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Startseite»Nachrichten»„Nahezu alle“ aufgebraucht: Insider: US-Militär steht vor bedrohlichem Raketenmangel
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„Nahezu alle“ aufgebraucht: Insider: US-Militär steht vor bedrohlichem Raketenmangel

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Nahezu alle“ aufgebrauchtInsider: US-Militär steht vor bedrohlichem Raketenmangel

Eine Einheit der 8. US-Armee feuert eine Rakete vom Typ ATACMS bei einer Übung ab. (Foto: picture alliance/dpa/yonhap)

Die USA verschießen im Krieg gegen den Iran im großen Stil Hochpräzisionsraketen. Die Lager bei zwei Waffentypen sind offenbar nahezu leer. Doch US-Präsident Trump wiegelt lautstark ab.

Die USA haben im seit Ende Februar andauernden Krieg gegen den Iran ihre Bestände an wichtigen landgestützten Langstreckenraketen nach Angaben von Insidern weitgehend aufgebraucht. Dies schüre Sorgen über die Einsatzbereitschaft des US-Militärs für künftige Konflikte, sagten Regierungsvertreter mit Blick auf die niedrigen Lagerbestände. Details zur genauen Nutzung der Raketen vom Typ Army Tactical Missile Systems (ATACMS) und Precision Strike Missiles (PrSM) waren bislang nicht bekannt.

Bei den Raketen handelt es sich vor allem um Boden-Boden-Geschosse des Heeres. Die USA hätten „nahezu alle“ dieser Waffen eingesetzt, sagten zwei der Insider. Zu genauen Zahlen wollten sie allerdings keine Angaben machen. Analysten zufolge wären solche Waffen, die über eine Million Dollar pro Stück kosten, auch in einem Konflikt mit China oder Russland von Bedeutung. PrSM ist eine neuere, fortschrittlichere Generation, die die ATACMS mit ihrer kürzeren Reichweite ersetzen soll.

Zudem hätten die USA seit Kriegsbeginn knapp die Hälfte ihres weltweiten Bestands an Tomahawk-Marschflugkörpern verbraucht, sagte eine Person, die ebenfalls nicht namentlich genannt werden wollte. Diese werden von der Marine von Schiffen und U-Booten aus gestartet. Auch die Bestände an defensiven Waffen wie Patriot-Abfangraketen und THAAD-Systemen zur Abwehr ballistischer Raketen seien stark reduziert. Einem Bericht des Center for Strategic and International Studies (CSIS) von vergangener Woche zufolge wurden zwischen Februar und Juli etwa 65 Prozent der Patriot-Abfangraketen verbraucht und die THAAD-Bestände um mindestens 38 Prozent reduziert. Zwei der Insider bestätigten, dass diese Zahlen mit internen US-Daten übereinstimmten.

US-Staatschef wehrt sich gegen Berichte

US-Präsident Donald Trump wies die Bedenken zurück. Die USA hätten „weit mehr Munition als irgendjemand sonst auf der Welt“ und „weit mehr, als wir brauchen“, hieß es in einer vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung des Republikaners. Rüstungsunternehmen würden zudem ihre Produktion auf Rekordniveau ausweiten. Pentagon-Sprecher Sean Parnell teilte mit: „Das amerikanische Militär ist das mächtigste der Welt und verfügt über alles, was es braucht, um zu einem vom Präsidenten gewählten Zeitpunkt und Ort zu handeln.“ Analysten betonten ebenfalls, dass bestimmte Munition wie Artilleriegranaten und mehrere Raketentypen auf Rekordniveau produziert werden. Allerdings könnten die Vorräte bei einem längeren Krieg nicht ausreichen.

Die USA greifen zusammen mit Israel den Iran an. Ursprünglich war das Weiße Haus von einem kurzen Konflikt ausgegangen. Alle Friedensbemühungen führten bislang aber nicht zu einem Durchbruch. Die Langstreckenwaffen ermöglichen den USA präzise Angriffe aus sicherer Entfernung. Von den USA gelieferte ATACMS spielten auch eine Schlüsselrolle im Krieg in der Ukraine und ermöglichten es den ukrainischen Streitkräften, Ziele in Russland anzugreifen.

Einer der Insider sagte, der hohe Verbrauch der Raketen im Iran spiegele die Entscheidung der Trump-Regierung wider, riskantere Angriffe mit bemannten Flugzeugen zu vermeiden. Innerhalb der US-Regierung gibt es derzeit intensive Debatten, wie lange die Angriffe auf den Iran fortgesetzt werden können, ohne die Fähigkeit des Militärs zur Reaktion auf andere Krisen zu gefährden.

Quelle: ntv.de, lme/rts

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