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Startseite»Nachrichten»„Hast Du einen Dachschaden?“: Fall Fabian: Angeklagte pöbelt ihre Schwester im Gerichtssaal an
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„Hast Du einen Dachschaden?“: Fall Fabian: Angeklagte pöbelt ihre Schwester im Gerichtssaal an

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 6, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Hast Du einen Dachschaden?“Fall Fabian: Angeklagte pöbelt ihre Schwester im Gerichtssaal an

Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, Fabian erstochen zu haben. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach einer vierwöchigen Pause geht der Prozess um den getöteten Fabian weiter. Im Zeugenstand nimmt die Schwester der Angeklagten Platz. Auch eine Kommunikationsanalyse des BKA wirft kein gutes Licht auf Gina H.

Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat heute die jüngere Schwester der Angeklagten ausgesagt. Diese sagte vor Gericht, ihre Schwester könne zwar liebevoll sein, aber sehr schnell aufbrausend werden, wenn etwas nicht ihren Vorstellungen entspreche. Es musste stets „alles nach ihrer Nase gehen“, sagte die Zeugin über ihre ältere Schwester Gina H. Sie warf der Angeklagten vor, sich während der gemeinsamen Jugend mit Lügen in ein besseres Licht gestellt und Aufmerksamkeit erheischt zu haben.

Die Spannung zwischen den Geschwistern wurde auch im Gerichtssaal deutlich. Gina H. musterte ihre Schwester skeptisch und gab ihren Unmut über die Schilderungen einmal gut hörbar kund: „Hast Du einen Dachschaden oder was?“, warf sie ihrer jüngeren Schwester an den Kopf. Diese quittierte das mit einem verbalen Anwurf. Der Vorsitzende Richter ermahnte daraufhin beide.

Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Das Motiv soll demnach mit ihrer Beziehung zu Fabians Vater und derem zeitweisen Ende zusammenhängen. Mit dem 20. Prozesstag wurde der Mammutprozess nach einer vierwöchigen Pause fortgesetzt.

„Konstant egozentrisches Verhalten“

Auch eine Kommunikationsanalyse des Bundeskriminalamtes zeichnet kein vorteilhaftes Bild der Angeklagten. Es sei festgestellt worden, dass das Kommunikationsverhalten vor und nach dem Tod des Jungen überwiegend gleich geblieben sei, sagte einer der BKA-Fallanalytiker dem Landgericht Rostock. 

Beispielsweise habe die 30-Jährige in ihren Sprach- und Textnachrichten ein „weiterhin konstant egozentrisches Verhalten“ Fabians Vater gegenüber gezeigt, auch als dessen Sohn vermisst wurde. Die Kommunikation der Angeklagten kreiste laut Analyse typischerweise um ihre eigenen Bedürfnisse und war von wenig Empathie geprägt. Fabians Vater sah sich demnach während seiner Beziehung mit der Frau und auch während einer zeitweisen Trennung regelmäßig mit Vorwürfen konfrontiert. 

Es seien aber auch Abweichungen in der Kommunikation festgestellt worden: Auffällig sei demnach, dass sich die Frau am Tag von Fabians Verschwinden verstärkt bei dem Vater erkundigt habe, warum dieser besorgt sei. Dieser hatte ihr zuvor mitgeteilt, dass ihm etwas Sorgen bereite, zunächst aber noch nicht gesagt, dass Fabian vermisst wird. Es folgte eine „sehr intensive Befragung“ des Vaters durch die Angeklagte, wie der Vorsitzende Richter Holger Schütt es beschrieb.

Der BKA-Beamte sagte, Nachfragen dieser Art seitens der Angeklagten habe man zumindest in untersuchten vorhergehenden Text- und Sprachnachrichten nicht gefunden. Demnach interessierte sich die Frau normalerweise wenig für das Befinden des Mannes.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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