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Menschenrechtsorganisationen werfen Israel Kriegsverbrechen vor

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 6, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Journalistin stirbt bei AngriffMenschenrechtler werfen Israel Kriegsverbrechen im Libanon vor

Frauen halten Bilder von Amal Khalil in die Höhe bei dem Trauerzug für die getötete Journalistin in ihrem Heimatdorf Al-Baysariyeh im Süden Libanons. (Foto: IMAGO/NurPhoto)

Im April tötete die israelische Armee bei einem Angriff im Süden des Libanons eine Journalistin, eine Fotografin wird schwer verletzt. Menschenrechtsorganisationen werfen Israel nun Kriegsverbrechen vor. Die israelische Armee weist die Vorwürfe zurück.

Mehrere Monate nach der Tötung einer Journalistin bei israelischen Angriffen im Libanon haben Menschenrechtsorganisationen Israel „Kriegsverbrechen“ vorgeworfen. Teil der israelischen Attacken im April seien „scheinbar absichtliche Angriffe auf Zivilisten und zivile Objekte und damit Kriegsverbrechen“ gewesen, erklärte die Organisation Human Rights Watch (HRW).

„Das israelische Militär erklärt, es nehme keine Journalisten ins Visier, doch Fakten und Beweise belegen, dass dies wiederholt geschehen ist“, sagte Ramsi Kaiss, Libanon-Experte bei HRW. HRW, Amnesty International und die libanesische Organisation The Legal Agenda veröffentlichten jeweils ihre Untersuchungsergebnisse.

Libanesische Behörden: Israel beschoss Rotes Kreuz

Die israelische Armee hatte am 22. April das Dorf Al-Tiri im Süden des Libanon angegriffen, wenige Tage nachdem eine Waffenruhe zwischen Israel und der radikal islamistischen Hisbollah-Miliz verkündet worden war. Zunächst sei ein Fahrzeug vor dem Auto der Journalistinnen getroffen worden. Dabei seien zwei Menschen getötet worden. Später sei auch das Auto der Journalistinnen angegriffen worden. Daraufhin hätten sie Schutz in einem Gebäude gesucht, das wenig später ebenfalls angegriffen wurde.

Die Fotografin Sainab Faradsch wurde ins Krankenhaus gebracht, die Journalistin Amal Khalil wurde verschüttet. Später wurde ihre Leiche geborgen. Die libanesischen Behörden warfen der israelischen Armee damals schon vor, Rettungsversuche behindert zu haben. Sanitäter des libanesischen Roten Kreuzes wurden durch den Einsatz einer von einer Drohne abgeworfenen Blendgranate zum Rückzug gezwungen, wie HRW nun unter Berufung auf Augenzeugenberichte mitteilte.

„Direkter Angriff auf Zivilisten“

Die 42-jährige Khalil war langjährige Reporterin der Zeitung „Al-Achbar“. Sie berichtete im März und April regelmäßig über den Konflikt zwischen der pro-iranischen Hisbollah und Israel aus dem Süden des Libanon. Die freiberufliche Fotografin Faradsch arbeitete häufig mit Khalil zusammen.

Sowohl HRW als auch Amnesty kamen zu dem Schluss, dass die Armee „wusste oder hätte wissen müssen“, dass die beiden Frauen Zivilistinnen waren. Sie verwiesen unter anderem auf israelische Drohnen vor Ort. Amnesty sprach von einem „direkten Angriff auf Zivilisten, der als Kriegsverbrechen untersucht werden sollte“

Auf Anfrage anlässlich des HRW-Berichts teilte die israelische Armee mit, eine vorläufige Untersuchung habe ergeben, dass die Journalistin während einer Reihe von Ereignissen ums Leben kam, bei denen zwei Kämpfer der Hisbollah-Miliz getötet wurden. Der Generalstab untersuche den Vorfall.

Anschließend werde der höchste Militäranwalt entscheiden, ob weitere Maßnahmen notwendig seien. „Die israelische Armee bedauert jeglichen Schaden, der Journalisten zugefügt wurde“, hieß es weiter in der Stellungnahme. Das Militär ziele nicht auf Journalisten und respektiere „die Pressefreiheit sowie die wichtige Rolle, die Journalisten spielen“. 

Libanon wirft Israel Völkerrechtsverstöße vor

Auch die libanesische Organisation The Legal Agenda bezeichnete die Angriffe als „Kriegsverbrechen und schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht“. Libanesische Regierungsvertreter hatten Israel bereits im April vorgeworfen, die Journalistinnen direkt angegriffen zu haben.

Nach Angaben des Komitees für den Schutz von Journalisten sind seit Oktober 2023 bei israelischen Angriffen auf den Libanon 15 Medienvertreter getötet worden. Die Hisbollah hatte den Libanon im März mit Raketenangriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen, in den Jahren zuvor war Israel während des Gaza-Kriegs in den Süden des Landes vorgerückt. Derzeit läuft eine Gesprächsrunde zwischen Vertretern Israels und des Libanon in Rom.

Quelle: ntv.de, kaz/AFP/dpa

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