt wurden, hatte Freigang auf Instagram mitgeteilt, dass es sich bei den verpassten Kontrollen nicht um bewusst vermiedene Kontrolltermine gehandelt habe – „sondern um Unstimmigkeiten bzw. Missverständnisse in den täglich zu aktualisierenden und umfassenden Angaben, die wir als Nationalspielerinnen tages- und stundenaktuell im System zu aktualisieren haben“.

Kurios mutet an, dass das Verfahren beim DFB liegt, der Verband also gegen seine eigene (44-malige) Auswahlspielerin ermitteln muss, die im kommenden Jahr mit zur WM nach Brasilien will. Der Verband verweist auf seine Rechtsinstanzen, die unabhängig seien und keinerlei Berührungspunkte zur DFB-Elf hätten. Einen Interessenkonflikt gebe es nicht. Ab 2027 ändert sich das Prozedere für künftige Fälle: Dann wird nur noch die Nada für die Ermittlungen zuständig sein, so geben es die Compliance-Regeln der Wada vor. Den Fall Freigang muss aber noch der DFB abschließen, ob nun früher oder später.

Verwendete Quellen: ntv.de, David Joram und Ulrike John, dpa

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