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Startseite»Politik»Flughafen Leipzig: Ermittler entdecken „unbekannte Masse“ und mutmaßlichen Zünder an Drohne
Politik

Flughafen Leipzig: Ermittler entdecken „unbekannte Masse“ und mutmaßlichen Zünder an Drohne

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 05.08.2026 • 11:03 Uhr

Am Flughafen Leipzig-Halle wurde in der Nacht ein verdächtiger Gegenstand gefunden, der Flugverkehr daraufhin eingestellt. Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung soll es sich um eine präparierte Drohne handeln.


Jörg Diehl

Florian Flade, WDR

Nach dem Zwischenfall am Flughafen Leipzig in der vergangenen Nacht werden Details des Polizeieinsatzes bekannt. Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung entdeckten Mitarbeiter des Flughafens eine präparierte Drohne, die sich in unmittelbarer Nähe eines Antonov-Transportflugzeugs befunden haben soll.

Wie aus einer vertraulichen Lagemeldung der Polizei hervorgeht, war an dem Gerät eine „unbekannte Masse“ angebracht worden, bei der es sich womöglich um Sprengstoff handelte. In der Masse befinde sich „ein Zünder“, heißt es in dem Vermerk. Nach Angaben eines NATO-Sprechers wurde die Drohne in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs gesichtet. Zuvor hatte die „Bild“ dies berichtet. Entschärfer sollten die Drohne kontrolliert zur Sprengung bringen. Der Flugbetrieb wurde vorübergehend eingestellt, wie die Polizei Leipzig am Morgen mitteilte.

Flugzeug mit „Gegenstand“ kollidiert

Wie aus dem Polizei-Papier hervorgeht, kam es im Rahmen des Fundes zu einem weiteren Vorfall. Demnach kollidierte eine Frachtmaschine, die aufgrund der Sperrung nicht landen konnte, in der Nähe des Flughafens in einigen Hundert Metern Höhe mit einem weiteren Objekt. Nach der Landung auf einem Ausweichflughafen in Hannover dokumentierten Bundespolizisten leichte Beschädigungen an der Front der Maschine.

Die Polizei Niedersachsen stuft den Fall laut Vermerk als mögliches Staatsschutzdelikt ein. Ein DHL-Sprecher teilte am Mittwoch mit, dass ein Flugzeug mit einem „Gegenstand“ kollidiert sei.

Der Flughafen Leipzig gilt als Drehscheibe für Rüstungsgüter auch im Ukraine-Krieg. Erst vor zwei Jahren entging er nur knapp einer Katastrophe: Damals fing ein Paket in einem DHL-Logistikzentrum, das auf dem Weg nach Großbritannien war, noch am Boden Feuer. Wie die Ermittlungen ergaben, handelte es sich dabei um eine Operation russischer Geheimdienste. In Litauen müssen sich zurzeit fünf mutmaßliche Mitglieder des mutmaßlichen Sabotage-Netzwerks vor Gericht verantworten.

Verstärkt Drohnensichtungen seit Ukraine-Krieg

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine kommt es auch in Deutschland verstärkt zu Drohnensichtungen sowie zu Ausspähungen kritischer Infrastruktur und Militäreinrichtungen. Allein im ersten Halbjahr registrierte die Deutsche Flugsicherung (DFS) rund um deutsche Flughäfen 145 Behinderungen des Betriebs aufgrund unerlaubter Drohnenflüge. In den meisten Fällen gelingt es den Behörden nicht, die Piloten der Drohnen festzustellen.

Im Juli war in Bayern ein 37-jähriger Moldauer festgenommen worden, der im Verdacht steht, mit einer Drohne ein Rüstungsunternehmen ausgespäht zu haben. Der Mann war nach Hinweisen aus der Bevölkerung festgenommen worden, als er sich in der Nähe des Firmengeländes aufhielt. Die Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt, aus Sicherheitskreisen heißt es, der Verdächtige könnte womöglich im Auftrag russischer Geheimdienste gehandelt haben.

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