Nahe ukrainischer FrachtmaschineLeipziger Flughafen: Polizei entschärft Sprengladung an Drohne
Ein Sicherheitsmitarbeiter entdeckt in der Nacht eine Drohne am Leipziger Flughafen und benachrichtigt die Polizei. Schnell stellen die Ermittler fest, dass an dieser ein Sprengsatz befestigt ist. Möglicherweise ist es am Ende nur Glück, das Schlimmeres verhindert. Ein politisches Motiv wird nicht ausgeschlossen.
Ein mutmaßlicher Anschlagsversuch mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle hat die Sicherheitsbehörden alarmiert. Nach dem Vorfall in der Nacht übernahmen die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das sächsische Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen. Eine politische Motivation sei nicht ausgeschlossen, weshalb auch das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum im Einsatz sei, hieß es.
Der „Bild“-Zeitung zufolge wurde die Drohne in unmittelbarer Nähe zu ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt. Zudem ist den Behörden zufolge eine Frachtmaschine in der Nähe des Airports in der Luft mit einem „unbekannten Flugobjekt“ zusammengestoßen und wurde leicht beschädigt. Der Flughafen gehört zur kritischen Infrastruktur und ist ein wichtiges Fracht-Drehkreuz auch für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine, nachdem sie 2022 von Russland überfallen wurde.
Ein Mitarbeiter des Flughafens habe die Drohne mit der Sprengvorrichtung im Sicherheitsbereich in der Nähe der Südpiste entdeckt, teilte das Landeskriminalamt Sachsen mit. Daraufhin sei der Flugbetrieb zunächst komplett eingestellt worden. Mit Unterstützung der Bundespolizei und eines Sprengstoffroboters sei der Gegenstand untersucht worden. Spezialisten für unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) hätten anschließend den Zünder entfernt. Eine Explosion sei nur unterblieben, weil der Zünder defekt gewesen sei, berichtete die „Bild“-Zeitung. Ein Test auf Nitrate sei positiv verlaufen.
Die Ermittler bestätigten zudem, dass eine DHL-Frachtmaschine nach dem Start mit einem „mutmaßlich zweiten unbekannten Flugobjekt“ zusammengestoßen sei. Die Maschine musste wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn durchstarten. Sie konnte sicher in Hannover landen, wo leichte Beschädigungen festgestellt wurden. Die Polizei in Niedersachsen stuft den Vorfall laut Bericht als Staatsschutzdelikt ein und schließt Sabotage nicht aus.
Der Chef des Logistikkonzerns DHL, Tobias Meyer, sprach von einem Zwischenfall mit „durchaus spürbaren“ betrieblichen Auswirkungen. Die Nordpiste wurde noch in der Nacht wieder freigegeben, während die Südpiste gesperrt blieb. Diese sollte den Behörden zufolge am heutigen Mittwoch ohnehin wegen Wartungsarbeiten nicht genutzt werden
Sachsens CDU-Innenminister Armin Schuster sprach von einem „sehr ernsten Sicherheitsvorfall.“ Deshalb ermittelten Landes- und Bundessicherheitsbehörden unter Hochdruck Hand in Hand. Unter anderem sei das Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen (GAZ Hybrid) und die Drohnenabwehr der Bundespolizei involviert. Er stehe dazu auch in ständigem Austausch mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt.
„Es besteht keine Gefahr für Leib oder Leben von Passagieren oder Mitarbeitern des Flughafens. Der Flugverkehr für Passagiere ist nicht beeinträchtigt“, stellten die Ermittler klar.
