Tropische Nächte erwartet Schon wieder Extrem-Hitze – und dann wird es krachen

Hitze über Deutschland, vor allem im Süden – so geht es auch in den kommenden Tagen weiter. Diesmal sind Gewitter zu erwarten. Wo sie zuschlagen, ist mit Sturm und Hagel zu rechnen.
Das Wetter in diesem Sommer ist für viele eine große Herausforderung, besonders für den Süden Deutschlands. Die Hitze, die weite Teile Europas im Griff hat, rollt weiterhin mit ihren Wellen über Deutschland, unterbrochen von kurzen Gewitterphasen, die auch Unwetter produzieren. Die Frage ist, wie lange noch und ob zum Ende dieser ständigen Hitze massive Unwetter in Deutschland drohen.
Was früher in Deutschland nicht existierte und seit den 1980er-Jahren nur als absolute Ausnahme auftrat, scheint mit diesem Sommer Normalität zu werden. Auch am Montag gab es punktuell schon wieder Spitzenwerte um 40 Grad wie in Weil am Rhein. Und der Dienstag produzierte ähnlich hohe Temperaturen in Süddeutschland. Die pausenlose Hochsommerhitze Südeuropas hat sich durch den Klimawandel und durch sich verändernde Wetterlagen bis in unseren Süden, teilweise sogar bis in den hohen Norden voran gearbeitet.
Nachdem die Hitze erst sehr trocken war, große Hitzehochs Gewitter verhinderten und die Böden komplett austrockneten, beginnt sich die Lage seit einigen Tagen zu verändern. Die Luft wird feuchter, nicht zuletzt, weil die Meere um uns herum immer wärmer werden. Immer mehr Wasser verdunstet und landet in der Atmosphäre, die dadurch instabiler wird. Die Hochs über weiten Teilen Mitteleuropas schwächeln langsam, auch über Deutschland.
Damit schlägt die Stunde der Gewitter. Am Wochenende forderten die Unwetter sogar ein Menschenleben. Diese gewittrigen Biester sind derzeit oft nur lokal unterwegs, aber definitiv nicht zu unterschätzen. Und sie werden uns eventuell noch einige Wochen beschäftigen.
Wochenmitte: Kurze Abkühlung mit Unwettergefahr
Blicken wir aufs Hier und Jetzt: Am Mittwoch wird es in Osten und Süden erneut Temperaturen um 35 Grad geben – immerhin keine 40 Grad, aber die Luft wird recht schwül und damit ähnlich belastend sein. Neue Gewitter lassen nicht lang auf sich warten. Nachdem am Mittwochmorgen die nächtlichen Gewitter im Nordosten abziehen, bilden sich im Tagesverlauf im Süden und Osten neue Gewitterzellen. Diese wird es wieder nur regional geben – wo genau, kaum vorherzusagen. Wo sie aber zuschlagen ist Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen angesagt.
Die Nordwesthälfte kommt dagegen schon in den Genuss kühlerer Luft, die sich am Donnerstag ost- und südwärts ausbreitet. Spitzenwerte um 30 Grad sind hier trotzdem noch drin. Auch Gewitter mit Starkregen, besonders an und in den Alpen.
Am Freitag könnte es dann einen recht seltenen Tag in diesem Hochsommer geben. Mit „Glück“ gibt es mal keinen Hitzetag mit 30 Grad und mehr, sondern nur bis 29 Grad im Süden. Die Mitte scheint entspanntes Sommerwetter mit Sonne und rund 25 Grad zu bekommen. Im Norden bleibt es kühler, windiger und wechselhafter. Dort wünschen sich manche vielleicht einen Hauch des süddeutschen Hitzesommers.
Nächste Hitzewelle steht schon bereit
Was manchen im Norden fehlen dürfte, ist im Süden definitiv zu viel. Schon am Samstag kehrt die Hitze mit rund 32 Grad zurück. Am Sonntag rutscht die 30 Grad-Grenze sogar bis nach Norddeutschland. Im Südwesten sind mindestens 35 Grad drin. Der Beginn der neuen Woche dürfte solche Temperaturen selbst im Norden wieder möglich machen. Örtlich sind im Osten und Süden Werte nahe 40 nicht ausgeschlossen – schon wieder! Es ist der x-te extreme Hitzeschwall in diesem Sommer.
Auch die Nächte werden erneut schweißtreibend. Tiefstwerte um 20 Grad werden gerade zum Montagmorgen wieder die Regel sein. In den Innenstädten bleibt es sogar noch deutlich wärmer. Gerade diese sehr warmen Nächte, die sogenannten Tropennächte sind es, die uns gesundheitlich besonders zu schaffen machen. Und sie werden mit zunehmender Feuchtigkeit in der Luft häufiger auftreten. Wasserdampf ist ein natürliche und das wichtigste Treibhausgas in unserer Luft. Es speichert Energie in rauen Mengen und hält die Luft selbst nach Tagestemperaturen von „nur“ knapp über 30 Grad nachts teilweise bei solch hohen Werten.
Kommt der große Unwetter-Hammer noch?
Angesichts der ständigen Hitze, die in Süddeutschland schon allein wegen der vielen Hitzetoten als Unwetter einzustufen ist, hielt sich die Gewitter-Unwetterbilanz in Deutschland noch sehr in Grenzen. Auch die großen Temperaturkontraste zwischen dem Norden und dem Süden des Landes hätten in anderen Jahren deutlich mehr Schwergewitter mit all ihren Folgen verursacht. Die oben angesprochene Trockenheit der Luft und der Böden, sowie sehr mächtige Hochdruckgebiete mit Warmluft bis in große Höhen haben das bisher unterbunden. Aber jetzt, wo Hochdruck und Trockenheit zu bröckeln beginnen, drängt sich eine Frage auf: Kommt der große Unwetter-Hammer noch?
Erste Zuckungen mit heftigen Gewittern gab es zuletzt schon. Auch in der Nacht von Donnerstag zu Freitag könnte es in den Alpen und am deutschen Alpenrand Starkregen über mehrere Stunden mit zumindest lokalen Überflutungen und Gerölllawinen geben. Nach einem meist ruhigen Wochenende scheint es zum Montag, spätestens Dienstag wieder mehr zu krachen. Genauso schnell deutet sich danach aber wieder eine trockenere Phase an.
Die Hitzeglocke Südeuropas gibt also noch nicht auf und mit ihr der hohe Luftdruck und die trotz mancher Gewitter insgesamt zu trockene Witterung. Aber ja, es steht zu befürchten, dass der große Knall noch kommt. Das Mittelmeer ist in manchen Regionen nahezu karibisch heiß und auch der Nordatlantik ist – mal wieder – mehrere Grad zu warm. Das sind gewaltige Energiemengen, die sich früher oder später in Extremwettern entladen. Die Frage ist nur: Wann, wo und wie?