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Telekom überrascht die Anleger | tagesschau.de

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 6, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 06.08.2026 • 14:40 Uhr

Die Telekom will ihre Aktienrückkäufe deutlich ausweiten. An der Börse kommt so etwas immer gut an: Die Aktie an der DAX-Spitze. Mittelfristig könnte dem Bonner Konzern aber ein mächtiger Gegenspieler erwachsen.

Die zuletzt gebeutelten Telekom-Aktionäre können sich heute freuen: Die Anleger reagieren sehr positiv auf die Ankündigung des Unternehmens, dass Aktienrückkaufprogramm um drei auf dann fünf Milliarden Euro aufzustocken.

Die T-Aktie legt am frühen Nachmittag kräftig um fast sieben Prozent zu und führt damit den deutschen Leitindex DAX an. „Unsere Geschäfte laufen weiter rund“, sagte Konzernchef Tim Höttges im Kommentar zu den Geschäftsergebnissen für das zweite Quartal.

Operativ auf Kurs

Auf Konzernebene steigerte die Telekom den Umsatz um 4,4 Prozent auf 29,93 Milliarden Euro und den bereinigten operativen Gewinn um 7,5 Prozent auf 11,82 Milliarden Euro. Beide Kennzahlen liegen im Rahmen der Markterwartungen.

Sein Unternehmen liege auf Kurs, die angestrebte jährliche Steigerung des Betriebsergebnisses um vier bis fünf Prozent bis 2027 zu erreichen, betonte Finanzchef Christian Illek im Ausblick. Der freie Cashflow, der als Gradmesser für die Dividendenhöhe gilt, legte um 3,1 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro zu.

Das Unternehmen hob darüber hinaus das Gesamtjahresziel für den Mittelzufluss auf rund 20 Milliarden von mehr als 19,8 Milliarden Euro an. Es folgte damit dem Vorbild der US-Tochter T-Mobile, die ihre entsprechende Prognose dank der Popularität hochpreisiger Tarife ebenfalls erhöht hatte.

Eine Million neuer Kunden durch WM-Übertragung

Die Aktienrückkäufe, zusammen mit den Dividenden, würden 2026 bis zu zehn Milliarden Euro für die Aktionäre ergeben, rechnete Höttges vor. Für 2025 hatte die Telekom einen Euro je Aktie ausgeschüttet.

Operativ war zumindest für die Telekom die Fußball-WM ein Erfolg. Die Konzernsparte Magenta gewann eine Million neuer Kunden. Im Gegenzug enttäuschte die IT-Dienstleistungstochter T-Systems. Deren Aufträge schrumpften um 6,6 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro.

Verschmelzung mit T-Mobile US wird unwahrscheinlicher

„Die Ausgangslage einer historisch niedrigen Bewertung in Verbindung mit einer soliden Bilanz ohne zu hohe Verschuldung bildet eine hervorragende Ausgangslage für die Aktion“, schrieb DZ Bank-Analyst Karsten Oblinger zum Aktienrückkauf. Die T-Aktie hatte in den vergangenen Monaten wegen Sorgen über Fusionspläne mit der US-Tochter zeitweise rund 30 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Einen Kommentar zu den seit Monaten kursierenden Spekulationen um eine solche Fusion lehnte Höttges erneut ab. Strategisch will er mit einer Fusion die Stellung im US-Markt stärken – an T-Mobile US hält die Telekom mit rund rund 53 Prozent die Mehrheit. Eine Holding-Konstruktion würde es dem Unternehmen erleichtern, die Position als Mehrheitsaktionär abzusichern, sollten im US-Markt größere Transaktionen nötig werden.

Allerdings haben bisher sowohl die Anleger, als zuletzt auch das T-Mobile-Management den Plänen den Rücken gekehrt. Gerade US-Investoren zeigen sich skeptisch, da sie sich über eine Holding am vergleichsweise wachstumsschwächeren europäischen Geschäft beteiligen würden.

Ein neuer Gegenspieler

Erst am Vortag hat die Satelliten-Tochter des Weltraumkonzerns SpaceX, Starlink, bekannt gegeben, man wolle in den USA ein eigenes Mobilfunkgeschäft aufbauen und „eine ganze Reihe“ Kunden von T-Mobile sowie den Konkurrenten AT&T und Verizon weglocken. Konkret sprach SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell im Rahmen der jüngsten Geschäftszahlen von einem „echten Mobilfunkdienst“.

Zu diesem Thema äußerte sich Höttges gelassen. Die Funksignale von Satelliten seien nicht stark genug, um in Gebäuden Verbindungen zu garantieren, erläuterte der Telekom-Manager. Zudem verfüge Starlink bislang nur über einen Bruchteil der Frequenz-Kapazitäten. Mobilfunkverbindungen über Satellit seien vor allem in ländlichen Gebieten eine sinnvolle Ergänzung. Existenzsorgen bereiteten ihm die Starlink-Ankündigungen nicht.

Trotzdem, wer im zukünftigen Wettbewerb die Netze kontrolliert, kontrolliert auch die Infrastruktur – Google, Microsoft oder Amazon haben bereits hunderte von Milliarden in Rechenzentren investiert – die Telekom baut ein neues Rechenzentrum bei München in Kooperation mit Nvidia – und investiert dabei rund eine Milliarde Euro – vergleichsweise wenig also.

DAX kaum verändert

Insgesamt tendiert der DAX am Mittag kaum verändert nahe der Marke von 26.200 Punkten. Neben der Telekom fällt vor allem die Siemens-Aktie auf – sie gehört zu den größten DAX-Verlierern. Gestern war der DAX nach gutem Start noch leicht ins Minus gerutscht.

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