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Startseite»Nachrichten»Sorge vor China: Taiwan schränkt mobiles Internet bei Militärübung ein
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Sorge vor China: Taiwan schränkt mobiles Internet bei Militärübung ein

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Sorge vor ChinaTaiwan schränkt mobiles Internet bei Militärübung ein

Mit dem „Han Kuan“-Manöver trainiert die Insel jedes Jahr ihre Verteidigung. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Taiwan erprobt mit einer zehntägigen militärischen Übung mögliche Ernstfälle. China beobachtet die Insel dabei mit zahlreichen Militärmaschinen und Drohnen. Die Regierung in Taipeh bereitet die Bevölkerung auch auf die wachsende Bedrohung durch Cyberangriffe vor.

Taiwan will begleitend zu einer großen Militärübung erstmals gezielt das mobile Internet drosseln. Bei zwei jeweils 30 Minuten langen Tests in der kommenden Woche sollen nach Regierungsangaben mobile Datenverbindungen im Norden und in der Mitte der Inselrepublik verlangsamt werden. In den betroffenen Gebieten leben rund 70 Prozent der Bevölkerung. Datenintensive Dienste wie Videotelefonie oder Streaming könnten dann deutlich eingeschränkt sein. Telefonate, SMS, Notrufe und andere wichtige Dienste sollen weiter funktionieren. Erprobt werden soll, wie die Bevölkerung bei einem Cyberangriff oder einer anderen schweren Krise kommunizieren kann.

Das zehntägige Militärmanöver „Han Kuang“ begann an diesem Mittwoch. Daran beteiligt sind örtlichen Medienberichten zufolge mehr als 20.000 Soldaten, darunter rund 5000 Reservisten. Sie trainieren die Verteidigung der Insel gegen einen möglichen Angriff oder eine Blockade durch China. Marine und Küstenwache proben zudem, wichtige Seewege zu sichern und Lieferungen lebenswichtiger Güter zu begleiten.

Auch der Einsatz von Drohnen und die Abwehr feindlicher Drohnen werden geübt. Dabei greift Taiwan nach Angaben des Verteidigungsministeriums Erfahrungen aus den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten auf. Am Tag vor Beginn registrierte Taiwan nach eigenen Angaben insgesamt 17 chinesische Militärmaschinen, darunter auch Drohnen in der Region.

Taiwan: Chinas Cyberattacken nehmen massiv zu

Der Hintergrund ist unter anderem, dass Taiwan China eine massive Zunahme von Cyberangriffen auf seine kritische Infrastruktur von Krankenhäusern bis hin zu Banken vorwirft. Die Zahl der Attacken sei 2025 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf durchschnittlich 2,63 Millionen pro Tag gestiegen, teilte das nationale Sicherheitsbüro der Insel zu Jahresbeginn mit. Einige Angriffe seien zeitlich mit Militärübungen abgestimmt worden, um als „hybride Bedrohungen“ die Insel lahmzulegen. Taiwan beklagt seit Jahren eine „hybride Kriegsführung“ Pekings, die von militärischen Drohgebärden bis hin zu Desinformationskampagnen reicht.

Dem Bericht zufolge stieg die Zahl der täglichen Angriffe gegenüber 2023, als die Behörde erstmals Daten veröffentlichte, um 113 Prozent. Besonders stark sei der Anstieg in Sektoren wie Energie, Rettungsdiensten und Krankenhäusern gewesen. Dies deute auf einen „gezielten Versuch Chinas hin, die entscheidende Infrastruktur Taiwans gezielt zu schwächen und staatliche sowie gesellschaftliche Funktionen zu stören oder lahmzulegen“, hieß es in dem Bericht. Chinas „Cyber-Armee“ habe ihre Aktionen zeitlich auf militärischen und politischen Druck abgestimmt. So seien bei 23 von 40 Militärpatrouillen in der Nähe Taiwans auch die Cyberangriffe verstärkt worden.

China betrachtet das seit Jahrzehnten demokratisch regierte Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und schließt nicht aus, die Insel mit militärischer Gewalt unter seine Kontrolle zu bringen.

Quelle: ntv.de, raf/dpa

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